Auslandsaktien: Profitieren vom Imageschaden

By   /  October 14, 2016  /  Comments Off on Auslandsaktien: Profitieren vom Imageschaden

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

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13. Oktober 2016. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Für Samsung ist es ein Desaster sondergleichen: Nachdem das neue Galaxy Note 7 mehrmals in Brand geraten war, hat der koreanische Konzern die Produktion nun eingestellt. Zudem wurde eine Gewinnwarnung herausgegeben: Im dritten Quartal soll das operative Ergebnis nun nur bei umgerechnet 4,2 Milliarden Euro liegen, zuvor war Samsung von 6,3 Milliarden ausgegangen.
Samsung-GDRs fielen an der Börse Frankfurt (WKN 896360) in dieser Woche von 682 auf 620 Euro am Donnerstagmittag – ein Minus von 9 Prozent. Die Aktie des Konkurrenten Apple kletterte hingegen auf ein Jahreshoch. Dass der Samsung-Kursverlust nicht noch größer ist, liegt daran, dass die Koreaner nicht nur im Smartphone-Geschäft tätig sind, sondern unter anderem auch Fernseher, Haushaltsgeräte und Bildschirme im Portfolio haben.
Bis Oktober Höhenflug

Dem vorausgegangen war ein rasanter Anstieg von Samsung: Im Februar dieses Jahres kosteten die GDRs, die an der Börse Frankfurt von Oddo Seydler als Spezialisten betreut werden, noch 423 Euro, auf Fünfjahressicht hat sich der Kurs damit immer noch mehr als verdoppelt. Bei Apple (WKN 865985), Spezialist ist die Baader Bank, lief es zuletzt hingegen nicht mehr so rund, der Kurs hatte seit Erreichen eines Allzeithochs von über 120 Euro im Mai 2015 zwischenzeitlich 30 Prozent verloren. Jetzt nähert sich die Notierung mit aktuell 106 Euro wieder dem Rekordstand.
Kampf der Giganten

Im Premiumsegment liefern sich Apple und Samsung seit einiger Zeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Insgesamt ist Samsung laut Branchendienst IDC allerdings klarer Marktführer: Demnach wurden im zweiten Quartal weltweit knapp 345 Millionen Geräte verkauft, davon 22,8 Prozent von Samsung und 11,7 Prozent von Apple. Auf Rang drei liegt Huawei aus China mit 9,3 Prozent.
Wirtschaftlich erfolgreich für Samsung ist vor allem die Galaxy-Serie, die als technisch ausgereift gilt. Doch auch mit der Note-Serie, einem Riesen-Smartphone mit Stift, gelang Samsung ein Coup. Nun ist der Ruf der Note-Serie allerdings dahin. Vermutet wird, dass Samsung das Modell so früh auf den Markt gebracht hat, um damit Apple und dem iPhone 7 zuvorzukommen. Der Markt für Smartphones in den Industrieländern gilt als mehr oder weniger gesättigt. Marktbeobachtern zufolge ist die Zeit der großen technischen Sprünge vorbei, die Modelle werden nicht mehr so schnell ausgewechselt.
Konkurrenz wittert Morgenluft

Ein Analyst der Investmentbank Drexel Hamilton schätzt, dass Apple mit seinem neuen iPhone 7 Plus mehr als die Hälfte der potenziellen Käufer des Note 7 abschöpfen könnte. Doch nicht nur für Apple eröffnen sich durch die Note 7-Brände Chancen. Die Forschungsgruppe TrendForce rechnet damit, dass ein großer Teil der Nachfrage jetzt auf drei große chinesische Marken entfallen wird: Huawei, Vivo und OPPO. Andere setzen auf die chinesischen Verfolger Lenovo und Xiaomi. Auch LG Electronics (WKN 576798) oder Alphabet mit dem Google-Phone (WKN A14Y6F, A14Y6H) könnten die Situation nutzen, um sich Marktanteile zu sichern.
Analysen mögen Apple

Die jüngsten Analystenempfehlungen zu Apple fallen alle positiv aus: So raten Bernstein, RBC, UBS, Citigroup, JPMorgan und Goldman Sachs alle zum Einstieg. Bernstein Research hat die Einstufung “Outperform” mit einem Kursziel von 125 US-Dollar (zuletzt 117 US-Dollar) bestätigt. Die Markteinführung der iPhone 7-Produktreihe werde den durchschnittlichen Verkaufspreis aller Apple-Smartphones vom dritten Quartal 2015/16 zum ersten Quartal 2016/17 um rund 14 Prozent steigern, hieß es noch vor dem Samsung-Eklat. Die UBS zeigt sich wegen der Nachfrage nach dem neuen iPhone 7 zuversichtlicher bezüglich Apple, die Bank hat daher ihr Kursziel von 115 auf 127 US-Dollar angehoben und das Anlageurteil “Buy” bekräftigt. Das Interesse am iPhone 7 werde zwar das für das iPhone 6 nicht erreichen, aber größer sein als das Interesse am 6s.
von Anna-Maria Borse

13. Oktober 2016, © Deutsche Börse AG

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