Wochenausblick: Hoffen auf positive Impulse von Unternehmen

By   /  October 11, 2016  /  Comments Off on Wochenausblick: Hoffen auf positive Impulse von Unternehmen

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

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10. Oktober 2016. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Das traditionell schwächste Quartal eines Aktienjahres liegt hinter uns. Der DAX schaffte in dieser Zeit bei hoher Schwankungsbreite ein kleines Plus von rund 2,4 Prozent. Die erste Oktoberwoche beendete das hiesige Aktienbarometer mit einem leichten Verlust und der DAX verabschiedete sich bei einem Stand von 10.490 Punkten ins Wochenende.
Marktbestimmend waren nach Ansicht der LBBW einmal mehr Diskussionen um die Geldpolitik der Notenbanken. “Für Verunsicherung sorgten in diesem Zusammenhang unter anderem Spekulationen über ein mögliches Zurückfahren der EZB-Anleihekäufe.” Etwas Beruhigung habe sich hingegen im Bankensektor eingestellt. “In den nächsten Wochen dürfte sich der Fokus auf die dann startende Berichtssaison für das dritte Quartal richten.” Der zuletzt starke ifo-Index deute auf positive Unternehmensnachrichten. “Damit stehen die Chancen auf eine Jahresendrallye nicht einmal schlecht”, schätzen die Analysten der Landesbank.
“Light Tapering” ein gangbarer WegDie mögliche Drosselung der Wertpapierkäufe durch die Europäische Zentralbank sieht Robert Halver von der Baader Bank im Übrigen relativ gelassen. Aufgrund der verhaltenen Wachstumsaussichten im Euroraum und politisch labiler Verfassungen einiger Staaten werde es vermutlich keine wirklich restriktive Geldpolitik geben. Denn das würde die Renditen von Staatsanleihen in die Höhe treiben, was letztendlich Länder wie Italien an den Rand der Zahlungsunfähigkeit führe. “Die Staatsschuldenkrise 2.0 wäre geboren”, nennt Halver die aus seiner Sicht möglichen Konsequenzen. Halver

Eine leichte Schwerpunktverlagerung ihrer bisherigen Geldpolitik Richtung eines “Light Tapering” hingegen würde die zusätzliche Liquidität nur im begrenzten Umfang zurückführen, was die Bond-Renditen in Maßen ansteigen ließe. Banken könnten weiterhin zu ultraniedrigen Zinsen bei der EZB Geld aufnehmen und bei Anlagen in Staatsanleihen von dann höheren Renditen profitieren. “Mit der Ertragsstabilisierung bei Banken und einer weiteren reibungslosen Schuldenrefinanzierung hätten die Hüter der Gemeinschaftswährung gleich zwei Fliegen mit einer Klatsche geschlagen.”
DAX hinkt hinterher

Mit einem Zugewinn von etwa 2 Prozent seit Jahresbeginn hat sich der deutsche Aktienindex nach Auffassung von Karen Szola wahrlich noch nicht mit Ruhm bekleckert. Ihn trennten noch etwa 15 Prozent von seinem im Vorjahr erklommenen Allzeithoch bei 12.390 Punkten. Dem gegenüber hätten sich die US-Indizes ganz passabel entwickelt. Obwohl die bisherige Jahresperformance mit etwa 6,5 Prozent beim Dow Jones Industrial, 7 Prozent beim S&P 500 und 8 Prozent beim Nasdaq 100 eher im Durchschnitt liege, seien die wichtigen US-Aktienbarometer jeweils auf neue Allzeithochs geklettert. “Nach 16 Jahren schaffte es kürzlich der Nasdaq 100, seine alte Marke bei 4.816 Punkten aus dem Jahr 2000 zu überwinden und einen neuen Rekord bei knapp 4.900 Zählern zu platzieren”, fasst die Charttechnikerin von Euro am Sonntag und Börse Online zusammen.
Abwärtsrisiken erkennbarTechnisch sieht Szola sowohl die US-Indizes als auch den DAX im Konsolidierungsmodus. “Wichtig für das deutsche Aktienbarometer ist nun ein Kursniveau über 10.300 Zähler.” Rutsche der deutsche Bluechip-Index weiter nach unten, würde der bereits überwundene Abwärtstrend, resultierend vom Allzeithoch aus 2015, wieder aktiviert. “Weitere Abgaben wären die Folge.” Dies könne den Test der darunter liegenden Haltezone um 10.200 Zähler zum Ziel haben. Gleichzeitig gerate dann die 200-Tage-Linie bei aktuell 10.020 Punkten ins Visier. “Sollte auch diese unterschritten werden, dann wird der DAX in die alte Seitwärtszone zwischen 10.000 bzw. 9.800 und 8.900 bzw. 9.000 Zählern zurückkehren.” Diese habe sich bereits Ende 2013 herausgebildet und diene immer wieder als zuverlässiges Auffangbecken. Szola

