Für ein lebenswertes Leben

By   /  October 7, 2016  /  Comments Off on Für ein lebenswertes Leben

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MIL OSI – Source: Deutschland Bundesregierung –

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Die Ursachen der Parkinson-Krankheit sind noch immer nicht restlos erforscht. Das internationale Forschungsprojekt PROPAG-AGEING soll weiter aufklären. Unterstützt von der EU suchen Forscher der Universität Göttingen und der Paracelsus-Elena-Klinik in Kassel nach Ursachen der Krankheit.

Forscher der Universität Göttingen und der Paracelsus-Elena-Klinik in Kassel suchen nach Parkinson-Ursachen.
Foto: Gerhard Kopatz

Forscherinnen und Forscher der Universität Göttingen und der Paracelsus-Elena-Klinik in Kassel suchen nach Ursachen der Parkinson-Krankheit. Finanziell werden sie von der EU unterstützt.

Das Programm PROPAG-AGEING untersucht die Unterschiede im Organismus zwischen gesund alternden Menschen und Parkinsonpatienten. Die Wissenschaftler im Team von Professorin Dr. Claudia Trenkwalder wollen herausfinden, welche chronischen Entzündungen bei Menschen mit welchen Voraussetzungen letztendlich zum Ausbruch von Parkinson führen.

Die Parkinson-Krankheit führt zu einem frühzeitigen Altern des Gehirns. Die Folgen sind Muskelstarre, verlangsamte Bewegungen, Muskelzittern und eine Haltungsinstabilität. Die Krankheit wird auch als Schüttellähmung bezeichnet. Bisher besteht die Vermutung, dass durch chronische Entzündungen, etwa im Darmbereich, giftige Botenstoffe ins Gehirn geschickt werden. Daraufhin reagieren manchen Menschen so, dass die Parkinsonkrankheit bei ihnen ausgelöst wird.
Die EU unterstützt die Forscher

Das Projekt PROPAG-AGEING wird aus dem EU-Programm “Horizont 2020” mit insgesamt 5,9 Millionen Euro gefördert. Der Anteil der Universitätsmedizin Göttingen und der Paracelsus-Elena-Klinik in Kassel beläuft sich auf 744.000 Euro.

In Deutschland gibt es rund 250.000 Parkinson-Patienten, in Europa 1,2 Millionen. Jährlich kommen EU-weit etwa 12.500 neue Erkrankungen hinzu.

“HORIZONT 2020” ist ein EU-Förderprogramm. Es ist mit fast 80 Milliarden Euro ausgestattet und damit das weltweit größte transnationale Förderprogramm für Forschung und Wissenschaft. Ziel ist es, einen europäischen Forschungsraum zu schaffen, in dem gemeinsame Initiativen unterstützt und Ressourcen effektiv gebündelt werden.
Geschwister nehmen teil am Projekt

Die Forscherinnen und Forscher in Kassel führen zwei Teilprojekte durch. Beim ersten wird Blut von neu erkrankten, noch unbehandelten Parkinson-Patienten untersucht. Ziel dieser weltweit einzigartigen Studie ist es, die Parkinson-Erkrankung von den ersten Symptomen an über einen längeren Zeitraum zu verfolgen. Erste Ergebnisse sollen bis 2019 vorliegen.

Beim zweiten Projekt stehen die Geschwister von Parkinson-Patienten im Mittelpunkt. Sie werden auf weitere Risikomerkmale getestet. Das passiert unter anderem durch einen recht einfachen Riechtest oder durch eine Kontrolle des Schlafverhaltens der Patienten im sogenannten Schlaflabor. Wie Professorin Dr. Brit Mollenhauer erläutert, können bereits Traum-Schlafstörungen oder fehlendes Riechvermögen auf die Krankheit hindeuten. Es sei von großer Bedeutung, rechtzeitig auf solche Indikatoren zu achten.
Verantwortung für künftige Generationen übernehmen

Eine wichtige Erkenntnis zur Vorbeugung der Parkinson-Krankheit sei – so die Wissenschaftler – Sport zu treiben und sich zu bewegen. Auch gesunde Ernährung spiele eine positive Rolle. Es sei nicht gut, Parkinson zu verdrängen. Im Gegenteil komme es darauf an, offen darüber zu sprechen.

Die Frage, warum sie mitmachen, beantworteten Teilnehmer der Forschungsstudie und deren Geschwister sehr schnell. Es sei wichtig, “das Leben lebenswert zu machen”. Einerseits wollten sie ihren erkrankten Geschwistern helfen. Andererseits wollten sie aber auch dazu beitragen, dass ihre Kinder und Enkel nicht an Parkinson erkranken müssten. Schließlich gebe es eine “Verantwortung für künftige Generationen”.

Mit diesem Artikel beenden wir eine Reihe von Beiträgen über die EU-Förderung von Projekten im Raum Kassel. Bereits erschienen ist ein Beitrag zur Deutschausbildung von ausländischen Akademikern sowie zu alternativen Heilverfahren von Kühen. 
Donnerstag, 6. Oktober 2016

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