Karrierefrau trotz Kind und Klischee

By   /  October 21, 2016  /  Comments Off on Karrierefrau trotz Kind und Klischee

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MIL OSI – Source: Bundesministerium Der Verteidigung –

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Berlin, 20.10.2016.Morgens Chefin, nachmittags Mama? Führen in Teilzeit macht skeptisch. Ist aber nicht unmöglich. Zudem kämpfen Karrierefrauen von morgen bereits heute mit Vorurteilen im Beruf. Am 19. Oktober 2016 lud Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Konferenz „Frauen in Führungspositionen“ in das Bundeskanzleramt ein. Staatssekretär Gerd Hoofe und Vizeadmiral Joachim Rühle, Abteilungsleiter Personal im Bundesministerium der Verteidigung, folgten als männliche Unterstützung der Einladung.

Bundeskanzlerin Merkel und Bundesministerin für Familie Schwesig im Gespräch mit Konferenzteilnehmerinnen. (Quelle: Bundesregierung/Güngör)Größere Abbildung anzeigenZum dritten Mal lauschten 120 hochrangige Vertreterinnen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und öffentlicher Verwaltung den Worten der Bundeskanzlerin: „Wir wollen Teilzeit möglich machen und das nicht nur für Frauen, sage ich ausdrücklich, sondern auch für Männer.“ Die Schwerpunktthemen der diesjährigen Konferenz waren, das Führen in Teilzeit und die Vorurteile, mit denen Frauen auf dem Weg zum Erfolg, zu kämpfen haben. Unter ihnen war auch Christina Storbeck. Sie ist Fach-Expertin im Bereich des Projektmanagements im IT-Bereich der Deutschen Telekom AG. „Einer blonden Frau wird gern mal nahe gelegt, die Technik lieber den Männern zu überlassen“, erwähnte die 26-jährige schmunzelnd. Welche schwerwiegenden Folgen Vorurteile haben können, zeigt eine US-amerikanische Weeter-Studie. Tragen Wirbelstürme Frauennamen, werden sie als schwächer eingestuft und unterschätzt. Das führt zu mehr Todesfällen. Ergo, weibliche Hurrikane sind tödlicher als männliche. „Menschen lassen sich oft unbewusst von ersten Eindrücken und Klischees, den sogenannten „Unconscious Bias“, leiten“, erklärte Staatssekretär Hoofe. In der Personalbearbeitung und vor allem beim Erstellen von Beurteilungen sind aber objektive Entscheidungen wichtig. Schubladendenken hat dort nichts verloren. Dessen Ursachen aufzudecken und Möglichkeiten zu finden, damit umzugehen entpuppte sich in der Diskussionsrunde als überaus wichtig. nach obenFühren in Teilzeit ist die ZukunftStürmisch war auch die Diskussion zum Thema Teilzeitarbeit. Die bloße Anwesenheitsdauer im Büro sollte nicht über Karrieren entscheiden. Führen in Teilzeit ist umstritten, aber die Zukunft. Um sich zu beweisen arbeiten Frauen manchmal in Teilzeit trotzdem länger und verdienen weniger. Daher wäre es attraktiver, flexibel zu sein und auch einmal die Möglichkeit des Homeoffice zu nutzen, statt Teilzeit zu kassieren, aber Vollzeit zu arbeiten. Auch in der Bundeswehr soll dies bald vermehrt genutzt werden. Es ermöglicht dem Arbeitnehmer eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Seit Anfang des Jahres 2016 dürfen auch Soldaten ohne Kinder die Möglichkeit der Teilzeitbeschäftigung nutzen.Führungspositionen lassen sich in der Bundeswehr nur schwer definieren. Dafür ist das System zu komplex. Mehr als 19.500 Soldatinnen von insgesamt knapp 180.000 Soldaten dienen heute in der Bundeswehr. Zwischen 1980 und 2014 wurden zudem 26 Prozent der zivilen Mitarbeiterinnen in den höheren Dienst eingestellt. Die Bundeswehr hat auch die Vorurteilsproblematik erkannt und bietet dazu Führungskräftetrainings an. „Das „Unconscious Bias“-Online-Training der Initiative ‚Chefsache‘ wird derzeit im Intranet des Bundesministeriums der Verteidigung eingerichtet und soll zukünftig für alle Beschäftigten der Bundeswehr zur Verfügung stehen“, erklärte Vizeadmiral Rühle. Christina Storbeck ist Fach-Expertin im Bereich des Projektmanagements im IT-Bereich der Deutschen Telekom AG. (Quelle: Bundeswehr/Henrich)Größere Abbildung anzeigennach obenUnd die Männer?Nur 20 Prozent der Teilnehmer dieser Konferenz waren Männer. Dies soll sich 2017 ändern. Das Thema „Unconscious Bias“ bleibt bestehen. Es soll um Führungskompetenz, Mitarbeiterbindung und die Einbindung von Männern gehen. „Ich glaube, wenn es darum geht, Macht zu übernehmen, sind Frauen nach wie vor benachteiligt“, sagte Storbeck. „Ich würde gern noch mehr Verantwortung übernehmen.“ Unabhängig von Bundeswehr oder Wirtschaft, Männer oder Frauen, Macht macht Spaß. Und jeder von uns kämpft mit den gleichen Fragen. Möglicherweise sollte in Zukunft im Sinne der Gerechtigkeit die Frage auch lauten: Morgens Chef, nachmittags Papa?nach oben

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