Der Spind

By   /  October 31, 2016  /  Comments Off on Der Spind

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MIL OSI – Source: Bundesministerium Der Verteidigung –

Headline: Der Spind

Berlin, 31.10.2016.„Stubendurchgang – Spindkontrolle!“ Schallen diese beiden Befehle durch die Gänge der Grundausbildungsblöcke, gibt es wohl kaum einen Rekruten, der nicht innerlich zusammenzuckt. Besonders zu Beginn der Dienstzeit existieren zahlreiche Mythen und Legenden über dieses militärische Ritual.

So gut wie jeder Soldat kennt mindestens einen Ausbilderspruch dazu: „Ihr Spind sieht aus wie ein Handgranatenwurfstand“, „Da ist ja noch der halbe Wald drin“ oder „ Ihr Spind sieht so unaufgeräumt aus, dass man denken könnte, Sie seien hineingestiegen und hätten eine Orgie gefeiert.“Der eine oder andere Elternteil wird sich beim Gedanken an die Schrankordnung seines Nachwuchses damit identifizieren können. Was im zivilen Leben eine ganz persönliche Einstellungssache ist, wird im Militär klar vorgegeben. Für Soldaten sind Ordnung und Disziplin überlebenswichtig. Genau zu wissen, wo sich die eigene Ausrüstung befindet, spart bei einer Alarmierung viel Zeit.nach obenPuzzeln im UnterkunftsschrankDiese Ordnung und Disziplin lernen die Soldaten bereits in den ersten Wochen ihrer Ausbildung. Das Einräumen des Spindes ist ein Teil davon. Anhand eines Musterspindes bekommen die Soldaten gezeigt, wie sie ihre Ausrüstung und dienstliche Bekleidung verstauen sollen. Eine Spindordnung hilft den Soldaten, den verfügbaren Raum bestmöglich zu nutzen. Jedes Kleidungsstück und jedes Teil der Ausrüstung hat seinen Platz. So findet der Soldat seine Ausrüstung auch im Dunkeln innerhalb kürzester Zeit.Offiziell heißt der Spind Unterkunftsschrank. Er ist dreiteilig und insgesamt 2,45 Meter hoch und 1,20 Meter breit. In der rechten Hälfte, dem Kleiderschrank, stehen unter anderem Kampfstiefel, Sportschuhe und Dienstanzugsschuhe. Feldjacke, Nässeschutzanzug, Feldanzug und Dienstanzug sind hier ebenfalls aufgehängt. T-Shirts und Hemden werden auf A4-Größe gefaltet, um Platz zu sparen. Ein Blatt Papier dient als Schablone. Auch das lernen die Soldaten in ihren ersten Tagen.nach obenSauber muss es seinIn der linken Hälfte können die Soldaten neben der Sportbekleidung auch private Kleidung und persönliche Gegenstände unterbringen. Hier befinden sich auch das Ess- und das Wertfach. Nicht nur Ordnung spielt für die Einsatzbereitschaft der Soldaten eine immense Rolle, auch die Sauberkeit der Ausrüstung wird kontrolliert. Damit dem Ausbilder bei der Kontrolle des Essgeschirrs nicht entsetzt entfährt: „Oh Gott, es leeeebbbbttt!”, müssen Essgeschirr, Essbesteck und Trinkflasche nach der Benutzung in die Einzelteile zerlegt und gereinigt werden. Danach räumen es die Soldaten zum Trocknen nach einem bestimmten Schema in das Essfach ein.Das Wertfach kann separat abgeschlossen werden. Es darf nur vom Disziplinarvorgesetzten, in der Regel dem Kompaniechef, kontrolliert werden. Und auch nur bei einem Verdacht auf ein Dienstvergehen. Im unteren Schubfach liegen Schutzputzzeug und der Taschenklappkocher, darüber Socken und Handschuh.nach obenEin Schrank für allesNoch vor wenigen Jahren bildete der Spindaufbau die erste Angriffsfläche für Ausbilder bei der Spindkontrolle. Bereits beim Betreten der Stube erkannte der Gruppenführer, mit wie viel Herzblut und Perfektion die Soldaten ihre Ausrüstung auf dem Spind drapiert hatten. Es war eine Kunst, den unförmigen Wäsche- und Transportsack, auch als Seesack bekannt, so zu falten, dass am Ende eine rechteckige Front entstand. Mit der Einführung des Aufsatzschrankes verschwindet diese Ausrüstung nun auch hinter Schranktüren. Nichtsdestotrotz muss sie weiterhin akkurat verstaut werden. Wenn alles seinen Platz gefunden hat, sauber verstaut ist, und die Spindtüren auch noch zu gehen, braucht der frisch gebackene Rekrut den Ausruf „Spindkontrolle“ nicht mehr zu fürchten.nach oben

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