Praxis der Agenda Attraktivität: Weniger Versetzungen und mehr Planbarkeit

By   /  October 25, 2016  /  Comments Off on Praxis der Agenda Attraktivität: Weniger Versetzungen und mehr Planbarkeit

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MIL OSI – Source: Bundesministerium Der Verteidigung –

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Storkow, 25.10.2016.Für Hauptfeldwebel Ronny Schubert gehören Versetzungen zum Job. „Ich habe es immer geschafft, mich im Radius von 100 Kilometern rund um Berlin versetzen zu lassen”, sagt Schubert lächelnd. Ganz einfach war das aber nicht. Das weiß auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

Besser planbar: Die Personalentwicklung der Bundeswehr im Rahmen der „Agenda Attraktivität” wird langfristiger, transparenter und verlässlicher. (Quelle: MITO images)Größere Abbildung anzeigenEine Vielzahl von Stationen quer durch die Republik sind dem Spieß des Führungsunterstützungsbataillons 381 im brandenburgischen Storkow aber bislang erspart geblieben.Im Rahmen der „Agenda Attraktivität” soll die Personalentwicklung der Bundeswehr in Zukunft langfristiger, transparenter und verlässlicher werden. nach obenVerständnis für VeränderungenSchubert machte seinen Wehrdienst 1997 südlich von Berlin in Blankenfelde. 2001 kam der Fernmelder ins 130 Kilometer entfernte Havelberg. Das dortige Führungsunterstützungsbataillon 382 sollte dann im Rahmen einer Strukturreform geschlossen werden – doch Schubert wollte in der Region bleiben. 2013 nahm er einen Dienstposten im Einsatzführungskommando bei Potsdam an, letztes Jahr wechselte er nach Storkow. „Weil mir der Dienstposten hier besser gefallen hat”, sagt der Berufssoldat.Schubert hat reichlich Auslandserfahrung gesammelt: Allein vier Mal war er in Afghanistan. Außerdem war er im Kosovo, in Mali, dem Senegal und der Türkei im Einsatz. Schubert hat durchaus Verständnis für Veränderungen. „Die Strukturreform war nötig, das ist mal klar”, sagt der 39-Jährige. Allerdings seien viele Versetzungen unnötig – etwa, wenn Planstellen in andere Teilstreitkräfte verschoben würden. Viele Posten dürfen nur von Angehörigen bestimmter Bereiche besetzt werden; für manche muss man zum Heer gehören, für andere wiederum zur Luftwaffe. Auch Hauptfeldwebel Schubert ging es so. Deswegen wechselte er vom Heer zur Luftwaffe, um in der Nähe seiner Heimat bleiben zu können. Schubert: „Mein Sohn wird in drei Jahren eingeschult. Mir ist es einfach wichtig zu wissen, wo ich in den nächsten fünf Jahren bin.” (Quelle: Westend61/Rupp)Größere Abbildung anzeigennach obenFamilien brauchen PlanungssicherheitDas war Schubert auch deshalb so wichtig, weil er eine Familie gründen wollte. Lange Zeit passte es nicht: Wegen seinen mehrmonatigen Einsätzen im Ausland und der Unsicherheit, wie es mit dem Standort weitergehen sollte. „Zweieinhalb Jahre hingen wir in der Schwebe”, sagt Schubert. Inzwischen ist er glücklich verheiratet und Vater zweier kleiner Kinder. Auch wegen des Nachwuchses ist ihm Planbarkeit wichtig. „Mein Sohn wird in drei Jahren eingeschult. Mir ist es einfach wichtig zu wissen, wo ich in den nächsten fünf Jahren bin.”Schubert baut gerade ein Haus für seine Familie. Sogar bei der Auswahl des Grundstücks hätten „taktische Gründe” eine Rolle gespielt, sagt er. „Zuhause bin ich zwar eigentlich bei Eberswalde, aber das Haus bauen wir jetzt in Blankenfelde”, erzählt Schubert. Im Umkreis von 50 Kilometern gibt es mehrere große Dienststellen, Schubert will endlich Wurzeln schlagen. „Drei Mal hab ich mir schon einen neuen Freundeskreis aufgebaut, jetzt bin ich grade wieder dabei.” Wenn die Taktik des Spießes aufgeht, wird dieses Mal das letzte Mal sein. nach obenKarrieren individueller und planbarer gestaltenMit Maßnahmen für mehr Transparenz und weniger Versetzungen will das Verteidigungsministerium die Laufbahn bei der Bundeswehr besser planbar machen und stärker auf die Bedürfnisse der Soldaten zuschneiden. MaßnahmenDie Ausbildung soll sich künftig enger an den individuellen Kompetenzen der Soldaten orientieren, statt eine möglichst breite Verwendbarkeit anzustreben. So soll auch die Zahl der Versetzungen auf das notwendige Niveau reduziert werden.Soldaten sollen auf einem Dienstposten bis zu drei Besoldungsstufen durchlaufen können. Welche Stellen sich eignen, wird derzeit von den Organisationsbereichen ermittelt.Die Zahl der Dienstposten, die sowohl von Soldaten wie auch Zivilisten besetzt werden können, soll erhöht werden. Zudem soll es mehr Stellen geben, die unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer Teilstreitkraft besetzt werden können. Damit sollen weniger Ortswechsel ermöglicht werden.Ab dem Oktober 2017 gibt es nur noch zwei feste Versetzungstermine im Jahr: Im Frühjahr zum 1. April sowie im Herbst am 1. Oktober eines Jahres. So können ich Soldaten im Voraus auf eine Versetzung vorbereiten. Seit April 2016 gilt bei Versetzung mit Standortwechseln eine sechsmonatige Schutzfrist.Soldaten, die ihr Karriereziel erreicht haben, sollen nach Möglichkeit nicht mehr versetzt werden.Auch Führungskräfte sollen weniger häufig umziehen. Sie sollen für mindestens 36 Monate auf einem Dienstposten bleiben können, Spezialisten zukünftig sogar für fünf Jahre.Der Dialog zwischen Soldaten und Personalführung soll intensiviert werden. Pro Jahr soll mindestens ein Kontakt mit dem Personalführer stattfinden.Ein Dienstposteninformationsportal informiert seit September 2015 über Stellen im In- und Ausland. Die Benutzerfreundlichkeit des Portals soll künftig weiter erhöht werden.nach oben

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