Anleihen: Baldiger US-Zinsschritt weiterhin offen

By   /  October 15, 2016  /  Comments Off on Anleihen: Baldiger US-Zinsschritt weiterhin offen

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

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14. Oktober 2016. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Endet das Jahr an den Märkten wie es begonnen hat? Enttäuschende Außenhandelszahlen schüren laut Helaba Sorgen über den Zustand der chinesischen Wirtschaft. “Das ist sie wieder, die Angst vor dem fallenden Sack Reis in China”, beschreiben die Analysten der Landesbank die Reaktion an den Märkten auf die Nachricht. Im Umkehrschluss erhalte die US-Notenbank nun wieder ein schlagkräftiges Argument, die Normalisierung ihrer Geldpolitik erneut zu verschieben. Die nur sehr vagen Andeutungen im Protokoll der letzten Sitzung deuteten sowieso darauf hin, dass die Gegner einer Zinserhöhung dem Arbeitsmarkt nicht trauen und die Inflation nachhaltig über zwei Prozent sehen wollen. Hingegen scheinen Anleger nach wie vor mehrheitlich von einer Dezembererhöhung auszugehen. Bloomberg beziffert am Morgen die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt zum Ende des Jahres mit 66 Prozent, wobei sich Investoren von einer Rede der US-Notenbankchefin Janet Yellen am Abend in Boston mehr Klarheit erhofften.
Euro-Bund-Future muss Federn lassen”Der Einbruch der chinesischen Exporte um 10 Prozent hat Rentenwerten Auftrieb gegeben”, berichtet Arthur Brunner von der ICF Bank, wobei der Euro-Bund-Future die Verluste vom Wochenbeginn nicht wettmachen konnte. “Allerdings hatten zuvor deutsche Exportzahlen mit einem Anstieg von 5,4 Prozent im August gegenüber dem Vormonat die Bunds unter Druck gesetzt”, erinnert Sabine Tillmann von der Hellwig Wertpapierhandelsbank. In der Vorwoche hätten zehnjährige Bundesanleihen ausgelöst durch Spekulationen über eine mögliche Reduzierung der monatlichen Anleihen-Käufe durch die EZB ebenfalls deutliche Einbußen hinnehmen müssen. Von seinem Hoch bei 166,36 Prozent Ende September sei das hiesige Rentenbarometer bei einem Stand von aktuell 163,43 Prozent mittlerweile weit entfernt. BrunnerSchicksalsfrage für Portugal
Gegenüber deutschen zehnjährigen Bundesanleihen weiteten sich in den vergangenen Handelstagen die Spreads für Bonds der Peripherie, wie Brunner bemerkt. Der Händler führt dies unter anderem auf das anstehende Rating für Portugal zurück. DBRS sei die einzige der vier maßgeblichen Ratingagenturen, die den Südeuropäern mit BBB- noch ein Investmentgrade zugestehe. “Für Portugal ist die Bestätigung der Kreditwürdigkeit durch die Kanadier deshalb so wichtig, weil die Europäische Zentralbank ansonsten keine portugiesischen Bonds mehr in ihr Anleihen-Kaufprogramm einbeziehen dürfte.” Ebenso könne die EZB bei Aberkennung der Bonitätsstufe die Bonds des Landes nicht mehr als Sicherheit akzeptieren.
Staaten nutzen niedrigen Zins für langfristige Darlehen
In dieser Woche wendeten sich einige Kreditnehmer mit der Aufstockung bestehender Anleihen an den Kapitalmarkt. “Viele setzen bei dem günstigen Zinsumfeld auf längerfristige Bonds”, beobachtet Brunner. Etwa habe Österreich (WKN A18X6Q) eine Anleihe erhöht und bis 2047 verlängert. Das Land bietet Anlegern einen jährlichen Kupon von 1,015 Prozent.
Ein so genannter Methusalem-Bond des italienischen Staates mit einer Laufzeit von 50 Jahren und einem jährlichen Zins von 2,8 Prozent sei bei Anlegern ebenfalls auf Gegenliebe gestoßen. Mit der Emission reihe sich Italien in die Gruppe von inzwischen mehreren ein, die sich die extrem niedrigen Zinsen für ein halbes Jahrhundert gesichert hätten.
Klaus Stopp berichtet von einem Angebot der Australier, die dem Baader Bank-Analysten zufolge erstmalig eine Staatsanleihe mit über 30 Jahren Laufzeit begeben haben. Der 7,6 Milliarden australische Dollar schwere Wert (WKN A187U8) bietet einen Zins von 3 Prozent im Jahr mit sechsmonatlicher Begleichung. Rückzahlung ist für ist März 2047 geplant. “Der Ausgabepreis liegt bei 94,82 Prozent.”
Unternehmensanleihen in BewegungIm Handel mit Corporate Bonds macht Gregor Daniel stetige Käufe einer Nordea Bank-Anleihe (WKN A0DCNQ) mit einem Kupon von 0,443 Prozent. Der Händler der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank vermutet einen Zusammenhang mit einer möglichen vorzeitigen Kündigung zum 17. März 2017. Seit Monatsbeginn hat der Wert von 58,0 auf 61,86 Prozent hinzugewonnen. Daniel
Abgabedruck registriert Brunner bei einer Nord LB Nachranganleihe (WKN NLB8K6) mit einem Kupon von 3,0 Prozent und Fälligkeit im März 2026. Brunner verbucht die Bewegungen im gesamten Bankensektor unter Gewinnmitnahmen anlässlich der Diskussionen rund um die Deutsche Bank. Seit Dienstag hat die Nord-LB Anleihe von 103,5 auf etwas unter 100 Prozent nachgegeben.
Die rege Nachfrage nach einem bis 2021 laufenden Papier der Deutschen Rohstoff (WKN A2AA05) mit einem Kupon von 5,625 Prozent sieht Brunner in Verbindung mit der Erholung beim Ölpreis. Ebenso käme ein Bond der BP (WKN A1ZQDF) mit jährlich 1,526 Prozent und Rückzahlung im September 2022 bei Anlegern derzeit besonders gut an.
Bei Stopps Kunden stehen Anleihen des Chemiekonzerns BASF hoch im Kurs. Ein bis 2021 laufender Wert (WKN A1R02B) mit einer aktuellen Rendite von minus -0,04 Prozent lande ebenso in den Anlegerdepots wie ein bis Oktober 2031 laufender Bond der Ludwigshafener (WKN A2BPA5) mit einer gegenwärtigen Rendite von etwa 1,04 Prozent. “Trotz eines kräftigen Umsatz- und Gewinneinbruchs, der auf den Verkauf seiner Erdgashandelsaktivitäten zurückgeht, hält das Unternehmen an seinen Zielen für das laufende Jahr fest”, begründet der Händler die Nachfrage.
Eine im September fällige und mit 7,5 Prozent Zinsen ausgestattete Travel24 Anleihe (WKN A1PGRG) ist laut Brunner weiterhin gefragt. Seit Ende September hat sich der Wert von 33 auf derzeit 41 Prozent spürbar erholt. “Nach all dem Trubel rund um die Insolvenz von Unister scheine die Tochtergesellschaft einen eigenen Weg des Überlebens gefunden zu haben. “Im September wurde der Kupon für den Bond fristgerecht bezahlt”, erinnert Brunner.
Von: Iris Merker
14. Oktober 2016, © Deutsche Börse AG

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