Mein Beruf: Hubschrauberortungsmeister

By   /  October 18, 2016  /  Comments Off on Mein Beruf: Hubschrauberortungsmeister

    Print       Email

MIL OSI – Source: Bundesministerium Der Verteidigung –

Headline: Mein Beruf: Hubschrauberortungsmeister

Fregatte Augsburg, 17.10.2016.Hauptbootsmann Andy J. ist als Hubschrauberortungsmeister derzeit im Einsatz im Mittelmeer. Sein Arbeitsplatz auf hoher See ist der Sea Lynx-Hubschrauber auf der Fregatte Augsburg. Ob bei der U-Boot-Jagd, Aufklärungsmissionen oder der Seenotrettung: Der Marinesoldat ist jederzeit bereit.

Ein Team: Im Alarmfall muss der Hauptbootsmann innerhalb von 30 Minuten in der Luft sein. (Quelle: Bundeswehr/Kraatz)Größere Abbildung anzeigen„Es ist immer eine Grundanspannung drin, wenn der Hubschrauber auf dem Flugdeck steht und in Alarmbereitschaft ist. Das bedeutet, dass er innerhalb von 30 Minuten in der Luft sein muss. Mit der Durchsage „Action Lynx“ geht`s los. Dann müssen wir arbeiten. Dann funktioniert man nur noch”, beschreibt Hauptbootsmann Andy J. die für ihn spannendsten Situationen als Hubschrauberortungsmeister.Zur Zeit ist er mit der Fregatte Augsburg im Einsatz bei Counter Daesh Maritime II. Ihr Auftrag ist der Geleitschutz des französischen Flugzeugträgers Charles de Gaulle. Als Hubschrauberortungsmeister auf dem Hubschrauber Sea Lynx begibt sich Andy J. auf U-Boot-Jagd, auf Aufklärungsmissionen und steht jeder Zeit für die Seenotrettung bereit.nach obenSpezialisten für die U-Boot-JagdSeit 2005 ist Andy J. bei der Bundeswehr. Aufgrund seiner vorausgegangenen Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann wird er direkt als Obermaat eingestellt. „Angefangen hab ich mit der Grundausbildung. Danach habe ich die Fachlehrgänge besucht”, erklärt der 31-Jährige. Dazu gehören neben dem Maatenlehrgang und militärfachlichen Lehrgängen vor allem der Bootsmannlehrgang der Verwendungsreihe 24.In dieser Verwendungsreihe werden die Sonarbediener aller Schiffe und Luftfahrzeuge der Marine, die im Seekrieg zum Einsatz kommen können, zusammengefasst. Sie sind die Spezialisten für die Bedienung von Sonargeräten (Unterwasserortung) und für die Unterwasser-Lagebilderstellung auf Schiffen, Booten und Luftfahrzeugen der Marine. „Inhalt dieser Ausbildung ist es, von klein auf zu lernen, U-Boote zu suchen, zu verfolgen und zu bekämpfen”, so der Hauptbootsmann. Dabei spiele es keine Rolle, ob man vom Schiff, vom U-Boot oder vom Hubschrauber aus sucht.nach obenDer Hubschrauber als verlängerter Arm des Schiffs2007 wird er schließlich im Marinefliegergeschwader in Nordholz auf seinen zukünftigen Arbeitsplatz, dem Hubschrauber Sea Lynx ausgebildet. „Da bekommt man eine fachliche und technische Einweisung. Was kann das Luftfahrzeug, wie ist es aufgebaut, wie funktioniert was.”Die Ausbildung ist anspruchsvoll. „Die Besatzung des Hubschraubers besteht aus drei Leuten – zwei Piloten, ein Hubschrauberortungsmeister”, sagt der gebürtige Brandenburger. Auf seinem Posten muss er in der Lage sein, Probleme selbstständig zu erkennen und abzustellen. „Uns kann da keiner weiter helfen. Sprich, wenn wir eine