Wochenausblick: Noch fehlt die Dynamik

By   /  October 24, 2016  /  Comments Off on Wochenausblick: Noch fehlt die Dynamik

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

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24. Oktober 2016. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Am deutschen Aktienmarkt kann von einem goldenen Oktober bislang keine Rede sein. Am Freitag verabschiedete sich der DAX bei einem Stand von 10.710 Punkten ins Wochenende. Damit steht seit Monatsbeginn ein Plus von 1,2 Prozent zu Buche. Dennoch ist es für Franz-Georg Wenner zu früh, die Bücher für das Börsenjahr 2016 zu schließen. Vor allem aus saisonaler Sicht hätten die Optimisten gute Karten. “In den vergangenen 30 Jahren dominierten nur fünf Mal im vierten Quartal rote Vorzeichen”, berechnet der Betreiber von chartanalysen-online.de. Abgerundet werde die hohe Gewinnwahrscheinlichkeit von einer starken Performance im Abschlussquartal, die in den vergangenen 20 Jahren im Durchschnitt bei rund 8 Prozent gelegen habe.
Wichtige Hürde noch nicht genommen
Spannend bleibt die Lage nach Auffassung von Wenner vor allem aus charttechnischer Sicht. “Zwar scheint der DAX den seit dem Rekordhoch bestehenden Abwärtstrend überwunden zu haben, die Anschlusskäufe fallen bisher aber enttäuschend aus.” Ausgebremst werde der Markt von der seit elf Wochen bestehenden Verkaufszone zwischen 10.650 bis 10.800 Punkten. “Erst wenn der Index dieses Areal per Tagesschluss überwindet, dürfte der Startschuss für die Jahresendrally mit Ziel 11.000 Zähler fallen.” Scheitere der Markt hingegen erneut, rücke kurzfristig wieder die Unterseite der Handelsspanne bei 10.265 bis 10.350 Punkten in Reichweite und das Spiel beginne wieder von vorn.Bullen stehen in den Startlöchernhttp://www.boerse-frankfurt.de/service/newsletter

Auch Ralf Umlauf sieht im DAX-Kursverlauf der vergangenen Handelstage eine Befestigung. Mit dem Umschalten der klassischen Indikatoren wie MACD und Stochastic auf Kauf habe sich das technische Umfeld weiter verbessern können. Das mehrfache Unterschreiten der 55-Tagelinie erwies sich mithin nicht als nachhaltig, wie der Charttechniker der Helaba beschreibt. Mittlerweile nähere sich das deutsche Aktienbarometer dem Widerstandsbereich von 10.780 bis 10.802 Punkten, den Umlauf von den Hochs im September und August herleitet. Jenseits dieser Begrenzung erkennt der Analyst Raum für fortgesetzte Kurssteigerungen bis 11.430 Zähler, dem Hoch vom Dezember letzten Jahres.

Vertrauen der Profis in Aktien kehrt zurückFür Robert Halver von der Baader Bank spricht zudem das Anlageverhalten der Profianleger tendenziell für eine Jahresendrally. Trotz Unsicherheiten wie die US-Präsidentschaftswahl, eine US-Zinserhöhung im Dezember, Chinas Konjunktur, ein möglicher harter Brexit und das Referendum über die Verfassungsreform in Italien flössen die Finanzmittel institutioneller Anleger wieder zunehmend in die Aktienmärkte. Diese sitzen laut Fund Manager Survey der Bank of Amerika und Merrill Lynch immerhin auf dem höchsten Stand an Barreserven seit dem EU-Austrittsvotum der Briten.
HalverZahlen der DAX-Konzerne entscheidend

Impulse für die Aktienmärkte könnten vonseiten der Unternehmen im Zuge der Berichtssaison vom dritten Quartal kommen. In den USA veröffentlichten bisher 81 Konzerne aus dem S&P 500 ihre Zahlen, wie Patrick Harms von der HSH Nordbank bemerkt. “Insbesondere für den Finanzsektor verliefen die vergangenen drei Monate überraschend gut.” Bislang seien die Umsätze in der Branche um 3,6 Prozent stärker als erwartet ausgefallen, die Gewinne lägen gar 25,8 Prozent über den Prognosen. 19 von 95 Finanzkonzernen hätten ihre Bücher bereits offengelegt. Erfreulich nennt Harms auch die Entwicklung im IT-Sektor, wo die Gewinne um 4,4 Prozent über den Annahmen lägen. Der Konsum-Dienstleistungssektor hingegen habe enttäuscht. Nur die Aktie von Netflix mache eine Ausnahme nach starken Nutzer-Wachstumszahlen und Gewinnen mit einem Sprung um 20 Prozent nach oben. “Insgesamt liegen die Umsätze bisher 1,23 Prozent und die Gewinne mehr als 7 Prozent über den Erwartungen.”
In Deutschland stehen in dieser Woche unter anderem die Zahlen von Daimler und SAP an, gefolgt von Bayer in der Woche darauf. “Wenn es bei diesen drei Schwergewichten im DAX zu Überraschungen kommt, wird dies den Aktienmarkt stark bewegen”, sagt Harms voraus.
Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Dienstag, 25. Oktober
10.00 Uhr. Deutschland: ifo Geschäftsklimaindex Oktober. Im vergangenen Monat machte das ifo Geschäftsklima laut DekaBank nicht nur den enttäuschenden August sondern auch andere vergangene schwache Monate wett. Zwar könne es in diesem fulminanten Tempo nicht weiter gehen, dennoch erkennen die Analysten noch etwas Luft nach oben und begründen dies unter anderem mit der Verbesserung globaler Frühindikatoren. Neben der Stimmung der Finanzmarktanalysten legten beispielsweise die Klimaindikatoren der sentix-Erhebung und die ZEW-Indikatoren der im Oktober zu. Für das ifo Geschäftsklima rechnen die DekaBank-Analysten ebenfalls mit einer leichten Verbesserung.
Donnerstag, 27. Oktober
10.30 Uhr. Großbritannien: Bruttoinlandsprodukt drittes Quartal. Nach dem Votum für einen Austritt aus der Europäischen Union dürfte den Briten nach Ansicht der DekaBank die anfangs befürchtete unmittelbar folgende Rezession erspart bleiben. Das Wirtschaftsvertrauens sei dank dem glaubwürdigen Brexit-Kurs der neuen Premierministerin Theresa May sowie der geldpolitischen Lockerung der Bank of England stabilisiert worden. Die Makro-Indikatoren für das britische Wirtschaftswachstum deuteten auf ein kleines Plus gegenüber den bereits starken drei Monaten zuvor. In den folgenden Perioden würden Brexit-Belastungen vermutlich stärker entfalten.
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Von: Iris Merker
24. Oktober 2016, © Deutsche Börse AG

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