Übungsstadt Schnöggersburg nimmt Gestalt an

By   /  October 11, 2016  /  Comments Off on Übungsstadt Schnöggersburg nimmt Gestalt an

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MIL OSI – Source: Bundesministerium Der Verteidigung –

Headline: Übungsstadt Schnöggersburg nimmt Gestalt an

Im Gefechtsübungszentrum des Heeres (GÜZ) auf dem Truppenübungsplatz Altmarkt befindet sich die Baustelle des Ausbildungsgeländes „Urbaner Ballungsraum Schnöggersburg”. Die Bauarbeiten sind zeitgerecht fortgeschritten, so dass von rund 520 Gebäuden, Straßen und Plätzen, dem Industriegebiet und weiteren Bauten bereits ein Drittel fertig gestellt ist. Seit 2015 ist viel passiert, und somit war es höchste Zeit einen weiteren konzentrierten Medientag durchzuführen. Am 5. Oktober 2016 war es so weit, und so rotierten an diesem Tag in der Colbitz-Letzlinger Heide nicht nur die Betonmischer, sondern auch 35 Journalisten.

Bereits um 9 Uhr startete die Veranstaltung in der Altmark Kaserne. Durch Einführungsvorträge des Leiters GÜZ, Oberst Uwe Becker und des Vertreters des Bauherren, Oberst Hagen Bräuer, vom Kompetenzzentrum Baumanagement Strausberg (KompZBauMgmt) des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) wurden die versammelten Journalisten über den aktuellen Sachstand informiert. Nach einer Sicherheitseinweisung durch einen Vertreter der Landesbauverwaltung Sachsen-Anhalt ging es dann auf die Baustelle.Was ist neu in der Altstadt?Vom Dach eines zentralen mehrgeschossigen Gebäudes bot sich allen Teilnehmern ein Rundumblick auf die Übungsstadt und insbesondere auf die Altstadt. Aus dem sich darbietenden Panorama stechen insbesondere ein Sakralbau und mehrere ein bis dreigeschossige Übungshäuser hervor. Diese sind aus Stahlbetonfertigteilen gefertigt und haben zum Teil Sattel-, Pult-, aber auch Flachdächer. Die 2015 noch im Bau befindlichen Gebäude haben sich inzwischen zu einem Stadtteil entwickelt, der mit verschiedenen Gebäudetypen und -höhen, engen verwinkelten Gassen und schmalen Straßen typische Altstadtmerkmale erkennen lassen. Dieser Teil des Bauprojektes ist zu knapp 85 Prozent fertig gestellt und soll Ende 2017 übernommen werden.nach obenDer FlughafenAm Rande des Industriegebiets befindet sich der Flughafen mit Tower, einem Flughafengebäude, einer Abfertigungs- und Wartehalle, einem Hubschrauberbedarfslandeplatz sowie einer Behelfslandebahn als „Heidelandebahn”. Diese besondere Naturlandebahn wurde ohne Beton und Schotter erstellt und hat bereits im September 2016 ihre Feuertaufe bestanden. Mit erfolgreichen Landungen und anschließenden Starts einer Transall wurde die Landebahn für tauglich befunden und kann seitdem von Transportflugzeugen der Typen C-160 Transall und C-130 Herkules genutzt werden.nach obenDie Innenstadt der AltstadtIm Innenstadtbereich der Altstadt befindet sich der „Alte Markt” mit typischen Gebäuden des täglichen Bedarfs. Ein Kaufhaus, ein Wohn-/Bankgebäude mit der Besonderheit eines Hubschrauberabsetzplatzes auf dem Dach, einem kombinierten Arzt-/Apothekengebäude, einer Post- und Polizeistation und weiterer Wohngebäude runden dieses kleine Zentrum ab. nach obenSakralbauAm Rande der Altstadt entstand ein Sakralbau. Der Begriff Sakralbau wurde verwendet, um ein besonderes Bauwerk zu beschreiben, das aufgrund seiner äußeren Erscheinung an ein Gebäude erinnert, welches