Lieferbeziehungen von Milchbauern und Molkereien marktorientierter gestalten

By   /  October 20, 2016  /  Comments Off on Lieferbeziehungen von Milchbauern und Molkereien marktorientierter gestalten

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MIL OSI – Source: Deutscher Bauernverband –

Headline: Lieferbeziehungen von Milchbauern und Molkereien marktorientierter gestalten

Die
anhaltende Krise im Milchmarkt mit ruinsen Erzeugerpreisen verlangt von
Molkereien wie Milchbauern neue marktorientierte Wege zur Gestaltung der Lieferbeziehungen.
Die Verantwortung fr das Management von Anlieferung, Vermarktung und Volatilitt
liegt in den Hnden der Marktakteure. Dies erklrte der Milchbauernprsident
des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Karsten Schmal, auf dem Symposium des DBV
zur Preisgestaltung und zu Lieferbeziehungen.
 
Politische
oder allgemeinverbindliche Regelungen zu Vertragsbestandteilen oder Anlieferungsmengen
seien ungeeignet, um der individuellen Situation von Molkereien und Milchbauern
gerecht zu werden. Angesichts der zweiten tiefgreifenden Milchmarktkrise seit
2009 und dem Ende der staatlichen Milchquote sind wir verpflichtet, neue
Manahmen zu entwickeln, mit denen das Risiko zunehmend stark schwankender Preise
fr Milchbauern verringert wird. Das Preisrisiko liegt heute komplett bei den
Landwirten, betonte Schmal.
 
Das Ziel
des Bauernverbandes sei es, dass auf dem zunehmend globalisierten Milchmarkt nicht
mehr die Mengen verwaltet werden, sondern den Marktschwankungen mit einer modernen
Gestaltung der Lieferbeziehungen erfolgreich begegnet wird. Die Mglichkeit
dazu sollte als Chance fr eine vielseitige, leistungsfhige Milcherzeugung in
Deutschland betrachtet werden, erklrte Schmal.
 
Es
gebe bereits Beispiele einzelner Molkereien, wie ber entsprechende Anreize die
Produktionsmengen verndert und Preissignale gesetzt werden knnten. Je nach
individueller wirtschaftlicher Lage der Molkerei knnten Anreize fr eine
geringere oder eine erhhte Anlieferung sinnvoll sein.
 
Schmal
pochte darauf, dass sich die Milchbranche dem Thema stellt und Lsungen auf den
Weg bringt, nicht zuletzt um zuknftigen Preiskrisen vorzubeugen. Die
Planungssicherheit bei Preisen und Mengen muss fr beide Seiten, Milcherzeuger
und Molkereien, verbessert werden, erklrte Schmal. Verschiedene Preismodelle
wie befristete Festpreisvereinbarungen, Bonuszahlungen oder auch eine
verwertungsbezogene Preisstaffel seien zu diskutieren, in den Unternehmen individuell
zu entscheiden und umzusetzen. Diese Instrumente mssen genauso wie Warenterminbrsen
als Chance begriffen werden, die Preisrisiken fr die Milchbauern strker abzusichern,
betonte der Milchbauernprsident. Schmal stellte ebenfalls klar, dass Andienungs-
und Abnahmepflichten allein unter den Beteiligten und in den Genossenschaften zu
regeln sind. Beides sei in einer genossenschaftlichen Molkerei untrennbar
miteinander verbunden. Kndigungsfristen mssten sachgerecht gestaltet werden,
um den Milcherzeugern einerseits Reaktionsmglichkeiten zu geben, anderseits die
wirtschaftliche Stabilitt der Genossenschaften nicht zu gefhrden.
 

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