Medizinische Universität Wien: Spinnenseide-Forscherin berufen

By   /  October 5, 2016  /  Comments Off on Medizinische Universität Wien: Spinnenseide-Forscherin berufen

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MIL OSI – Source: Volkswagen Stiftung –

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Wie lassen sich  Nerven, die etwa bei einem Unfall durchtrennt wurden, reparieren? Dieser Frage widmet sich Professorin Dr. Christine Radtke seit mehr als zehn Jahren. Nerven im sogenannten peripheren Nervensystem – entgegen dem zentralen Nervensystem, also nicht im Rückenmark oder Gehirn gelegen – können von allein regenerieren. Jedoch wachsen sie nur über kurze Entfernung zielgerichtet. Wie lässt sich den Zellen der gewünschte Weg vorgeben? Christine Radtke, zuletzt als leitende Oberärztin und stellvertretende Direktorin der Klinik für Plastische, Ästhetische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) tätig, nahm zur Lösung des Problems ein ungewöhnliches Material in den Blick: Spinnenseide.
Ungewöhnliches Material – außergewöhnliches Projekt
Die Ärztin verfolgte ihr Ziel, das Naturprodukt therapeutisch zu nutzen, auch in zwei von der VolkswagenStiftung geförderten Forschungsprojekten. Die Erkenntnisse ihres Forschungsprojekts “Fast and Functional: Enhanced nerve regeneration of critical size defects by spider silk nerve conduits”, gefördert in der Initiative “Offen für Außergewöhnliches”, waren dabei laut Radtke unter anderem mit ausschlaggebend für die jetzt erfolgte Berufung an die Medizinische Universität Wien. Die Wissenschaftlerin und ihr Team konnten durch ihre Forschung zeigen, dass sich Spinnenseidenfäden als Leitschiene für die Nervenregeneration eignen und nachwachsenden Nerven helfen können, zielgerichtet auch große Abstände zu überbrücken. Da die Spinnenseide mit ihrer leicht klebrigen Oberfläche den Zellen eine gute Haftung bietet, gibt sie die Wachstumsrichtung vor, sie unterstützt zudem die  Zellbewegung und fördert die Zellteilung. Anschließend baut der Körper die Fäden in einem Verlauf ab, der für die Nervenrekonstruktion besonders günstig ist.

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