Von Karrierefrauen und Powermännern

By   /  October 13, 2016  /  Comments Off on Von Karrierefrauen und Powermännern

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MIL OSI – Source: Bundestag – BÜNDNIS DIE GRÜNEN BUNDESPARTEI –

Headline: Von Karrierefrauen und Powermännern

Grüne Frauenpolitik hat in den letzten 30 Jahren viel erreicht. Doch der Kampf für gleiche Rechte muss weiter gehen, darüber waren sich die über 200 Frauen auf der grünen Bundesfrauenkonferenz einig. Mit prominenten Referentinnen aus Medien, Kultur, Politik und Musikindustrie hat die Konferenz gezeigt, wie bunt und vielfältig Feminismus ist.
12.10.2016

“Sie haben ein Kabinett aufgestellt, das eine gerechte Geschlechter-Verteilung aufweist. Warum war Ihnen das so wichtig?” wurde Kanadas neuer Premierminister Justin Trudeau bei seinem Amtsantritt im November 2015 gefragt. Seine einfache wie klare Antwort: “Weil es 2015 ist.” Die diesjährige Frauenkonferenz stand daher unter dem Motto “Because it’s 2016!” und wurde von Gesine Agena mit den Worten eröffnet: “Danke, grüne Frauenquote! Ohne Dich wäre die Partei nicht so bunt und vielfältig wie sie heute ist.“.
Über zwei Tage wurde in Hannover über die Rolle der Frau in der Gesellschaft referiert und in den einzelnen Workshops diskutiert. In ihrer Eröffnungsrede sprach Gesine Agena von der Vorbildfunktion des Frauenstatuts und der Doppelspitze – und war sich sicher: Ohne das Frauenstatut würde sie hier nicht stehen. Die Landesvorsitzende der GRÜNEN aus Niedersachsen, Meta Janssen-Kucz, hatte sich extra von Borkum auf den Weg gemacht, um im Grußwort ihr Motto für den Abend auszugeben: “Wir haben mit vielen starken Frauen viel erreicht und noch mehr vor!“
Die Politikwissenschaftlerin und ehemalige Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin Gesine Schwan ging in ihrer Laudatio auf ihren Lebensweg und damit verunden ihre Einstellung zum Feminismus und der Emanzipation der Frau ein. Sie sprach über die Rollenverteilung von Mann und Frau – besonders in der Arbeitswelt sei hier noch viel zu tun. Laut Schwan dürfe die Rollenverteilung nicht einseitig gestaltet werden. Die Kindererziehung dürfe zum Beispiel nicht nur den Müttern zugeordnet werden. Männer könnten das auch. Autorin Magarete Stokowski pflichtete ihr bei: “Dass wir das Wort Karrierefrau noch verwenden, zeigt, dass die Debatte noch nicht am Ende ist. Oder hat schon mal jemand Powermann gesagt?“
Simone Peter forderte in ihrer Rede, das Ehegattensplitting abzuschaffen, da es falsche Anreize setze und Frauen oftmals davon abhalte, sich eine eigenständige Existenzsicherung aufzubauen. Auch brauche es in der Wirtschaft eine echte Frauenquote, die nicht nur für große Unternehmen gelte, forderte sie. Für Claudia Roth ist die Frauenquote der größte gesellschaftspolitische Erfolg der GRÜNEN und sei nach wie vor notwendig, denn: „Die Jungs geben freiwillig nichts ab.“ war sie sich sicher.
Dass die Gleichberechtigung der Geschlechter heute eigentlich selbstverständlich sein sollte, es aber immer noch nicht sei, kritisierte Katrin Göring-Eckardt. Die GRÜNEN müssten sich deshalb innerhalb der Partei und in der Gesellschaft weiterhin für gleiche Rechte für Frauen einsetzen. Neben den Redebeiträgen konnten die Teilnehmerinnen an zahlreichen Workshops zu Themen wie Armut von Alleinerziehenden, Religion und Feminismus, oder Prostitution und Sexarbeit teilnehmen.
Hier geht es zum Konferenz-Programm.

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