Preis Soziale Marktwirtschaft verliehen: Mut zu Innovation, Nachhaltigkeit – und Traditionsbruch

By   /  October 14, 2016  /  Comments Off on Preis Soziale Marktwirtschaft verliehen: Mut zu Innovation, Nachhaltigkeit – und Traditionsbruch

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MIL OSI – Source: Konrad Adenauer Stiftung –

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Das Wort “altehrwürdig” drängt sich dem Besucher der Frankfurter Paulskirche auf. 1848 kam hier das erste frei gewählte deutsche Parlament zusammen, sie ist die “Wiege der Demokratie”, so der Frankfurter Stadtrat Dr. Bernd Heidenreich. Auch, wenn der erste Demokratieversuch scheiterte, verbindet man diesen Ort – und diese Zeit – mit den Leitideen des liberalen Bürgertums jener Jahre, befand die Baden-württembergische Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut: individuelle und wirtschaftliche Freiheit, Eigenverantwortung und Gemeinwohlorientierung. Prinzipien, die sich später im Ordnungssystem der Sozialen Marktwirtschaft wiederfanden. Man ist fast versucht, auch das mittlerweile 150 Jahre alte Unternehmen von Brigitte Vöster-Alber “altehrwürdig” zu nennen. Doch sowohl die Familienfirma als auch ihre Geschäftsführerin sind so modern wie es ein Unternehmen nur sein kann. Eben auszeichnungswürdig.

“Eine 68erin ganz nach dem Geschmack der 48er”

Bereits mit 24 Jahren übernahm Brigitte Vöster-Alber von ihrem gerade verstorbenen Großvater die GEZE GmbH und die Verantwortung für knapp 1.000 Mitarbeiter. Dabei hatte sie gerade erst ihr Studium abgeschlossen. Da 1963 unerwartet früh ihr Vater verstorben war, vermachte ihr Großvater seine Firmenanteile der Enkelin, “obwohl durchaus männliche Erben zur Verfügung gestanden hätten”, wie Vöster-Alber betonte.

Das war just 1968 – und eines der zentralen Anliegen der Bewegungen dieses Jahres sollte sie auch gleich voranbringen, so Hoffmeister-Kraut: die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Flexible Teilzeitmodelle, Home-Office-Arbeitsplätze und Wiedereinstiegsmodelle nach längeren Familienpausen waren die konkrete Umsetzung. Und: Heute sind 30 Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzt. “Wenn man so will, dann sind sie eine 68erin ganz nach dem Geschmack der 48er”, befand Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut”, in ihrer Festrede.

“Treibende Kraft des Fortschritts”

Doch was macht die Unternehmensführung von Brigitte Vöster-Alber nun aus? Drei Prinzipien, so Hoffmeister-Kraut: eine Kultur der Nachhaltigkeit, Mut zum Traditionsbruch und ein Innovationscredo. Der Traditionsbruch werde am deutlichsten durch die Trennung von der beliebten Skisparte in den 1980ern – er tritt aber auch zutage in der Ausrichtung der GEZE GmbH: Der Weltmarktführer in der Gebäudetechnikbranche sehe in “Smart Buildings” und der Digitalisierung die Zukunft. Dieser Erfolg konnte nur durch eine konsequente Innovationsförderung erreicht werden: Sieben Prozent des jährlichen Umsatzes würden in Forschung und Entwicklung fließen. “Unternehmer sind die treibende Kraft des Fortschritts”, nannte das Professor Zupancic, Präsident der GGS Heilbronn, in seiner Festrede.

Nachhaltigkeit und soziales Engagement

Traditionsbruch und Innovation würden Hand in Hand mit einer gelebten Nachhaltigkeitskultur gehen, so Hoffmeister-Kraut: Die digitalen und “intelligenten” Systeme trägen – fast schon automatisch – zur Energieeinsparung bei, die Eigenkapitalquote von 80 Prozent mache die Firma äußerst unabhängig und statt kurzfristiger Gewinnmaximierung hätten langfristige Erträge Vorrang. Zudem engagiere sich die GEZE enorm in der Ausbildung künftiger Fachkräfte und unterhalb der Werkstore fördere Vöster-Alber kulturelle sowie medizinisch-soziale Einrichtungen, Schulen, wohltätige Sportereignisse und vieles mehr: “Mit Brigitte Vöster-Alber ehrt die Konrad-Adenauer-Stiftung heute eine in vielerlei Hinsicht vorbildliche Familienunternehmerin”, schloss Hoffmeister-Kraut.

Die Preisträgerin zeigte sich tief bewegt und mit großer Dankbarkeit erfüllt, nachdem sie den Preis entgegen genommen hatte. Das war bereits so, als sie zum ersten Mal von der Auszeichnung erfuhr: “Es hat sich richtig, richtig gut angefühlt.” Für Brigitte Vöster-Alber würdigt die Konrad-Adenauer-Stiftung nicht nur ihre persönlichen, sondern auch die Leistungen der gesamten Unternehmensfamilie, insbesondere ihres Großvaters und ihres Ehemannes Hermann Alber, sowie die ihrer Mitarbeiter.

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