Baulandschaft beeinflusst Lebensqualität

By   /  October 26, 2016  /  Comments Off on Baulandschaft beeinflusst Lebensqualität

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MIL OSI – Source: Deutschland Bundesregierung –

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Durch Ausbau der Infrastruktur die Ortskerne stärken und beleben – so lautet eine Empfehlung aus dem Bericht “Stadt und Land” der Bundesstiftung Baukultur. Das Bundeskabinett hat den Baukulturbericht 2016/17 zur Kenntnis genommen und eine Stellungnahme beschlossen.

Ein Schwerpunkt des Baukulturberichts liegt auf der Situation in den ländlichen Räumen.
Foto: imago/Gustavo Alabiso

Die Bundesregierung will das baukulturelle Bewusstsein in Politik und Öffentlichkeit stärken. “Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD haben die Regierungsparteien vereinbart, einen breiten gesellschaftlichen Dialog zu baukulturellen Fragen zu fördern und die Bundesstiftung Baukultur als hierfür wichtigen Partner zu stärken.” Das steht in der vom Kabinett beschlossenen Stellungnahme zum Baukulturbericht 2016/17.
Baukultur entscheidend für Zugehörigkeitsgefühl

Die gebaute Umwelt beeinflusst das gesellschaftliche Zusammenleben maßgeblich – positiv oder negativ. Denn der Zustand der Bauten in Städten und Dörfern wirkt nicht nur auf die optische Wahrnehmung, sondern auch auf das Gefühl der Menschen. Ob historische Bauten und das kulturelle Erbe gepflegt oder vernachlässigt werden, ob Häuser, Plätze und Straßen heruntergekommen sind oder zum Verweilen einladen – die Baulandschaft prägt das Zugehörigkeitsgefühl und die Identifikation der Menschen mit ihrer Heimat.

Baukultur ist daher nicht nur eine Frage des Geldes. In jüngster Zeit wird das Thema “Bauen” vor allem unter ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten diskutiert. Das Bundesbauministerium rückt im Hinblick auf Integration auch soziale Bezüge in den Vordergrund. Der Baukulturbericht verdeutlicht zudem die hohe emotionale und ästhetische Bedeutung der bebauten Umwelt.

Die Bundesregierung will das baukulturelle Bewusstsein in Politik und Öffentlichkeit stärken. Sie betont deshalb in ihrer Stellungnahme zum Baukulturbericht, dass es wichtig sei, alle Betroffenen frühzeitig an der Planung von Bauvorhaben zu beteiligen: die Bürgerinnen und Bürger wie auch alle übrigen Akteure aus Verwaltungen und Verbänden.
Vitale Gemeinden als Schwerpunkt

Deutschland ist ein Land der Klein- und Mittelstädte sowie der ländlichen Räume. Welche Zukunftsaussichten haben ländliche Räume vor dem Hintergrund ständig wachsender Metropolen? Das Hauptaugenmerk des Baukulturberichts liegt daher auf der Bestandsaufnahme abseits der Großstädte.

Der Bericht thematisiert drei Schwerpunkte: “Vitale Gemeinden”, “Infrastruktur und Landschaft” sowie “Planungskultur und Prozessqualität”. Die Bundesstiftung Baukultur hat zahlreiche Verbände und Interessenvertreter, aber auch die Ergebnisse einer Bevölkerungsbefragung und einer Kommunalumfrage in die Erarbeitung des Berichts einbezogen.
Zukunftsperspektive für die ländlichen Räume

Der Baukulturbericht enthält Handlungsempfehlungen an die Politik, um den ländlichen Räumen durch Baukultur eine Zukunftsperspektive zu geben:

Ortskerne stärken und vitalisieren: Dafür sollen die Infrastrukturangebote ausgebaut und die Landschaft attraktiv gestaltet werden – zum Beispiel durch Umnutzung von aufgegebenen landwirtschaftlichen Flächen, Einrichtung von Parks oder Gartenschauen.Baukultur muss Chefsache werden: Denkmalschutz und ortsspezifisches Bauen stärken das Ortsbild – und damit die Identität der Orte sowie ihrer Bewohner.Formale Planungsprozesse in den Verwaltungen sind intensiver mit informellen Wegen der Beteiligung zu verknüpfen.Der Bund als Förderer und Vorbild

Ein wichtiges Ziel der Bundesregierung lautet, das baukulturelle Erbe für künftige Generationen zu erhalten und sensibel im historischen Kontext weiter zu bauen. Ebenso wichtig ist es, innovativ und qualitätsvoll neu zu bauen.

Der Bund wirkt maßgeblich daran mit, die Qualität der baulich-räumlichen Umwelt in Deutschland positiv zu beeinflussen. Dies geschieht durch regulative Maßnahmen der Gesetzgebung und über Förderprogramme. Auch Auszeichnungen, Wettbewerbe oder das beispielhafte Bauen im eigenen Zuständigkeitsbereich des Bundes tragen dazu bei.

Die Bundesstiftung Baukultur wurde im Dezember 2006 durch Bundesgesetz errichtet. Sie hat die Aufgabe, das Bewusstsein für gutes Planen und Bauen zu stärken. Auch soll sie die Qualität und Leistungsfähigkeit des Planungs- und Bauwesens in Deutschland national und international herausstellen. Für den Baukulturbericht 2016/17 gab es eine Kommunalbefragung mit über 520 Kommunen und eine Bevölkerungsumfrage unter 1.200 Personen, um die spezifischen Herausforderungen und Bedürfnisse jenseits der großen Städte zu erfassen.
Mittwoch, 26. Oktober 2016

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