80. Geburtstag: Engagement für das 'C' als Integrationsfaktor

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MIL OSI – Source: Konrad Adenauer Stiftung –

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Studienzeit

Schon als Student setzt Pfeifer sich ehrenamtlich ein. Zuerst in der Akademischen Verbindung Guestfalia zu Tübingen im Cartellverband (CV), in die er 1956 eintritt. Die Guestfalia ist eine nichtschlagende, farbentragende katholische Studentenverbindung. Seiner Verbindung und dem CV ist er stets verbunden und unterstützt sie durch Vorträge und Veranstaltungen.

Ebenso engagiert er sich für den Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) an der Universität Tübingen (u.a. als Vorsitzender 1957) und in der Jungen Union (JU) ist er von 1967 bis 1972 Landesvorsitzender in Baden-Württemberg. 1959 tritt Pfeifer in die CDU ein.

Politischer Aufstieg

Nach seinem juristischen Staatsexamen ist er zunächst Gerichtsassessor beim Amtsgericht in Reutlingen. Danach wechselt er in den Parlamentarischen Beratungsdienst des Landtages von Baden-Württemberg und ist von 1965 bis 1969 Persönlicher Referent des Kultusministers Wilhelm Hahn. Diese Zeit ist prägend für seine weitere Laufbahn; die Bildungs-, Forschungs- und Hochschulpolitik wird ihn immer begleiten.

Im Jahr 1969 kandidiert er für den Wahlkreis Reutlingen für den Deutschen Bundestag und gewinnt den Wahlkreis direkt. Zusammen mit Gerhard Mayer-Vorfelder, dem Persönlichen Referenten bei Ministerpräsident Hans Filbinger, und Wilfried Steuer, dem Persönlichen Referenten bei Landwirtschaftsminister Eugen Leibfried, entwickelt er eine neue Wahlkampfwerbung für den Bundestagswahlkampf 1969. Gemeinsam organisieren sie neben ihrer Arbeit erfolgreich an den Wochenenden über 600 Wahlmeetings in Baden-Württemberg.

Politische Ämter

Von 1969 bis 2002 vertritt Anton Pfeifer als direkt gewählter Abgeordneter seinen Wahlkreis Reutlingen im Deutschen Bundestag. In der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag macht er eine steile Karriere. Er wird Mitglied des Fraktionsvorstandes und leitet von 1972 bis 1982 die Arbeitsgruppe für Bildung und Forschung.

Nach dem Regierungswechsel von 1982 wird Pfeifer zum Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Bildung und Wissenschaft berufen. In gleicher Funktion wechselt er 1987 zum Bundesminister für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit.
Mit der Ernennung zum Staatsminister bei Bundeskanzler Helmut Kohl, nach der ersten gesamtdeutschen Wahl 1990, erreicht Pfeifer den Höhepunkt seiner politischen Karriere.

In all seinen Funktion widmet er sich intensiv den Bereichen Bildung, Kultur und Medien, so dass er in den Medien oft als Kohls heimlicher Kulturbeauftragter bezeichnet wird. Anton Pfeifer zählt zu den engsten Mitarbeitern und Beratern Helmut Kohls. Mit dem Bundeskanzler und Heiner Geißler verbindet ihn eine langjährige Freundschaft.

Ehrenämter

1989 wird Pfeifer in das Amt des stellvertretenden Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) gewählt, das er ununterbrochen bis 2009 innehat.

In seiner zwanzigjährigen Tätigkeit für die Stiftung bringt Anton Pfeifer auch hier seinen reichen Erfahrungsschatz in den Themenbereichen Schule, Hochschule, Bildung, Kultur und Medien ein, prägt und fördert die Arbeit der Stiftung in diesen Bereichen. Auf seine Initiative geht die „Kulturpolitische Umschau – Im Gespräch“ zurück, die er über Jahrzehnte mit einem Editorial begleitet. Die Zusammenarbeit der KAS mit dem CV stellt er durch eine bildungspolitische Kooperation und die Fortführung der „Wartburg-Gespräche“ auf eine neue Grundlage. Schon früh ist es ihm ein besonderes Anliegen, das Thema Integration zu einem Schwerpunkt der Stiftungsarbeit zu machen. Außenpolitisch gilt sein besonderes Interesse der Entwicklung in Lateinamerika, wohin ihn im Auftrag der Stiftung längere Besuchsreisen führen.

Ebenso ist Pfeifer ehrenamtlich tätig als Vorsitzender des Kuratoriums des Internationalen Bunds (IB) in Frankfurt am Main, einem Verein, der mit seinen Gesellschaften einer der großen Anbieter der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit in Deutschland ist. Ferner ist er Ehrenvorsitzender des Vereins Abendrealschule Rottenburg, einer staatlich anerkannten Ersatzschule in Rottenburg am Neckar.

Am 30. April 2010 erhält der bekennende Katholik Pfeifer aus den Händen des Bischofs von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, die Urkunde zur Ernennung zum Komtur des Silversterordens durch Papst Benedikt XVI.

Veröffentlichungen
Massenproduktion – Das Schicksal der Hochschulen?, in: Heiner Geißler / Matthias Wißmann (Hrsg.), Zukunftschancen der Jugend (Bonn aktuell, Bd. 66: Bonner Texte), Stuttgart 1979, S. 152–159.

Transatlantic Exchange Programs for the Young Generation – New Approaches and Objectives (Transatlantic Brief, 2), Washington 1990.

Einführung: Die gerechte Medienordnung?, in: Die gerechte Medienordnung? Rundfunk und Fernsehen an der Schwelle zum 21. Jahrhundert Vorträge und Beiträge der Politischen Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung, H. 14), Bonn 1990, S. 6–8.

Das christliche Profil der CDU, in: Reinhard Göhner (Hrsg.), Politik für die Zukunft. Die CDU an der Schwelle zum 21. Jahrhundert, München 1993, S. 27–36.

Arbeitszeitpolitik ist Arbeitsmarktpolitik, in: Verwaltung und Fortbildung 23 (1995), S. 80–87.

Wandel zu einer Informationsgesellschaft, in: Evangelische Verantwortung (1997), S. 3–5.

Die Kulturpolitik der Bundesregierung unter Helmut Kohl im Zeichen der deutschen und europäischen Einigung, in: Historisch-Politische Mitteilungen 12 (2005), S. 241–259; ebenfalls in: Günter Buchstab / Hans-Otto Kleinmann / Hanns Jürgen Küsters (Hrsg.), Die Ära Kohl im Gespräch. Eine Zwischenbilanz, Köln, Weimar Wien 2010, S. 247–265.

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