Jens Marquardt und Michael Andretti im Doppel-Interview zum Start der FIA Formula E Championship.

By   /  October 6, 2016  /  Comments Off on Jens Marquardt und Michael Andretti im Doppel-Interview zum Start der FIA Formula E Championship.

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MIL OSI – Source: BMW Group –

Headline: Jens Marquardt und Michael Andretti im Doppel-Interview zum Start der FIA Formula E Championship.

Herr Marquardt, Herr Andretti, warum ist die Kombination aus
BMW Motorsport und MS Amlin Andretti in der Formel E aus Ihrer
Sicht so vielversprechend?

Jens Marquardt: „Michael Andrettis Team war von der ersten
Stunde an in der Formel E dabei und kennt sich in dieser Serie
bestens aus. Auch BMW i ist von Anfang an als ‚Official Vehicle
Partner’ in dieser Serie vertreten gewesen. Und nicht zuletzt
haben wir auch über unseren BMW Werksfahrer António Félix da Costa
einige Informationen aus erster Hand bekommen. Diese Kräfte jetzt
zu bündeln und das Engagement zu intensivieren, war ein logischer
Schritt. Nun benötigen wir den richtigen Input, um BMW Technologie
ins Auto zu bekommen – und den sammeln wir durch die enge
Zusammenarbeit mit Michaels Mannschaft.“

Michael Andretti: „Für uns ist die Zusammenarbeit mit BMW
natürlich auch eine sehr spannende Sache. Eine OEM-Partnerschaft
ist schon für sich genommen wichtig – aber noch besser ist sie mit
BMW. Es ist eine Ehre, mit solch einem fantastischen Unternehmen
verbunden zu sein.“

Wie wichtig ist es in der Formel E, lernwillig zu sein und
von Rennen zu Rennen neue Erfahrungen zu sammeln?

Andretti: „Im Rennsport gibt es immer etwas zu lernen. Du
gehst in kein Rennen, ohne darüber nachzudenken, dass du daraus
etwas lernen wirst. Das ist das Schöne am Motorsport, keiner weiß
wirklich alles, und man gewinnt permanent an Erfahrung hinzu.“

Marquardt: „Und sowohl BMW als auch Andretti Formula E haben
von dieser Erfahrung natürlich schon eine Menge. Aber die Formel E
gibt es jetzt erst im dritten Jahr. Es ist in solch einer
Meisterschaft, die als rein elektrische Rennserie wirklich
komplett neue Ansätze erfordert, extrem wichtig, kontinuierlich zu
lernen. Man muss wissen, worauf es genau ankommt. Jede Kleinigkeit
kann den Unterschied machen. Genau dieses Wissen wollen wir uns aneignen.“

Wie sieht die Partnerschaft konkret aus?

Marquardt: „Wir bringen natürlich unser Know-how und unsere
Entwicklungskompetenz in diese Gleichung ein. Wir werden Leute vor
Ort an der Strecke haben, unsere Mitarbeiter werden bei uns zu
Hause die Daten auswerten und die entsprechenden Schlüsse ziehen.
Andretti hat über uns Zugang zu den BMW Einrichtungen, die wir
auch bei BMW Motorsport nutzen, also den Windkanal, Prüfstände und
vieles mehr. Andretti-Mitarbeiter waren schon bei uns in München,
wir haben das Team in den USA besucht. Der Austausch ist schon
jetzt sehr eng.“

Andretti: „Ganz genau. Wir sind im Rahmen des Formel E
Projekts zu 100 Prozent bei BMW eingebunden, und BMW ist zu 100
Prozent bei Andretti Formula E eingebunden. Wir arbeiten in den
unterschiedlichsten Bereichen zusammen und hoffen, dass uns das
ganz nach vorne bringt.“

Wie gut passen der ‚American way of racing‘ und der
‚German way of racing‘ zusammen?

Marquardt: „Beides passt sehr gut zusammen. Wir haben das auch
schon in unserer Zusammenarbeit mit dem BMW Team RLL gesehen und
gemeinsam in Nordamerika große Erfolge gefeiert. Ich bin
überzeugt, dass diese Kombination aus amerikanischer und deutscher
Herangehensweise auch in einer internationalen Serie wie der
Formel E zu guten Ergebnissen führen wird.“

Andretti: „Ich denke auch, dass wir uns perfekt ergänzen
werden. Auf beiden Seiten des großen Teichs wird hervorragende
Arbeit geleistet. Wenn wir das zusammenführen, kann es nur von
großem Vorteil sein für alles, das wir gemeinsam anpacken.“

Zurücklehnen und sich auf seinen Lorbeeren ausruhen: Warum
funktioniert das im Motorsport nicht?

Andretti: „Sowohl Andretti als auch BMW treten an, um zu
gewinnen. Das verbindet unsere beiden Marken ganz besonders. Auch
wenn unsere Historie eine wichtige Grundlage bildet, kann man
nicht immer nur auf die Vergangenheit schauen. Du musst immer
weiter pushen, um in der Spitzengruppe zu bleiben und Rennen zu
gewinnen. Darum sind wir hier.“

Marquardt: „Dasselbe gilt für uns. Nach vorn zu schauen und
innovativ zu sein, das ist im Motorsport der absolute Schlüssel
zum Erfolg. Stillstand ist Rückschritt. Deswegen muss man
kontinuierlich arbeiten, sich permanent weiterentwickeln. Wir
haben bei BMW Motorsport das Glück, dass wir ganz nah an unseren
Serienkollegen dran sind und alle Innovationen aus der BMW AG mit
aufnehmen können. Das Netzwerk ist einfach riesig. Davon werden
wir auch in der Formel E profitieren. In der Serie haben wir mit
den BMW i Modellen sehr gute Erfahrungen gesammelt, die wir direkt
in den Motorsport transferieren können. BMW hat sich in den
vergangenen Jahren im Bereich der immer wichtiger werdenden
Elektromobilität eine führende Position in der Automobilindustrie
erarbeitet. Von dem Austausch mit dem Rennsport in der Formel E
wird im Gegenzug auch die Serienentwicklung wieder profitieren.“

Welche Erwartungen haben Sie für die Saison 3 in der
Formel E?

Andretti: „Wir wollen um Spitzenplätze kämpfen, in jedem
Rennen unter den Top-5 sein, einige Läufe gewinnen und hoffentlich
am Ende der Saison ein Wörtchen im Titelkampf mitreden.“

Marquardt: „Mit Saison 3 beginnt für uns ein ganz neuer
Abschnitt in der Formel E. Wir sind zusammen mit Andretti
gefordert, das Paket nach vorn zu bringen und die Grundlagen zu
schaffen, langfristig erfolgreich zu sein. Jeder bei uns freut
sich auf diese spannende Aufgabe.“

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