CrossFit statt Couch: Mit 55 fit wie ein Turnschuh

By   /  October 13, 2016  /  Comments Off on CrossFit statt Couch: Mit 55 fit wie ein Turnschuh

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MIL OSI – Source: Bundesministerium Der Verteidigung –

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Veitshöchheim, 12.10.2016.Stabsfeldwebel Detlef Martach ist 55 Jahre alt und eigentlich schon pensioniert. Das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr bot dem Kompaniefeldwebel des Sanitätsversorgungszentrums Veitshöchheim an, seine aktive Dienstzeit, um zwei Jahre zu verlängern. Für den Familienvater einer 25-jährigen Tochter und eines zehnjährigen Sohnes eine leichte Entscheidung: „Zum einen macht mir die Arbeit hier Spaß, und zum anderen sind zwei Jahre länger volles Gehalt auch nicht schlecht“. Außerhalb des Büros bezeichnet sich Martach als „Adrenalin-Junkie“.

„Ich brauche immer ein Ziel, und ich brauche Wettkämpfe“. Von Kindesbeinen an suchte er den sportlichen Vergleich. Erst im Karate, danach im American Football. „In meiner Kindheit waren in Veitshöchheim noch viele US-amerikanische Soldaten stationiert und machten die Sportart in unserer Region populär“. Martach war von dem vielseitigen Sport begeistert und betrieb diesen bis er 39 war. „Mit Kempten spielte ich sogar in der ersten Liga“, fügte Martach stolz hinzu. Ein Bandscheibenvorfall, lädierte Knie und ein vom Sport überstrapazierten Körper zwangen den Soldaten jedoch zur Ruhe.nach obenIn ein Loch gefallen„Damals bin ich in ein tiefes Loch gefallen. Ich war depressiv und tat mir schwer die Tatsache zu akzeptieren, nie wieder diesen Sport ausüben zu können“. In der Zeit kam es auch zur Trennung von seiner Frau. „Die Versetzung nach Neapel in eine integrierte Verwendung half mir dann den nötigen Abstand zu finden“. Martach kämpfte sich aus dem emotionalen Tief. „Bei einem Heimaturlaub lernte ich meine jetzige Frau kennen“. Mittlerweile körperlich wieder genesen, wagte er nicht nur Sprung in eine neue Ehe, sondern wurde mit 46 noch einmal Vater. „Ich liebe Herausforderungen“, scherzt der 55-jährige. Ein Bericht in einer Bundeswehrzeitung veränderte dann noch einmal sein Leben. „Ich las einen Artikel über einen Sportoffizier, der in Berlin CrossFit anbot, und war sofort Feuer und Flamme.“ Die fordernde Trainingsmethode ist ein umfassendes Kraft- und Konditionstraining. Die funktionellen Übungen werden permanent variiert und mit hoher Intensität durchgeführt. CrossFit ist aber auch ein Wettkampfsport. Ganz nach dem Geschmack von Martach. Erst einmal trainierte er nur mit Hilfe von Youtube-Videos. 2014 eröffnete dann eine CrossFit-Einrichtung in Würzburg. „Seitdem ist CrossFit mein Leben“. Vier bis fünfmal die Woche geht Martach in die „Box“ wie er sie umgangssprachlich nennt. „Wenn du wissen willst, warum mich der Sport so begeistert, musst du ihn erleben“. nach obenDie Selbsterfahrung des Autors in der BoxDie große Industriehalle ist erst einmal beeindruckend und trotz ihrer Größe nicht unpersönlich. Piet, der Chef der Box, begrüßt uns freundlich. Schnell wird klar, in der Halle bis du Teil der CrossFit-Familie. Schon nach kurzer Zeit habe ich das Gefühl, Teil der Gemeinschaft zu sein. Nur als ich auf eine Art Schultafel mit den verschiedenen Übungen blicke, bin ich überfordert. Englischsprachige Bezeichnungen wie, „deadlifts“, „power cleans“, „push ups“ und „reps“ stehen auf der grünen Tafel. Doch dank der Trainerin und meines Partners lichtet sich der Nebel, auch weil zum Nachdenken nicht wirklich viel Zeit bleibt. Es ist wie ein Duell mit anderen Sportlern. Man hört nicht auf, weil keiner aufhört. Das ist das Prinzip: gemeinsam den inneren Schweinehund besiegen und die Komfortzone verlassen. Das klappt hier gut und schon nach kurzer Zeit brennen die Muskeln, deren Auswirkungen ich noch drei Tage später spüre. Am Ende des Trainings klatschen sich die Teilnehmer des Kurses ab. Eine ehrliche Anerkennung eines jeden Teilnehmers für die Leistung des anderen und dafür, das Training durchgehalten zu haben. Trotz der Quälerei reifte am Ende in mir die Erkenntnis, dass die Faszination CrossFit auch mich angesteckt hat.nach obenNeuer Wind für den DienstsportMit seiner Leidenschaft für den Sport hat er mittlerweile auch das Personal des Sanitätsversorgungszentrum Veitshöchheims angesteckt. Immer mittwochs bringt Martach, in einem eigens eingerichteten Fitnessraum die Frauen und Männer der Sanitätseinrichtung zum Schwitzen. Auch die Leiterin, Oberfeldarzt Dr. Angela Fotr-Thomas, stellt sich dem fordernden Training und ist dankbar für den neuen Schwung, den Martach in den Dienstsport gebracht hat. nach obenRückkehr auf die WettkampfbühneSeit 2015 stellt sich der 55-Jährige, also rund 15 Jahren nach seinem Ausstieg aus dem Leistungssport, wieder nationalen und internationalen Wettkämpfen. Bei dem Military Fitness Cup 2016 in Warendorf erreichte Martach als ältester Teilnehmer mit seinem Team einen respektablen zweiten Platz. Auch im CrossFit hat er mittlerweile schon Podiumsplatzierungen vorzuweisen. „Ich genieße die Atmosphäre, die Anspannung vor und während der sportlichen Vergleiche.“ Die Sucht nach dem Adrenalin-Kick hat ihn wieder fest im Griff. Angst, seinen Körper zu überfordern, hat Martach nicht, auch wenn er zugibt sportsüchtig zu sein. „Ich fühle mich dank CrossFit besser denn je, der Sport ist Teil meines Lebens.“ nach oben

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