Marktstimmung: “Neues Vertrauen”

By   /  October 13, 2016  /  Comments Off on Marktstimmung: “Neues Vertrauen”

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

Headline: Marktstimmung: "Neues Vertrauen"

Zusammenfassung


Tatsächlich hat sich das Handelsgeschehen seit Beginn des Monats in ausgesprochen ruhigen Bahnen und in einer Bandbreite von nicht einmal 250 Zählern abgespielt. Obwohl es – kurstechnisch betrachtet – damit wenig günstige Kaufgelegenheiten gab, hat sich zumindest die Stimmung unter den institutionellen Marktteilnehmern wieder etwas verbessert. Nach wie vor scheinen die Folgen eines möglicherweise harten Brexits, eines radikalen, schnellen Austritts Großbritanniens aus der EU, hiesige Börsianer nicht sonderlich zu beunruhigen. Möglicherweise sind diese Folgen aber auch schlichtweg zu komplex und viel zu schwer absehbar, als dass sie größere Bedenken oder gar Ängste auslösen könnten.12. Oktober 2016. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Eigentlich gehört der Monat Oktober zu den aufregenderen eines Börsenjahres, aber davon ist bislang nur wenig zu spüren. Tatsächlich hat sich der DAX seit Monatsanfang gerade einmal in einer Bandbreite von etwas mehr als 2 Prozent bewegt. Und auch im Wochenvergleich können wir einen Zuwachs von lediglich 0,4 Prozent feststellen – erwartungsgemäß hat sich das Börsenbarometer in eine Seitwärtsentwicklung begeben. Und so erscheint es kaum verwunderlich, dass sich die Stimmung unter den mittelfristig orientierten Akteuren nicht dramatisch verändert hat. Immerhin hat sich der Optimismus, gemessen am Börse Frankfurt Sentiment-Index, um 6 auf einen Stand von +19 Punkten befestigt. Denn das Bärenlager hat sich etwas verkleinert, doch sind nur etwa die Hälfte aller Abwanderer zu den Bullen gegangen, während die andere Hälfte sich den neutral gestimmten Investoren angeschlossen hat. Mit anderen Worten: Die derzeitige Konsolidierung scheint die Marktteilnehmer zunehmend in Sicherheit zu wiegen. Dabei gäbe es doch genügend Argumente für eine größere Bewegung. Damit meinen wir nicht, dass der britische Aktienindex FTSE 100 gestern ein neues Allzeithoch erreicht hat, was manchem einen Grund zum Feiern beschert haben mag. Aber von diesem Aufwärtstrend haben nur diejenigen Europäer profitiert, die sich frühzeitig gegen einen fallenden Kurs des britischen Pfundes abgesichert hatten.
Brexit-Risiken werden ausgeblendet
Überraschend ist vielmehr, dass ein immer wahrscheinlicher werdender radikaler Austritt Großbritanniens aus der EU, ein sogenannter “hard Brexit”, die Börsianer hierzulande kalt zu lassen scheint. Während der zuletzt massive Wertverlust des britischen Pfundes vor allem den Kommentatoren aus dem anglo-amerikanischen Raum ziemlich große Sorgen bereitet, bleibt man hierzulande vergleichsweise gelassen. Vielleicht konzentrieren sich die Akteure lieber auf den möglichen Ausgang der Präsidentschaftswahlen in den USA, wo den jüngsten Umfragen zufolge Donald Trump gegenüber der Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton in deutlichen Rückstand geraten ist – für Börsianer tendenziell ein Unsicherheitsfaktor weniger.
Auch die Privatanleger sehen‘s gelassen. In diesem Panel hat sich der Börse Frankfurt Sentiment-Index gegenüber der Vorwoche um einen Punkt auf nunmehr +31 befestigt. Damit hat sich zwar der Vorsprung der privaten gegenüber ihren institutionellen Pendants etwas verringert, aber der Anteil der optimistischen Anleger ist mit 56 Prozent aller Befragten vom Jahreshoch, das bei 63 Prozent lag, nicht mehr allzu weit entfernt.
Umfrage bei Twitter und Facebook

Höher: 53% (-9)Tiefer: 45% (+14)Neutral: 2% (-6)

Nach der Marktbereinigung in der Vorwoche baut sich bei den institutionellen Anlegern also langsam wieder eine Vertrauensbasis zum DAX auf. Dabei sind die neuen Optimisten wahrscheinlich nicht aufgrund größerer Positionierungen zu den Bullen übergelaufen; ihr Verhalten dürfte vielmehr als das Resultat kleinerer Adjustierungen bei den Engagements gelten. Gemessen am Halbjahresmittelwert des Börse Frankfurt Sentiment-Index von +14 sind die bullishen Engagements in der relativen Betrachtung als Ausdruck eines moderaten Optimismus zu begreifen. Und auch wenn die Privatanleger deutlich positiver eingestellt sind, bleiben die Chancen für einen ausgeprägten DAX-Trend ohne den Einfluss frischer langfristiger Kapitalströme begrenzt. Viel spricht dafür, dass der DAX seine derzeitige Konsolidierung zwischen etwa 10.200 und 10.800 Zählern auch in den kommenden Tagen fortsetzen wird.
Börse Frankfurt Sentiment-Index
Institutionelle Anleger

BullishBearishNeutralTotal50%31%19%ggü. letzter Erhebung+2%-4%+2%DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 10.590 (+40 Punkte) Börse Frankfurt Sentiment-Index Institutionelle Anleger: +19 Punkte (Stand Vorwoche: +13 Punkte)

DAX-Entwicklung im betrachteten Zeitraum
Private Anleger

BullishBearishNeutralTotal56%25%19%ggü. letzter Erhebung+0%-1%+1% DAX (Veränderung zu vergangener Woche): 10.590 (+40 Punkte) Börse Frankfurt Sentiment-Index Private Anleger: +31 Punkte (Stand Vorwoche: +30 Punkte)

von: Joachim Goldberg
12. Oktober 2016, © Goldberg & Goldberg für boerse-frankfurt.deÜber den Börse Frankfurt Sentiment-IndexDer Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.
Über den Börse Frankfurt Sentiment-IndexDer Börse Frankfurt Sentiment-Index bewegt sich zwischen -100 (totaler Pessimismus) und +100 (totaler Optimismus), der Übergang von positiven in negative Werte markiert die neutrale Linie. Die Werte des früheren Cognitrend Bull/Bear-Index sind auf die neue Skalierung umgerechnet worden.

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