Mein Beruf: Rettungsassistentin bei der Bundeswehr

By   /  October 12, 2016  /  Comments Off on Mein Beruf: Rettungsassistentin bei der Bundeswehr

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MIL OSI – Source: Bundesministerium Der Verteidigung –

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Kümmersbruck, 12.10.2016.Je hektischer die Lage, desto ruhiger ist Oberfeldwebel Natalie Lotter. Nach einer zivilen Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten kommt die 26-Jährige zur Bundeswehr und ist mittlerweile Rettungsassistentin und Kommandantin eines Beweglichen Arzttrupps im oberpfälzischen Kümmersbruck.

Nichts für schwache Nerven: Natalie Lotter kümmert sich als Rettungsassistentin um die Erstversorgung verletzter Kameraden. (Quelle: Bundeswehr/Weber)Größere Abbildung anzeigenEs ist nichts für schwache Nerven, bei Regen und Matsch in einem 36 Tonnen schweren Koloss einen steilen Hang hinunterzufahren. Erst recht nicht, wenn man sich mit dem acht Meter langen und drei Meter breiten gepanzerten Fahrzeug den Weg durch unwegiges Gelände zu schwerverletzten Kameraden bahnen muss, die dringend medizinische Hilfe benötigen. Ein Wettlauf gegen die Zeit.Den ersten Gang einlegen, bloß nicht bremsen, locker bleiben. Mit einem normalen Krankenwagen kann man den Sanitäts-Boxer von Natalie Lotter nicht vergleichen. Durch die Heckluke werden Verletzte und Verwundete in die Kabine des 720-PS-Panzers verladen. Kugelsichere Stahlwände bieten dabei Schutz für Patient und Rettungsteam. Die Umgebung wird über Winkelspiegel und Monitore beobachtet.nach obenImmer Ruhe bewahren„Der Boxer ist nicht leicht zu fahren. Es macht aber unglaublich Spaß, mit ihm durch das Gelände zu kurven”, sagt die 26-Jährige. Zum Beispiel auf dem Truppenübungsplatz in Grafenwöhr in Bayern. Dort wird scharf geschossen und mit Panzerhaubitzen trainiert. Immer mit dabei: Die Rettungsteams in Uniform. Denn bei einer Schusswunde oder einer Schrapnellverletzung muss es sehr schnell gehen. Die größte Gefahr: Das Verbluten.Sanitätskräfte wie Natalie Lotter sind speziell für solche Situationen ausgebildet. Wo ist die Eintritts-, wo die Austrittswunde? Ist eine Arterie oder ein Organ verletzt? Ein Druckverband muss angelegt, schmerzstillende Medikamente und eine Infusion verabreicht werden. Wenn die Lunge getroffen ist, wird noch ein luftdichtes Pflaster aufgeklebt. „Ein solcher Patient muss so schnell wie möglich auf den OP-Tisch”, sagt die Soldatin. „Aber wenn man bei der Erstversorgung nicht ruhig bleibt, macht man Fehler.”Natalie Lotters Ruhe war schon immer ihre Stärke. Als sie nach der Realschule eine Ausbildung zur medizinisch-technischen Assistentin machte, war sie unterfordert. „Der immer gleiche Trott war nichts für mich”, sagt Lotter. „Zu meinem Glück ist ein Stabsarzt der Reserve als Vertretung in meiner Berufsschule eingesprungen.” Was der Vertretungslehrer aus seinem Beruf und seinen Einsätzen erzählte, weckte sofort Lotters Interesse. „Mich hat die Abwechslung begeistert – dass nicht jeder Tag wie der andere ist.”nach obenKein Tag ist wie der andereLotter schlug die Feldwebellaufbahn ein und ließ sich zur Rettungsassistentin fortbilden – der Führerschein für den Sanitäts-Boxer war inklusive. „Als ich das erste Mal ohne Fahrlehrer fuhr, hatte ich ganz schön Herzklopfen”, sagt Lotter. „Inzwischen mache ich nichts lieber, als mit dem Boxer zu fahren.” Sie würde sich jederzeit auch außerhalb Deutschlands in ihren gepanzerten Rettungswagen setzen. „Ein Auslandseinsatz ist eine wichtige Erfahrung, wenn man bei Bundeswehr ist”, sagt sie.Es sind nicht allein die Ideale und die Abwechslung, die Lotter an der Bundeswehr schätzt. Sie verdient deutlich mehr als ein ziviler Notfallsanitäter und muss ihr Leben nicht dem Schicht- und Wochenenddienst unterwerfen. „Noch entscheidender ist für mich aber der Zusammenhalt und der kollegiale Umgang miteinander.” Sich gegenseitig zu helfen sei eine Selbstverständlichkeit im Sanitätsdienst. „Es nimmt viel Druck heraus, dass es kein Konkurrenzdenken am Arbeitsplatz gibt”, sagt sie. Natalie Lotter hat noch sieben Jahre als Zeitsoldatin vor sich – bereits jetzt möchte sie aber am liebsten Berufssoldatin werden. nach obenIhr WegBeruflicher Werdegang2009Eintritt in die Bundeswehr2010Grundlagen EAKK Lehrgang (Einsatzvorbereitende Ausbildung zur Konfliktverhütung und Krisenbewältigung), Feldwebellehrgang, LKW-Führerschein der Klasse CEOktober 2010 bis September 2012Zivile Aus- und Weiterbildung zur Rettungsassistentin2013Lehrgang Einsatzrettungsassistent, Fluthilfe Bayern (Einsatzmedaille „Fluthilfe 2013”), Übungen2014Englischlehrgangseit 2014diverse Fortbildungennach oben

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