Werde der Haltebereich um 10.300 DAX-Zähler verteidigt und im nächsten Schritt der kurzfristige Abwärtstrend um etwa 10.650 Punkten, der die Bewegungshochs seit Mitte August verbindet, nach oben überwunden, sollten anziehende Notierungen in Richtung 10.800 bzw. 11.000 Zähler folgen. “Aus der Warte des trendfolgenden MACD, der gerade dabei ist ein Kaufsignal zu generieren, wird diese freundliche Variante unterstützt.” Unter dem Strich rechnet Szola mit einen schwankungsreichen Oktober. “Das Risiko einer Korrektur mit anschließender Erholung ist relativ hoch und käme nicht unerwartet.”
Börsianer sind sich unschlüssigGregor Bauer beschreibt das derzeitige Sentiment am deutschen aber auch an den internationalen Kapitalmärkten als völlige Ratlosigkeit. “Im Spannungsfeld zwischen Ängsten vor einer Zinserhöhung in den USA und Konjunktursorgen pendelt der DAX seit etwa einem Monat um die 10.400 Punkte Marke”, fasst der unabhängige technische Analyst zusammen. Nach oben verhindere nach wie vor der massive Widerstand um 10.800 Punkte einen Ausbruch. Seit August sei auf diesem Niveau immer wieder verkauft worden und Bauer rechnet damit, dass dies bei einem abermaligen Aufstieg in diese Region innerhalb der kommenden Wochen nicht anders sein wird. Bauer

“Die Stimmung der mittel- bis langfristigen Investoren ist tendenziell verhalten.” Kaufkurse beim DAX hätten Anleger in diesem Jahr in den Bereichen um 10.200 Punkte, gefolgt von 9.800 Punkte und zwischen 9.400 und 9.200 Punkten ausgemacht. “Auf die aktuelle Woche bezogen wird der Index wohl zwischen etwa 10.200 und 10.800 Punkten schwanken”, prognostiziert Bauer.
Wichtige Konjunktur- und WirtschaftsdatenMittwoch, 12. Oktober

20.00 Uhr. USA: Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls der Federal Reserve September. Die Protokolle zum letzten Zinsentscheid der amerikanischen Notenbank werden laut HSBC verdeutlichen, wie gespalten das Lager der US-Währungshüter derzeit ist. Während drei stimmberechtigte Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses zuletzt für eine unmittelbare Anhebung der US-Leitzinsen votiert hätten, sähen drei andere Notenbankmitglieder gegenwärtig keine Notwendigkeit für eine Zinserhöhung noch in diesem Jahr. In ihrem Statement habe die Federal Reserve dann festgehalten, dass sich das Komitee insgesamt bestärkt darin sehe, den Zinssatz zu erhöhen. Vorerst warte man aber noch auf weitere Anzeichen einer Näherung der US-Konjunktur an die gesetzten Ziele. Genau diese Hinweise seien zuletzt alles andere als eindeutig ausgefallen.
Freitag, 14. Oktober

18.00 Uhr. USA: Rede von Notenbankpräsidentin Janet Yellen. Die Ansprache Yellens am kommenden Freitag dürfte der HSBC zufolge einmal mehr intensiv nach Hinweisen zur Einschätzung der Notenbank zur US-Konjunktur und damit zur weiteren Zinsstrategie abgeklopft werden. Ob sich die Notenbankchefin bereits jetzt wirklich in die Karten schauen lasse, bleibe abzuwarten.
Die in der vergangenen Woche veröffentlichten US-Arbeitsmarktzahlen fielen nach Ansicht der DekaBank zwar auf den zweiten Blick ganz ordentlich aus. Um eine Leitzinserhöhung aus Sicht der Zentralbank bereits zum Novembertermin zu rechtfertigen, seien sie indes nicht ausreichend stark. Die DekaBank-Analysten erwarten weiterhin, dass die zweite Leitzinserhöhung erst beim Zinsentscheid im Dezember erfolgen wird.
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Von: Iris Merker
10. Oktober 2016, © Deutsche Börse AG

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