Bonbons und Wehmut: Als Mutter im Einsatz

By   /  October 21, 2016  /  Comments Off on Bonbons und Wehmut: Als Mutter im Einsatz

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MIL OSI – Source: Bundesministerium Der Verteidigung –

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Prizren, 20.10.2016.Es ist Mitte September. Die Sonnenstrahlen fallen durch das Fensterglas. Eigentlich ein perfekter Tag, um Zeit mit der Familie zu verbringen: Lachen, Spielen, Faxen machen am Strand im Norden Deutschlands. „Heute geht es nicht, Luca“, sagt Manuela K., die sich von ihrem Sohn verabschieden muss. Was für die nächsten viereinhalb Monate bleibt, sind die Erinnerungen an einen schönen Sommer.

Eins, zwei, drei… „Luca, 138 Bonbons befinden sich in diesem Glas.“ Jeden Tag darf sich der Fünfjährige eine Nascherei herausnehmen. „Ist es leer“, erklärt Manuela K. mit einem Lächeln auf den Lippen, „komme ich wieder nach Hause.“Die Mutter von Luca ist Soldatin. Obermaat Manuela K. versieht ihren Dienst an der Marinetechnikschule in Stralsund. Sie arbeitet dort in der Personalabteilung. Die 35-Jährige hat sich freiwillig für einen Auslandseinsatz gemeldet. Sie ist im 45. Deutschen Einsatzkontingent KFOR auf dem Balkan. nach obenWarum in den Einsatz?Für Manuela K. gehört es zu ihrem soldatischen Selbstverständnis in den Einsatz zu gehen. „Ich möchte meine eigenen Erfahrungen sammeln. Wie schlimm ist es wirklich?“, hat sich die Soldatin gefragt.Die finanzielle Vergütung spielt für sie auch eine Rolle. Manuela lebt nicht mehr mit dem Vater von Luca zusammen. Doch ohne ihren ehemaligen Lebensgefährten wäre der Einsatz nicht möglich: „Nur weil wir nicht mehr zusammen sind, heißt das nicht, dass wir keine guten Eltern sind. Luca hat bei uns oberste Priorität.“ Manuela weiß Luca daher in der Zeit der Abwesenheit in guten Händen. nach obenDer AbflugDer Papa ist da, um Luca abzuholen. In fünf Stunden tritt Manuela die Reise in ein unbekanntes Land an. Am liebsten würde sie einen Rückzieher machen. Doch das geht jetzt nicht mehr. Der Schmerz des Abschieds sitzt tief, ist kaum auszuhalten. „Bis bald, mein Großer“, sind ihre letzten Worte. Der Papa nimmt Luca an die Hand, sie verschwinden. Manuela bleibt zurück. In fünf Stunden geht es nach Hannover, morgen startet der Flieger in den Kosovo.nach obenDie ersten TageLuca kränkelt gerade etwas. Das ist für Manuela besonders schwer, schließlich ist sie gerade bei Krankheit rundum für ihn da. Ihre Gedanken kreisen um ihren Sohn. Doch sie ist im Einsatzland angekommen. Nicht nur physisch. Im Feldlager Prizren ist sie als sogenannter Betreuungsmaat eingesetzt. In der „Millebar“, einer der Betreuungseinrichtungen, hat sie stets einen lockeren Spruch auf den Lippen. Sie serviert Getränke, organisiert Veranstaltungen und ist auch einfach mal nur stiller Zuhörer.„Nach den ersten drei Wochen kenne ich eine Menge Kameraden.“ Betreuung im Einsatz ist wertvoll und wichtig. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche sind alle Soldaten rund um die Uhr bereit. Da kommt ein Treffen im Kameradenkreis während der Dienstunterbrechung von 18 bis 7 Uhr gerade recht.Wenn die anderen Soldaten ein wenig Freizeit genießen, beginnt für Manuela die eigentliche Arbeit. Sie ist Ansprechpartnerin und Bedienung in einem. „Viele Soldaten wollen einfach nur mal ihre Gedanken von der Seele reden. Hier kommen gute Gespräche zustande.“ nach obenDie Verbindung stehtJeden Sonntag ist die gebürtige Sächsin mit Luca zur Videotelefonie verabredet. Ihr Sohn kennt das schon, denn auch Vater Patrick war schon im Auslandseinsatz. Luca hatte seine Abwesenheit damals gut verkraftet. „Sonst hätte ich das auch nicht gemacht“, stellt Manuela klar. Die Wiedersehensfreude war riesig: „Zwei Wochen lang war ich abgeschrieben“, beschreibt die Soldatin lächelnd Lucas Reaktion. Und ganz bestimmt wird es bei ihrer Rückkehr nicht anders sein. „Die ersten vier Wochen sind nun geschafft. Ich bereue es nicht, hier im Kosovo zu sein. Die Vorfreude auf meinen Jungen ist aber schon jetzt riesengroß!“ nach oben

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