Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Oktober 2016

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MIL OSI – Source: Bundesministerium fur Wirtschaft und Energie –

Headline: Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Oktober 2016

Pressemitteilung

12.10.2016

© iStockphoto.com/ blackred

Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft ist solide. [1] Das Wachstumstempo drfte aber im zweiten Halbjahr etwas langsamer ausfallen als im starken ersten Halbjahr. Das weltwirtschaftliche Umfeld ist zu Beginn des zweiten Halbjahres von Unwgbarkeiten geprgt. Nach der Brexit-Entscheidung ist der Verlauf des Austrittsprozesses und die Ausgestaltung der wirtschaftlichen Beziehungen zum Vereinigten Knigreich nach wie vor ungewiss. Ein wirtschaftlicher Schock fr die deutsche Wirtschaft zeichnet sich dadurch aus heutiger Sicht aber nicht ab. Aktuell erschweren Ferientageeffekte eine Interpretation der nationalen Konjunkturindikatoren fr die Sommermonate. [2] Es liegt daher nahe, die Berichtsmonate Juli und August zusammen zu betrachten. Die Industrieproduktion war in diesem Zeitraum geringfgig niedriger als im bereits schwachen zweiten Quartal. Die Auftragslage hellte sich aber etwas auf. Die Ausfuhren von Waren blieben jedoch trotz der guten Ergebnisse im August ebenfalls leicht gedmpft. Die Stimmung der Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe hat sich gemessen am ifo-Konjunkturtest nach der Eintrbung im Vormonat aber wieder aufgehellt. Die Grundkonstitution des Baugewerbes bleibt gesund. Die berraschend verhaltene Entwicklung am Arbeitsmarkt zu Beginn des zweiten Halbjahres deutet jedoch auf eine langsamere Gangart im Dienstleistungsbereich hin. Alles in allem drften die Impulse im zweiten Halbjahr weniger ausgeprgt ausfallen. Die binnenwirtschaftlichen Auftriebskrfte bleiben aber intakt.Vor allem das auenwirtschaftliche Umfeld bleibt schwierig und das globale Wachstum zgerlich. Gemessen an der Industrieproduktion ist die Weltwirtschaft nach einer Belebung im zweiten Quartal schwach in das dritte Quartal gestartet. Im laufenden Jahr bewegte sich die industrielle Aktivitt in den Industrielndern bislang allenfalls seitwrts, whrend Impulse vor allem von den Schwellenlndern Asiens ausgingen. Insgesamt drfte das diesjhrige Wachstum der Weltwirtschaft etwas geringer ausfallen als im vergangenen Jahr. Der Internationale Whrungsfonds geht gem seiner Prognose vom Oktober von einem Anstieg des globalen BIP von 3,1% in diesem und von 3,4 % im Folgejahr aus. In den Vereinigten Staaten hat die Konjunktur im zweiten Quartal leicht angezogen. In Japan fiel das Wachstumstempo nach einer Beschleunigung im ersten Quartal jedoch wieder zurck. Auch im Eurogebiet verlangsamte sich das Wachstum im zweiten Quartal leicht. Die Wirtschaft im Vereinigten Knigreich scheint sich weiter relativ robust zu entwickeln. In den Schwellenlndern bleibt die konjunkturelle Lage heterogen. Fr die rohstoffproduzierenden Schwellenlnder zeichnet sich Licht am Ende des Tunnels ab. In den Schwellenlndern Asiens bleibt das Wachstum hoch, auch wenn das Expansionstempo abnimmt. Die Abwrtsrisiken im auenwirtschaftlichen Umfeld bleiben angesichts vielfltiger Risiken erhht.Vor diesem Hintergrund sind die Warenausfuhren in jeweiligen Preisen saisonbereinigt im August um 5,4 % im Vergleich zum Vormonat deutlich gestiegen. In den Monaten Juli/August blieben sie aber geringfgig schwcher als im zweiten Quartal. Die Wareneinfuhren nahmen im August um 3,0 % gegenber dem Vormonat zu und zeigen sich auch in den Monaten Juli/August insgesamt strker als im zweiten Quartal. Im August ergab sich ein positiver Saldo des Warenhandels in Hhe von 22,2 Mrd. Euro. Der Leistungsbilanzsaldo beziffert sich nach vorlufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank auf 17,9 Mrd. Euro und damit 3,4 