Somalia wird unterstützt im Kampf gegen Al-Shabaab

By   /  November 1, 2016  /  Comments Off on Somalia wird unterstützt im Kampf gegen Al-Shabaab

    Print       Email

MIL OSI – Source: Bundesministerium Der Verteidigung –

Headline: Somalia wird unterstützt im Kampf gegen Al-Shabaab

Berlin, 31.10.2016.Die Europäische Union unterstützt die seit August 2012 existierende Bundesregierung Somalias im Kampf gegen die Miliz Al-Shabaab. An der Ausbildungs- und Beratungsmission European Union Training Mission (EUTM) Somalia ist auch die Bundeswehr beteiligt. Die wesentlichen Schwerpunkte dieser Mission sind die Ausbildung, Ausbildungsbegleitung und strategische Beratung der somalischen Streitkräfte. Ziel ist es, funktionsfähige Sicherheitsstrukturen in Somalia aufzubauen. Die Redaktion der Bundeswehr berichtet vor dem Hintergrund des verstärkten Afrika-Engagements der Bundesregierung über Brennpunkte auf dem Kontinent – und über Einsätze, an denen auch die Bundeswehr beteiligt ist.

Erst Mitte dieses Monats griff die islamistische Al-Shabaab-Miliz eine Stadt in Somalia an. Bei dem Angriff auf den Ort Afgoye rund 30 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Mogadischu wurden nach Behördenangaben mindestens zehn Menschen getötet. Nach Angaben der Mission der Afrikanischen Union in Somalia (AMISOM) zogen sich die Shabaab-Kämpfer zurück, bevor AMISOM-Soldaten eintrafen. Dieser Konflikt aus dem Alltag des Landes zeigt, dass die Gewalt jeden Tag aufs Neue aufflammen kann. Die Ursachen dafür liegen lange zurück.nach obenBlick zurück: 18 afrikanische Staaten unabhängigBlick ins Jahr 1960. 18 afrikanische Staaten erlangen ihre Unabhängigkeit. Zwei davon sind Britisch- und Italienisch-Somaliland. Schon vor der Unabhängigkeit Italienisch-Somalilands fassten die beiden Länder den Entschluss, im Falle beider Unabhängigkeiten, sich zum heutigen Staat Somalia zusammenzuschließen. Seitdem ist das Land geprägt von blutigen Auseinandersetzungen.1969 übernahm der somalische Offizier Mohamed Siad Barre die Macht und etablierte eine Diktatur. In den Jahren 1977/78 führte er Somalia erfolglos gegen Äthiopien in den Krieg, um die Region Ogaden zu annektieren. 1991 führte ein Bürgerkrieg letztendlich zum Sturz Barres.nach obenKeine funktionierende ZentralregierungSeitdem gibt es trotz einer international unterstützten Übergangsregierung in dem afrikanischen Staat keine funktionierende Zentralregierung. Rivalisierende Clans, die regelmäßig um Macht konkurrieren, boten eine Hintertür für islamistische Bewegungen, die das Machtvakuum zu nutzen wussten – unter anderem Al-Shabaab.Die islamistische Gruppierung ging aus der „Union islamisches Gericht“ hervor. Tim Glawion, von 2010-2014 Länderforscher Somalia am Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung, erklärt: „Die Richter der Union waren unbewaffnet und darauf angewiesen, dass Milizen ihre Urteile durchsetzten.“ Al-Shabaab sei zunächst eine kleine Gruppe gewesen, habe sich jedoch rasch zu einer Konstanten entwickelt. Zwei Faktoren seien dabei im Jahre 2006 maßgebend gewesen: Zum einen der Versuch Äthiopiens, Somalias Erzfeind seit 1960, somalisches Land zu annektieren, zum anderen der Zusammenschluss für den Frieden durch Warlords, die von den USA unterstützt wurden. Beides stellte eine Bedrohung für die Bevölkerung dar.nach obenModerate Richter verlieren an Ansehen„Die moderaten Richter verloren immer mehr an Ansehen, die Bevölkerung wünschte sich Schutz. Schutz, den sie effizient von den Milizen wie al-Shabaab erhielt“, so Glawion. In Folge hätten die Milizen die militärische Führung des Landes übernommen.Dies änderte sich erst mit der großen Hungersnot 2011, obwohl al-Shabaab zwischenzeitlich die Regierung in weiten Teilen des Landes stellte. Die Miliz lehnte internationale Hilfe ab und verlor daraufhin massiv an Rückhalt in der Bevölkerung. Daraufhin wurde al-Shabaab durch eine militärische Offensive der Mission der Afrikanischen Union in Somalia (AMISOM) aus der Hauptstadt und anderen wichtigen Städten verdrängt.nach obenSubstaaten kommen durch Clanmilizen zustande„Die Möglichkeiten dieser und jeder anderen Mission und des Landes, vor allem des Südens, sind nicht genau zu benennen“, führt Glawion weiter aus. Während der Norden unter anderem in Somaliland und Puntland weitestgehend autonom seine eigenen Regierungen und Polizei aufgebaut hat, entstünden im Süden immer mehr Substaaten, die oft auf Clanmilizen aufgebaut seien. Al-Shabaab hingegen kämpft weiter brutal um die Vorherrschaft und für einen islamistischen Gottesstaat in dem ganzen Land am Horn von Afrika.Somalia – viele ergreifen die FluchtInnerhalb der Missionen Atalanta und EUTM Somalia sind insgesamt 108 deutsche Soldaten am Horn von Afrika im Einsatz. Ziel ist die Stabilisierung der Lage in und um Somalia sowie der Schutz von Hilfslieferungen.Neben Somalia gehören auch die Staaten Äthiopien, Dschibuti und Eritrea zum sogenannten Horn von Afrika. Dort verlaufen zwei wichtige internationale Seewege: der eine entlang der arabischen und ostafrikanischen Küste, der andere Richtung Suez-Kanal. Gleichzeitig zählt dieses strategisch bedeutsame Gebiet zu den gefährlichsten und ärmsten Regionen unserer Welt. Insbesondere Somalia, das die längste Küstenlinie am Horn besitzt, kommt nicht zur Ruhe. Auf der Liste des „Fragile States Index“ steht Somalia regelmäßig auf einem Spitzenplatz. Zahlreiche Clans und Milizen bekämpfen sich untereinander.Somalia ist reich an Bodenschätzen, doch diese liegen brach. Die meisten der schätzungsweise 11 Millionen Somalier könnten ohne Nahrungsmittelhilfen kaum überleben. Zugleich sorgt eine sehr hohe Geburtenrate für ein fortschreitendes Bevölkerungswachstum. Viele ergreifen daher die Flucht.nach oben

    Print       Email

You might also like...

Team Deutschland auf dem Weg nach Tokio

Read More →