Buntenbach: Rentenreform dringend notwendig

By   /  November 1, 2016  /  Comments Off on Buntenbach: Rentenreform dringend notwendig

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MIL OSI – Source: DGB – Bundesvorstand –

Headline: Buntenbach: Rentenreform dringend notwendig

Stand: 31.10.2016 10:36 Uhr

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DGB-Vorstandsmitglied Buntenbach plädiert für eine umfassende Rentenreform
DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach hält eine umfassende Rentenreform für dringend notwendig. Andernfalls drohe vielen Menschen Altersarmut, obwohl sie lebenslang in die Rentenversicherung eingezahlt hätten, sagte sie am Montag auf NDR Info. Die Politik müsse umsteuern. Zur Finanzierung der steigenden Rentenkosten hält Buntenbach eine Erhöhung des Renteneintrittsalters für einen falschen Schritt. Sie plädiert stattdessen dafür, auch Steuermittel für die Rentenfinanzierung zu verwenden und die Beträge wie geplant – allerdings früher – zu erhöhen.
Altersarmut befürchtet
“Das Rentenniveau darf nicht weiter sinken. Es geht darum, es auf dem jetzigen Niveau zu stabilisieren”, sagte Buntenbach. In den vergangenen Jahren sei es schon immer geringer geworden. Wenn das aktuelle Rentensystem beibehalten werde, sinke das Niveau von heute 47,9 Prozent des Durchschnittseinkommens auf 43 Prozent. “Zum Beispiel hätte eine Krankenschwester, wenn sie heute nach 40 Jahren Arbeit in Rente geht, 985 Euro. Bei 43 Prozent hätte sie nur noch 884 Euro, also gut 100 Euro weniger.” Das Rentenniveau könne bis auf 41 Prozent sinken, wenn es keine Reform gebe. Das würde für viele Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet und in die Rentenversicherung eingezahlt haben, sozialen Abstieg und auch Altersarmut bedeuten.
Das Interview zum Nachhören

31.10.2016 07:50 Uhr

Rücklagen, die es in der Rentenversicherung noch gibt, müssten zu einer “Demografie-Reserve” aufgebaut werden, sagte Annelie Buntenbach vom Deutschen Gewerkschaftsbund.
Audio (04:56 min)

Buntenbach: Rücklagen aufbauen statt ausgeben
Um ein stabiles Rentenniveau zu finanzieren, müssten die Rücklagen, die jetzt noch in der Rentenversicherung sind, nicht weiter ausgegeben, sondern als Demografiereserve aufgebaut werden. “Der erste Schritt dazu wäre, gesamtgesellschaftliche Ausgaben – nämlich zum Beispiel die Kosten für die Mütterrente – mit immerhin sieben Milliarden Euro im Jahr, aus Steuermitteln zu zahlen”, sagte Buntenbach. Außerdem sollten die Beiträge in kleinen aber verkraftbaren Schritten angehoben werden. “Nicht höher als vom Gesetzgeber vorgesehen, aber früher.” Diese Demografiereserve könne dann die Stabilisierung des Rentenniveaus finanzieren. Damit gebe es dann Zeit und Luft, um über längerfristige Weichenstellungen für die Rente zu entscheiden. Das könnte zum Beispiel eine Erwerbstätigenversicherung sein, in die dann auch Selbstständige miteinbezogen werden, sagte Buntenbach. “Und es wäre auch die Frage: Wie sieht es denn langfristig mit dem Steueranteil aus?” Das Niveau dürfe nicht weiter absinken, denn der soziale Abstieg sei keine Option.
Renteneintrittsalter darf nicht erhöht werden
Das Renteneintrittsalter als Stellschraube zur Rentenfinanzierung zu verwenden, hält Buntenbach für einen völlig falschen Schritt. Denn schon heute könnten viele Menschen nicht mehr gesund bis 65 Jahren in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung arbeiten. “Und das gilt für die 67 erst recht. Und wenn das dann noch weiter ansteigt, dann ist das für die Krankenschwester, den Busfahrer oder den Maurer sicher keine Option, sondern bedeutet für diese nur eine Rentenkürzung.” Wenn die Koalition es nicht schaffe, noch in dieser Legislaturperiode eine Rentenreform auf den Weg zu bringen, werde der DGB das Thema als Anforderung an die Parteien beim Bundestagswahlkampf auf den Tisch bringen, sagte Buntenbach.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info |
31.10.2016 | 07:50 Uhr

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