Nachhaltig wirtschaften im Alpenraum

By   /  October 14, 2016  /  Comments Off on Nachhaltig wirtschaften im Alpenraum

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MIL OSI – Source: Deutschland Bundesregierung –

Headline: Nachhaltig wirtschaften im Alpenraum

Die hochempfindliche Alpenregion zu schützen und dennoch wirtschaftlich weiter zu entwickeln war und bleibt Arbeitsprogramm der acht Vertragspartner der Alpenkonvention. Der Alpenzustandsbericht “Grünes Wirtschaften im Alpenraum” zeigt viele innovative Praxisbeispiele für nachhaltiges Wirtschaften.

Die Alpen sollen Modellregion für klimafreundliche und ressourcenschonende Entwicklung werden.
Foto: Martin Zwick / VISUM

“Mit einer Reihe von Projekten haben wir den Stellenwert von Klimaschutz und Energieeffizienz im Rahmen der Alpenkonvention deutlich stärken können”, zog Bundesumweltministerin Barbara Hendricks auf der 14. Alpenkonferenz eine positive Bilanz. “Zudem haben wir ein Augenmerk darauf gelegt, die Alpenkonvention Hand in Hand mit der Zivilgesellschaft umzusetzen.” Denn es sei wichtig die Bevölkerung vor Ort einzubeziehen, so Hendricks.

Mit der 14. Alpenkonferenz endet die zweijährige deutsche Präsidentschaft der Alpenkonvention. Die Präsidentschaft geht an Österreich über.
Alpen besonders stark vom Klimawandel betroffen

Um die Wirtschaft voran zu bringen, fordern betroffene Gemeinden, Skigebiete auszuweiten und Straßen sowie Unterkunftsmöglichkeiten auszubauen. Entlegene Regionen sollen damit besser für den Tourismus erschlossen werden. Manchmal unter Verletzung besonders streng geschützter Bereiche. Sommertouristen hingegen wollen satte und blühende Almen, unberührte Natur und weiten Blick durch klare Luft.

Doch Massentourismus durch ausgedehnte Wintersportgebiete sowie bequemem Zugang zu Wandergebieten zerstören den Lebensraum vieler Tiere und für Pflanzen. Der Rückgang der Artenvielfalt ist erkennbar.

Der Streit zwischen Ökonomie und Ökologie ist alt und wird immer wieder neu ausgefochten. Auf ihrer 14. Alpenkonferenz berieten die acht Anrainerstaaten, wie die Alpen und ihre Bewohner den Klimawandel bewältigen können. “Die Temperaturen sind in den Alpen in den letzten 100 Jahren doppelt so stark gestiegen wie im weltweiten Durchschnitt. Die Alpen sind für uns ein Klima-Frühwarnsystem”, so die Bundesumweltministerin.

Die erste Alpenkonferenz fand 1989 in Berchtesgaden statt. Die Teilnehmer beschlossen ein völkerrechtlich verbindliches Vertragswerk zum Schutz der Alpen zu erarbeiten. Die Alpenkonvention wurde bei der zweiten Alpenkonferenz 1991 von den Alpenstaaten Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien, Liechtenstein, Schweiz sowie der Europäischen Gemeinschaft unterzeichnet, etwas später von Monaco und Slowenien. Die Konvention trat 1995 in Kraft. Die Alpenzustandsberichte zeigen die wichtigsten Entwicklungen auf.
Nachhaltigkeit ist der Schlüssel zur Zukunft

Die Alpen zu einer Modellregion für eine klimafreundliche und ressourcenschonende Entwicklung in Europa machen – das war der Schwerpunkt während der deutschen Alpenpräsidentschaft. “Die Politik des grünen Wirtschaftens wird sich als roter Faden durch alle Themen unseres Präsidentschaftsprogramms ziehen”, hatte Bundesumweltministerin Hendricks bei der Übernahme des Vorsitzes im November 2014 angekündigt.

Das Bundesumweltministerium hat während der Präsidentschaft viele Nichtregierungsorganisationen aus dem Alpenraum mit insgesamt rund 1,2 Millionen Euro gefördert. Das Geld diente dazu, Projekte zu Biodiversitäts- und Klimaschutz, Umweltbildung, Integration im ländlichen Raum sowie zur kulturellen Vielfalt im Alpenbogen umzusetzen. Der nun vorgelegte Alpenzustandsbericht “Grünes Wirtschaften im Alpenraum” zeigt viele innovative Praxisbeispiele für nachhaltiges Wirtschaften in der Alpenregion.

“Darauf müssen wir aufbauen – zum Beispiel in Bezug auf einen nachhaltigen Tourismus, den naturverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien, die Vermarktung lokaler, nachhaltiger Produkte oder die Zusammenarbeit von Akteuren aus Wirtschaft und Naturschutz”, sagte Hendricks zum Abschluss der 14. Alpenkonferenz.
Lokales und traditionelles Wissen nutzen

Für den Zeitraum von 2017 bis 2022 hat die 14. Alpenkonferenz ein mehrjähriges Arbeitsprogramm beschlossen. Die betroffenen Regionen haben es mitentwickelt. Sie wurden befragt, welche Herausforderungen sie sehen, und welche Lösungsmöglichkeiten dafür vor Ort schon bestehen oder vorstellbar wären. Lokales und traditionelles Wissen sollen besser genutzt, die Zusammenarbeit gestärkt werden, damit sich beste Praxis entwickeln und weiterentwickeln kann.

Das Pariser Klimaabkommen von 2015 gibt auch der Alpenkonvention einen starken Auftrieb. Menschen und Kultur, Grünes Wirtschaften und Förderung eines nachhaltigen Verkehrs tragen dazu bei, eine hohe Lebensqualität sicherzustellen ohne Natur und Landschaft der Alpen zu beeinträchtigen.
Donnerstag, 13. Oktober 2016

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