Afghanistan: Kampfretter der Luftwaffe erstmals im Auslandseinsatz

By   /  October 30, 2016  /  Comments Off on Afghanistan: Kampfretter der Luftwaffe erstmals im Auslandseinsatz

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MIL OSI – Source: Bundesministerium Der Verteidigung –

Headline: Afghanistan: Kampfretter der Luftwaffe erstmals im Auslandseinsatz

Masar-i Scharif, 30.10.2016.Mitten im Nichts. Es ist diesig, die Sicht ist schlecht. Der warme Wind wirbelt den feinen Sand immer wieder hoch. Die Umrisse der Berge am Fuße des Hindukuschs erkennt man nur schemenhaft. Das einzige hörbare Geräusch in der Ferne – Hubschrauber, die näher kommen.

Seit wenigen Wochen sind erstmals sechs Kampfretterfeldwebel der Luftwaffe aus dem Hubschraubergeschwaders 64 bei Resolute Support in Afghanistan im Einsatz. Bei Einsätzen im besonderen Aufgabenbereich der Bundeswehr, insbesondere bei Personnel-Recovery-Einsätzen (PR), sind sie ständige Luftfahrzeugbesatzungsmitglieder auf dem mittleren Transporthubschrauber CH-53 und werden an Bord oder abgesessen eingesetzt. Das gemeinsame Vorgehen haben sie kürzlich in der Nähe des Camps Marmal geübt.nach obenAll­roun­derWährend eines Einsatzes an Bord der CH-53 nehmen die Kampfretter ihre Funktion selbständig wahr. Sie bedienen die Rettungswinde, führen Absetzvorgänge durch und unterstützen – in Zusammenarbeit mit anderen Besatzungsmitgliedern des Hubschraubers – bei der Landung auf begrenzten Landeflächen. Sollten einzelne Besatzungsmitgliedern ausfallen, könnten sie auch – je nach ihrer jeweiligen Qualifikationen – deren Aufgaben, wie zum Beispiel die Besetzung der Bordwaffenstation, übernehmen.Im abgesessenen Einsatz agieren Kampfretterfeldwebel selbständig als Trupp. Sie erkunden Landezonen zur Aufnahme isolierter Personen und bereiten die identifizierte Zone für die Landung des Hubschraubers und für das vorgesehene Aufnahmeverfahren vor.Die Kampfretter sind hauptverantwortlich für die Einsatzplanung und Durchführung des Einsatzes ab dem Verlassen des Luftfahrzeuges. Sie sind bei PR-Einsätzen grundsätzlich mit der Sicherung, der Identifizierung und der Aufnahme isolierter Personen beauftragt. „Es ist wichtig, dass sich die zu rettenden Personen defensiv verhalten, so bekommen die Retter einen schnelleren Überblick über die Sicherheitslage“, erläutert Chris K., einer der Kampfretter, während der Übung. Bei einer notwendigen Erweiterung des Teams, zum Beispiel durch Objektschutzkräfte der Luftwaffe, führen sie diese Gruppen im taktischen Bereich. nach obenUmfassend qualifiziert – aber kein Sanitätspersonal Bei Einsätzen im Rahmen der Rettung und Rückführung von Personen, bringen die Kampfretter verwundete und/oder isolierte Personen zum Hubschrauber und zum im Luftfahrzeug wartenden Sanitätspersonal. Sie unterstützen an Bord das medizinische Fachpersonal auf deren Anweisung und mit ihren Qualifikationen. Die Kampfretter verfügen neben ihren infanteristischen Qualifikationen auch über eine erweiterte sanitätsdienstliche Ausbildung für Nicht-Sanitätspersonal, um im Rahmen der Rettungskette die erforderlichen Fähigkeiten sicherstellen zu können. Dabei ist es wichtig, herauszustellen, dass die Kampfretter der Luftwaffe nicht dem Sanitätsdienst der Bundeswehr angehören. Somit gelten sie auch nicht als Sanitätspersonal im völkerrechtlichen Sinne. Sobald die Verletzten nach dem Rückflug an die Sanitätskräfte im Camp Marmal übergeben sind, ist die Übung die Kampfretter für heute beendet. „Jede Übung ist wichtig für uns. Jeder Handgriff muss sitzen, damit wir im Ernstfall noch schneller und präziser handeln können“, fasst Hauptfeldwebel K. zusammen.nach oben

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