zur Religionsausübung genutzt werden könnte. Doch was soll ein solches Bauwerk in einer Übungsstadt? Dieses soll einen Beitrag zur Steigerung der interkulturellen Kompetenz der übenden Truppe leisten, da Gebäude dieser Art besonderen völkerrechtlichen Schutz vor kriegerischen Handlungen genießen. Um den Betrachter zu sensibilisieren, flossen ins Gebäude verschiedene architektonische Einflüsse ein. So finden sich osmanische Elemente bei den Kuppeln der beiden Türme, Fenster mit Rundbögen, die an romanische Kirchen erinnern sowie eine Empore in Anlehnung an verschiedene Tempelbauten, die man auf der ganzen Welt vorfindet. Auf eine klassische Ost-West-Ausrichtung wurde bewusst verzichtet, da es keine bestimme Religion darstellen soll. Dass der Architekt ganze Arbeit geleistet hat, zeigte die Reaktion der Pressevertreter, die die unterschiedlichsten Assoziationen zu diesem Sakralbau hatten. nach obenKostenAktuell sind haushaltsmäßig rund 140 Millionen Euro für das Bauvorhaben anerkannt. Die ursprüngliche Kostenschätzung zu Beginn der Planung belief sich auf 100 Millionen Euro. Die Gründe für die Kostensteigerung sind vielseitiger Natur. Einerseits führten gestiegene Materialkosten und eine gut laufende Konjunktur zu einer Kostensteigerung. Auf der anderen Seite fordert der Einbau einer anfangs nicht betrachteten Simulationstechnik infrastrukturelle Vorbereitungsmaßnahmen, die ebenfalls zu einer Steigerung der Kostenbeitragen. Bei einer Baumaßnahme, die über fast zehn Jahre läuft, lässt sich eine Entwicklung von Preisen und Lohnkosten zwar kalkulieren, aber nicht hundertprozentig vorhersagen.nach obenO-Töne vom Visitor-PointDie Journalisten konnten sich am zweiten Medientag ein umfassendes Bild über den Stand der Baumaßnahmen vor Ort verschaffen. Das Heer wird der Hauptnutzer der Urbanen Übungsstadt Schnöggersburg, und so stand der Hausherr, Oberst Becker, für zahlreiche Fragen seitens der Medien zur Verfügung. „Wir brauchen Schnöggersburg für den Übungsbetrieb der Truppe”, so Becker und betonte, „jeder Euro, der für die Ausbildung unserer Soldaten ausgegeben wird, ist ein sehr gut investierter Euro. Der Auftrag des GÜZ ist eine umfassende Einsatzvorbereitung der Truppe für die Einsätze sowie die turnusmäßige Ausbildung der Truppe im Gefecht der verbundenen Waffen”. Oberst Bräuer betonte in seinem Abschlussstatement, dass er sich besonders darüber freue, dass man „im Zeitplan liegt, und dass die Bundeswehr zusammen mit der Landesbauverwaltung Sachsen-Anhalts ein solches Großprojekt stemmen kann.”nach obenAusblickDer Übungsbetrieb in Schnöggersburg soll in 2018 starten, allerdings noch ohne Simulationstechnik. Bis zur Fertigstellung des gesamten Bauprojektes in 2021 wird zurzeit parallel die Technik beschafft und eingebaut. „Die Simulationstechnik gibt es auf dem Markt, und die Bundeswehr betritt hier kein Neuland”, sagt Becker und resümiert: “Mit der Schaffung dieser komplexen und zeitgemäßen Ausbildungseinrichtung zum Üben in einem urbanem Umfeld werden bisherig existierende, zum Teil provisorische Übungseinrichtungen auf einem Truppenübungsplatz zusammengeführt und damit eine Fähigkeitslücke im Bereich Training geschlossen. Die Übungsstadt ist ein wesentlicher Baustein für die Bundeswehr, ihrem verfassungsmäßigen Auftrag nachzukommen.“nach oben

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