Mrd. Euro mehr als im August des Vorjahres. Insgesamt deuten die Wachstumserwartungen fr die wichtigsten Handelspartner auf ein nur moderates Wachstum der deutschen Exportmglichkeiten hin. Allerdings haben sich die Bestellungen aus dem Ausland nach einem Rckgang im zweiten Quartal etwas erholt.Die Produktion im Produzierenden Gewerbe hat sich im Jahresverlauf bisher nur verhalten entwickelt. Im August konnte die Industrieproduktion zwar krftig um 3,3 % ausgeweitet werden, insbesondere im Bereich der Investitionsgter. Dies war die erwartete Gegenreaktion auf den schwachen Juli, der berdurchschnittlich stark durch die diesjhrige Lage der Werksferien belastet war. Im Durchschnitt der Monate Juli und August lagen sowohl die Industrieproduktion als auch die Umstze dennoch leicht unter dem Niveau des zweiten Quartals. Gleichwohl gibt es Signale einer allmhlichen Belebung der Industriekonjunktur. So zogen die Auftragseingnge zuletzt etwas an und auch die Stimmung in den Unternehmen hat sich aufgehellt. Die ifo Geschftserwartungen fr das Verarbeitende Gewerbe kletterten im September auf den hchsten Stand seit eineinhalb Jahren. Die Bauproduktion fiel im August etwas schwcher aus als im Vormonat, drfte sich aber angesichts der anhaltend positiven Rahmenbedingungen und der krftigen Entwicklung der Auftragseingnge und Baugenehmigungen weiter dynamisch entwickeln.Der private Konsum bleibt wichtige Sttze der Konjunktur. Gem der aktuellen Herbstprojektion der Bundesregierung werden die privaten Konsumausgaben in diesem Jahr preisbereinigt um 1,7% zunehmen und damit erneut einen wesentlichen Beitrag zu wirtschaftlichen Entwicklung leisten. Die Umstze im Einzelhandel sind im August allerdings etwas schwcher ausgefallen als im Vormonat und auch der Kfz-Handel hat etwas an Dynamik verloren. Das Geschftsklima im Einzelhandel hat sich im September aber wieder sprbar erholt. Die beruhigende Situation am Arbeitsmarkt, der nach wie vor geringe Preisauftrieb, und die gute Einkommensentwicklung – nicht zuletzt auch aufgrund der Rentenanpassungen im Juli – sorgen fr eine anhaltend hohe Kauflaune der Verbraucher.Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter positiv, die Entwicklung war aber zuletzt uneinheitlich. Die Erwerbsttigkeit stieg im August auf 43,7Mio. Personen. Dies bedeutet eine Zunahme um 1,2% gegenber dem Vorjahr. Der Aufbau bei der sozialversicherungspflichtigen Beschftigung war am aktuellen Rand aber unterbrochen. Die registrierte Arbeitslosigkeit sank im September nach der Sommerpause wieder auf 2,61Mio. Personen, saisonbereinigt blieb sie nahezu unverndert. Die Unterbeschftigung, die auch Teilnehmer an arbeitsmarktpolitischen Manahmen erfasst, steigt seit einigen Monaten leicht an. Im weiteren Jahresverlauf drfte sich der Rckgang der registrierten Arbeitslosigkeit mit zunehmendem Zugang von Flchtlingen zum Arbeitsmarkt abschwchen. Die Nachfrage nach Arbeitskrften befindet sich weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Vom Arbeitsmarkt gehen daher weiterhin positive Impulse auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung aus.———————————-Hinweis:Eine ausfhrliche Darstellung und Kommentierung der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung wird in der November-Ausgabe des Monatsberichts “Schlaglichter der Wirtschaftspolitik” verffentlicht. Diese Ausgabe wird voraussichtlich in der 44. Kalenderwoche auf der Internetseite des Bundesministeriums fr Wirtschaft und Energie zu finden sein.———————————-[1] In diesem Bericht werden Daten verwendet, die bis zum 11. Oktober 2016 vorlagen.[2] Soweit nicht anders vermerkt, handelt es sich um Vernderungsraten gegenber der jeweiligen Vorperiode auf Basis preisbereinigter sowie nach dem Verfahren Census X-12-ARIMA kalender- und saisonbereinigter Daten.

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