Vorgestellt: Der Studiengang Elektrotechnik und Informationstechnik

By   /  October 18, 2016  /  Comments Off on Vorgestellt: Der Studiengang Elektrotechnik und Informationstechnik

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MIL OSI – Source: Bundesministerium Der Verteidigung –

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Häufig hört man den Spruch: Strom kommt aus der Steckdose. Doch wie funktioniert Strom und ist Strom gleich Strom? Im Studium „Elektrotechnik und Informationstechnik“ lernen Studierende mehr als die Physik, die jeder aus der Schule kennt. An der Universität der Bundeswehr in München (UniBw M) können angehende Offiziere dieses Studium wählen. Wo liegen Schwerpunkte und welche beruflichen Chancen eröffnet dieses Studium? Dazu trafen wir uns mit dem Studenten Lukas Tylewski.

Lukas Tylewski (24) hat bereits mit 18 Jahren seine Karriere bei der Bundeswehr ganz bewusst gewählt. Nach seiner Ausbildung beim Deutschen Roten Kreuz zum Rettungssanitäter wollte er als Sanitätssoldat den Arbeitgeber Bundeswehr kennenlernen. Neben der medizinischen Arbeit bereitet ihm die Arbeit mit den Menschen immer besondere Freude. Zunächst war Tylewski Wehrpflichtiger beim Lazarettregiment 21 „Westerwald“ in Rennerod. Dort stellte er schnell fest, wie sehr es ihm beim Militär gefällt und so verpflichtete er sich für 23 Monate als Freiwillig Wehrdienstleistender. „Ich wollte mit anpacken und etwas bewegen, denn als Soldat fand ich, was ich suchte“, sagt Tylewski. Sein Traum war es Sanitätsoffizier zu werden und Medizin zu studieren. „Das Studium ist ein integraler Bestandteil jeder Offizierausbildung“, sagt der Leutnant zur See. Eine Einstellung als Sanitätsoffizieranwärter war damals nicht möglich, doch bekam er die Chance in die Laufbahn der Truppenoffiziere der Marine einzusteigen und Elektro- und Informationstechnik zu studieren. Anfang Juli 2012 startete Leutnant zur See Lukas Tylewski dann seine Ausbildung zum Truppenoffizier an der Marineschule Mürwik in Flensburg. „Dort lernte ich das Seefahrerhandwerk an Bord des Segelschulschiffes ,Gorch Fock‘ kennen. Es gibt inzwischen wenig, was mich mehr erfüllt als die Seefahrt“, beschreibt er seine Zeit als Marinesoldat. Handwerkliche Grundfertigkeiten, wie Feilen, Schweißen, Löten sowie Grundlagen der Elektrotechnik lernte er während seines technischen Grundpraktikums an der Marinetechnikschule in Parow. „Dabei erwarb ich auch die ersten Leistungspunkte für mein Bachelor-Studium“, erzählt der Leutnant. Offizieranwärter Lukas Tylewski auf Ausbildungsfahrt an Bord der „Gorch Fock“ (Quelle: Lukas Tylewski/privat)Größere Abbildung anzeigenDas Studium „Elektro- und Informationstechnik“ hat der Leutnant im Oktober 2013 begonnen und sein Bachelorstudium mit Schwerpunkt Kommunikationstechnik bereits abgeschlossen. nach obenDas StudiumBeim Studium „Elektrotechnik und Informationstechnik“ werden grundsätzlich zwei Vertiefungsrichtungen angeboten: Kommunikationstechnik und Energietechnische Systeme. Es besteht aber auch die Möglichkeit, zu Beginn des Masterstudiums Sicherheitstechnik als Vertiefungsrichtung zu wählen. Kommunikationstechnik beschäftigt sich vorwiegend mit Themen aus der Hochfrequenztechnik und Funkübertragungstechnik. Hierzu zählen beispielsweise Mobilkommunikation, Satellitenverbindungen, Funkortungs- und Kodierungsverfahren sowie diverse Möglichkeiten der Informationsübertragung.Im Bereich Energietechnische Systeme hingegen liegen die Schwerpunkte im Bereich von elektrischen Maschinen, der Kraftwerks- und der Energieübertragungstechnik. Das Studium der Elektro- und Informationstechnik zeichnet sich durch hohen mathematischen und geistigen Anspruch aus. „Im Gegensatz zu anderen technischen