Störung haben, die für das Luftfahrzeug gefährlich werden könnte, müssen wir diese sofort abstellen können und dazu werden wir drillmäßig ausgebildet.”Der Hubschrauber dient als verlängerter Arm des Schiffes, dessen Fähigkeiten er wesentlich um seine eigene Reichweite, seine Geschwindigkeit und Flexibilität erhöht. Der Sea Lynx ist ausgerüstet mit einem tiefenvariablen Sonar für aktive und passive Ortung sowie mit zwei Torpedos zur Bekämpfung gegnerischer U-Boote. „Daher auch der Name Hubschrauberortungsmeister, weil es unsere Hauptaufgabe ist, mit dem Hubschrauber U-Boote zu orten und diese, wenn nötig mit dem Torpedo auch zu zerstören.” Der verlängerte Arm der Augsburg: Der Hubschrauber kann mit seiner Ausrüstung feindliche U-Boote orten und zerstören. (Quelle: Bundeswehr/Kraatz)Größere Abbildung anzeigennach obenU-Boote jagen – Menschen rettenAusrüstung und Bewaffnung des Hubschraubers sind auf die U-Boot-Jagd ausgelegt. Zu den Nebenaufgaben zählen der Transport und der Seenotrettungsdienst, kurz SAR, innerhalb eines Schiffsverbandes. „Nach der Sonarausbildung bekam ich die Ausbildung an der Rettungswinde, sprich, wie arbeitet man mit der Rettungswinde, wo kann ich mit ihr arbeiten und wo nicht, was sind die Limits”, erklärt der Marinesoldat.Glücklicherweise habe er allerdings noch keinen SAR-Fall gehabt. „Wir haben schon mal Verletzte von einem Schiff auf das andere gebracht. Das nennt sich dann MedEvac. Aber ich musste noch nicht Menschen von einem sinkenden Frachter bergen.”nach oben730 erfolgreiche EinsatztageAuf zehn Einsätze in acht Jahren kann Hauptbootsmann Andy J. bereits zurückblicken. „Vor dem jetzigen Einsatz waren es 699 Einsatztage. Jetzt sind es 730”, sagt der Berufssoldat stolz. „In meinem Einsatz bei Atalanta vor Somalia hatte ich mein bisher spannendstes Erlebnis. Das war 2012 mit der Fregatte Köln. Da haben wir viele, viele Erfolge gefeiert”, blickt Andy J. zurück.„Wir haben Piraten auf hoher See aufgestöbert. Das war wirklich die Nadel im Heuhaufen.” Fast täglich konnten sie mit dem Hubschrauber der Piraterie verdächtige Personen aufstoppen und in Gewahrsam nehmen. „Hubschrauberortungsmeister – das ist ein superschöner Job. Ich mache den wirklich gerne und fahre auch wirklich gerne zur See. In der Luft über See sind wir zu Hause.”, zieht Andy J. Bilanz. nach obenSein WegBeruflicher Werdegang2005Allgemeine GrundausbildungApril bis Juli 2005Ausbildung- und Verwendungslehrgänge der Unteroffiziere (Maatenlehrgang und Militärfachliche Ausbildung Maat)August bis Oktober 2005Bootsmannlehrgang an der Marineunteroffiziersschule in Plön2006Sprachlehrgang Englisch an der Marineoperationsschule in Bremerhaven2006Militärfachliche Ausbildung zum Bootsmann für die Verwendungsreihe 24 an der Marineoperationsschule in Bremerhaven2007Militärfachliche Ergänzungslehrgänge für den fliegerischen Dienst in Nordholzseit 2008Hubschrauberortungsmeister in der Einsatzstaffel in Nordholz2013Übernahme zum Berufssoldatennach oben

    Print       Email

You might also like...

Das erste BMW 2er Gran Coupé: finale Erprobungsphase in außergewöhnlichem Design.

Read More →