Der Bataillonsgefechtsstand: Die Schaltzentrale für den Angriff

By   /  October 12, 2016  /  Comments Off on Der Bataillonsgefechtsstand: Die Schaltzentrale für den Angriff

    Print       Email

MIL OSI – Source: Bundesministerium Der Verteidigung –

Headline: Der Bataillonsgefechtsstand: Die Schaltzentrale für den Angriff

Bergen, Niedersachsen, 12.10.2016.Gut getarnt und dem Gelände angepasst ist er mit flüchtigen Blicken kaum auszumachen. Lediglich die meterhohen Antennen, die in den Himmel ragen, verraten ihn. Im Gefechtsstand einen Kampftruppenbataillons laufen alle Meldungen zusammen. Hier werden Informationen verarbeitet und Entscheidungen getroffen. Er ist die Schaltzentrale des Gefechts.

Diese Station wurde speziell für die Ausbildung der Heeresoffiziere konzipiert. Sie zeigt, wie der Gefechtsstand eines Bataillons real aussieht, welche Komponenten er in sich vereint und wie diese als Zahnräder optimal ineinandergreifen.„Begleitend zu den theoretischen Inhalten der Ausbildung vermitteln wir den jungen Offizieren die realen Arbeitsabläufe und Grundsätze der taktischen Gefechtsführung“, erklärt Hauptmann Maximilian Siedschlag. Der Stabsoffizier des Panzergrenadierbataillons 33 führt in Abwesenheit des Kommandeurs den Gefechtsstand. Dieser vereint drei Elemente: die bewegliche Befehlsstelle des Kommandeurs, den Haupt- und den Unterstützungsgefechtsstand. Die bewegliche Befehlsstelle des Bataillonskommandeurs auf dem Weg zum Hauptgefechtsstand. (Quelle: Bundeswehr/Bähr)Größere Abbildung anzeigennach obenDie bewegliche Befehlsstelle: Führen von vornEine kurze Lageeinweisung zu Beginn bringt die jungen Offiziere gedanklich in das laufende Gefecht. Der Kommandeur des Panzergrenadierbataillons 33 befindet sich mit seinem Schützenpanzer Puma direkt im Zentrum des Geschehens – dem Schwerpunkt des Angriffs. Im Panzer – der beweglichen Befehlsstelle – kann er ständig auf alle aktuellen Informationen zurückgreifen. Damit ist es dem Kommandeur möglich, mobil und jederzeit seine eingesetzten Kräfte direkt – also von vorn zu führen.Doch im Hintergrund läuft noch einiges mehr ab. Viele Faktoren – manche unvorhersehbar – beeinflussen den Gefechtsverlauf: „Lagemeldungen, Meldungen von Verwundeten und daraus resultierend das Anfordern von Sanitätshubschraubern, Kraftstoff und Munition für die Gefechtsfahrzeuge sowie Feindmeldungen sind nur eine Auswahl an Informationen, die hier im Hauptgefechtsstand zusammenlaufen“, sagt der Stabsoffizier. Zusammentragen von Informationen: Hauptmann Maximilian Siedschlag im Gespräch mit dem Berater der Artillerietruppe. (Quelle: Bundeswehr/Bähr)Größere Abbildung anzeigennach obenDer Hauptgefechtsstand: Starke Basis für die BataillonsführungAlle Informationen der beteiligten Truppenteile wie auch der vorgesetzten Kommandobehörden fließen im Hauptgefechtsstand zusammen. Er ist quasi die Schaltzentrale des Bataillons: Hier werden die Informationen verarbeitet, ausgewertet und aufbereitet, die für die Beurteilung der Lage durch den Kommandeur bedeutend sind.Bindeglied zwischen dem Gefechtsstand und den Einsatz-,Führungs- und Kampfunterstützern sind die sogenannten Zellen. Sie sind direkt oder in unmittelbarer Nähe an den Hauptgefechtsstand gekoppelt. Die Soldaten in diesen Zellen sind in jeder Phase des Führungsprozesses wichtige Fachberater des Kommandeurs. Dazu gehören – um nur einige zu nennen – Spezialisten der Sanität, der Kampf- und Führungsunterstützungstruppe, der Logistik, der Pioniere oder der Artillerie. Sie arbeiten dem Kommandeur direkt zu und bieten ihre Fähigkeiten lagegerecht an. Auch die speziellen Forderungen des Kommandeurs setzen sie um und tragen mit ihrer jeweiligen Fachexpertise zu dessen Entscheidungsfindung bei. nach obenDie Lagekarte: Digital am Puls der Zeit und doch aus PapierWichtiges Hilfsmittel für die Führungsfähigkeit des Gefechtsstands ist das auf Datenfunk basierende Führungsinformationssystem Heer. Es vernetzt alle, die am Gefecht beteiligt sind – Fahrzeuge, deren Besatzungen und die Bataillonsführung. An Flatscreens, Laptops oder Whiteboards werden unter Zugriff auf umfangreiche Datenbanken die Lageentwicklungen digital dokumentiert und dargestellt. Ein System mit enormer Zeitersparnis. Sie schafft oft den entscheidenden Vorsprung im Gefecht. „Und doch führen wir trotzdem alle brisanten Informationen auf klassischen Lagekarten oder handschriftlichen Meldungen. So haben wir die Möglichkeit, in jeder denkbaren Situation einen Lageabgleich – sozusagen ein Backup – durchzuführen. Das erhält uns stets die Fähigkeit zur Bataillonsführung“, erklärt Hauptmann Siedschlag. Kern der Station „Bataillonsgefechtsstand“ war es, plakativ zu zeigen, wie ein solcher funktioniert. „Dazu gehörte auch, einerseits das Vertrauen auf moderne Führungsmittel zu stärken und andererseits bewährte Verfahren weiterhin anzuwenden“, resümiert der Hauptmann. nach oben

    Print       Email

You might also like...

Das erste BMW 2er Gran Coupé: finale Erprobungsphase in außergewöhnlichem Design.

Read More →