Studiengängen sind „Arbeitsmittel“ wie Strom, Spannung und Frequenz schließlich nicht greifbar oder können ohne Hilfsmittel nicht wahrgenommen werden“, erklärt Tylewski. Neben den Eigenschaften der behandelten Schaltungen lernen die Studierenden im Rahmen von Praktika auch den Umgang mit verschiedenen Messgeräten sowie Messeinrichtungen kennen. Hierzu zählen zum Beispiel das Oszilloskop, ein Gerät zur graphischen Darstellung dynamischer Vorgänge oder das Multimeter, mit dem Strom, Spannungen und Widerstände gemessen werden können. Bereits während seines Bachelorstudiums musste Tylewski beweisen, was er bis dahin gelernt hatte. „Meine Bachelorarbeit habe ich am Lehrstuhl für Informationsverarbeitung bei Professor Dr. Wolf zum Thema Biosignalaufnahme und deren Auswertung verfasst“, so der Leutnant zur See. Hier wird mit Hilfe der Messtechnik die Multitasking-Fähigkeit bei Probanden untersucht. „Aus den Ergebnissen erhofft sich die Universität Rückschlüsse auf die Struktur der menschlichen Bewegungssteuerung sowie auf Abläufe bei Krankheiten, beispielsweise Morbus Parkinson“, ergänzt der Leutnant. Tylewski zeigte durch seinen Beitrag, dass er in der Lage ist, eigenständig eine wissenschaftliche Arbeit mit zuvor definiertem Ziel durchzuführen. Praktika zur Schaltungs- und Messtechnik gehören neben Lehrveranstaltungen zum Studium (Quelle: Pressestelle UniBw M)Größere Abbildung anzeigennach obenHohe Anforderungen, aber auch Top-UnterstützungHohe Anforderungen erwarten die Studierenden an der Universität der Bundeswehr in München, doch sie werden auch sehr gut unterstützt. Hervorragende Betreuungs- und Lernmöglichkeiten stehen zur Verfügung. Oft kommt es vor, dass maximal 25 Studierende durch einen Professor betreut werden. „Auch mein Studienjahrgang ist nur mit 25 Studierenden besetzt. Diese teilen sich zudem auf beide Vertiefungsrichtungen auf“, so Tylewski. Das bietet den großen Vorteil, dass Nachfragen während einer Vorlesung oder Übung nicht nur problemlos möglich sind, sondern durch das Lehrpersonal aktiv gefördert werden. Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter in der Regel ohne Terminabsprache für die Studierenden ansprechbar sind. „Dadurch erreicht die Universität eine außergewöhnlich gute Betreuungsquote“, so der Leutnant zur See.nach obenUnd was bringt die Zukunft?„Im Hinblick auf eine zivile Karriere ist das Studium sehr empfehlenswert. Im Anschluss an meine Zeit als Soldat habe ich vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten in der freien Wirtschaft“, sagt Leutnant Tylewski und fügt an: „Beispielsweise werden Smartphones ständig weiter entwickelt und Mobilfunknetze immer rasanter. Diese werden fortlaufend verbessert und leistungsfähiger. So arbeiten Ingenieure weltweit an immer neuen Sendeverfahren, wie uns die Entwicklung der Mobilfunkübertragungsstandards GPRS, EDGE, UMTS, oder LTE gezeigt hat.“ Tylewski nennt weitere technische Herausforderungen, die uns heute und in der Zukunft beschäftigen werden: Beispielsweise die hohen Anforderungen bei der Umstellung auf erneuerbare Energien. Auch hier erlebt die Gesellschaft eine rasche Weiterentwicklung und zügigen Aufbau von Solar- und Windkraftanlagen oder auch Gezeitenkraftwerken. Der Bereich der Medizinelektronik interessiert Tylewski ganz besonders, hier könnte er sich auch einen Beruf nach der Bundeswehr vorstellen. Doch soweit möchte er sich nicht aus dem Fenster lehnen. „Erst einmal steht der militärische Dienst im Fokus, ich habe ich mich für fünfzehn Jahre verpflichtet. Mein Ziel ist es, Uboot-Offizier zu werden. Dann wäre auch eine Laufbahn als Berufssoldat denkbar“, ergänzt Leutnant Tylewski zum Abschluss.nach oben

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