Rasante Digitalisierung im Stall und auf dem Acker

By   /  November 2, 2016  /  Comments Off on Rasante Digitalisierung im Stall und auf dem Acker

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MIL OSI – Source: Deutscher Bauernverband –

Headline: Rasante Digitalisierung im Stall und auf dem Acker

Auf dem
Acker arbeiten Landmaschinen GPS-gesttzt und sensorgesteuert. So kann der
Landwirt die Entwicklung und die Nhrstoffversorgung von Pflanzen
quadratmetergenau beobachten und steuern. Im Stall misst whrenddessen die
Technik die Gesundheits- und Leistungsdaten jedes einzelnen Tiers und
ermglicht so eine individuelle Betreuung: Die Landwirtschaft entwickelt sich
rasant zu einer digitalisierten Branche. Schon heute nutzt mehr als jeder
Zweite in der Branche (53 Prozent) digitale Lsungen. Das zeigt eine
reprsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom untersttzt vom
Deutschen Bauernverband (DBV) unter 521 Landwirten und Lohnunternehmern.
Lohnunternehmer arbeiten als Dienstleister fr Landwirte. Die Digitalisierung
der Arbeit auf dem Acker und im Stall bedeutet einen enormen Fortschritt fr
die landwirtschaftliche Praxis, den Umweltschutz und das Tierwohl. Die
Landwirte erkennen diese Chance und investieren nachhaltig, um diese
Entwicklung voranzutreiben. Die Politik auf EU-, Bundes- und Landesebene ist
nun gefordert, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, um dieses Potenzial
weiter auszuschpfen, erklren dazu Bitkom-Hauptgeschftsfhrer Dr. Bernhard
Rohleder und DBV-Generalsekretr Bernhard Krsken.

Neue
Sensortechniken und miteinander kommunizierende Maschinen geben dem
landwirtschaftlichen Unternehmer ganz neue Mglichkeiten an die Hand. Die im
Betrieb gewonnenen digitalisierten Daten werden ausgewertet und verknpft, um
Betriebsablufe zu optimieren, die Tierhaltung zu verbessern und die Umwelt zu
schonen. Landmaschinen, mit denen die Bodenbearbeitung, Aussaat, Pflanzenpflege
und Ernte digital erfolgt, nutzen bereits vier von zehn (39 Prozent) Landwirten
beziehungsweise Lohnunternehmern. Das gewhrleistet eine optimale Entwicklung
bei gleichzeitig hoher Umweltvertrglichkeit. Auch die Haltung der Nutztiere
verndert sich rasant durch die Digitalisierung. Mit einer digitalen
tierindividuellen Ftterung versorgt heute schon jeder zweite Landwirt (51
Prozent) seine Tiere. Ftterungsautomaten sichern eine alters- und
leistungsoptimierte Ernhrung des einzelnen Nutztieres und alarmieren den
Landwirt, wenn es bei der Ftterung Probleme gibt. So werden zum Beispiel
kranke Tiere, die zu wenig fressen, sofort erkannt. Tierspezifische Daten,
etwa zur Bewegung oder zum Fressverhalten und zur Tieraktivitt, knnen
mittlerweile mit einer Vielzahl von Sensoren erfasst werden. Roboter sind bei 8
Prozent aller Betriebe im Einsatz, besonders stark verbreitet wiederum in der
Tierhaltung: Mehr als ein Drittel (37 Prozent) setzt auf die Robotertechnik,
mit der zum Beispiel der Stall gesubert oder das Melken tiergerechter
durchgefhrt werden kann.

Die Landwirtschaft steht derzeit vor riesigen
Herausforderungen: hoher Preisdruck, harte internationale Konkurrenz,
weltwirtschaftliche Zwnge sowie steigende Anforderungen an die Qualitt von
Lebensmitteln und Umweltschutz. Eine effiziente und ressourcenschonende
Bewirtschaftung ist deshalb wichtiger denn je. Dabei helfen digitale Technologien,
betont Rohleder.

So sagen neun von zehn Befragten (88 Prozent),
dass die Digitalisierung die Ressourceneffizienz in der Landwirtschaft erhht.
Beinahe ebenso viele (86 Prozent) sehen dank digitaler Technologien eine
umweltschonendere landwirtschaftliche Produktion, weil Sensoren exakt den
Bedarf der Pflanzen ermitteln und deshalb Dnge- und Pflanzenbehandlungsmittel
punktgenau ausgebracht werden knnen nur dort, wo sie bentigt werden. Dank
der Digitalisierung wird auch prziser und damit wassersparender bewssert. Drei
Viertel (75 Prozent) der Befragten meinen, dass sie dank digitaler Technologien
langfristig ihre Kosten senken knnen. 67 Prozent sagen, dass Smart Farming
auch die Qualitt der landwirtschaftlichen Erzeugnisse verbessert.

Insgesamt zwei Drittel der Befragten sehen die
Digitalisierung der Branche als Chance, nur 13 Prozent als Risiko. Gefragt nach
den drei wichtigsten Vorteilen von Landwirtschaft 4.0 nennen rund vier von zehn
Befragten (39 Prozent) die krperliche Entlastung, die die Digitalisierung mit
sich bringt. 37 Prozent sehen die hhere Produktionseffizienz als wichtigsten
Vorteil. Beinahe ebenso viele (36 Prozent) nennen die Zeitersparnis und die
geringere Umweltbelastung (31 Prozent). Die Digitalisierung in der
Landwirtschaft trgt dazu bei, den landwirtschaftlichen Betrieb effizienter zu
fhren. Der Landwirt wird zudem in die Lage versetzt, die betrieblichen Ablufe
ganzheitlicher zu betrachten. Dies verbessert die kobilanz im Ackerbau und die
Haltungsbedingungen bei den Nutztieren, sagt Krsken. Dies sei fr kleine wie
grere Betriebe von hohem Nutzen.

Befragt nach Zukunftsszenarien fr das Jahr 2030
sehen 43 Prozent der Befragten den Einsatz autonomer Feldroboter als sehr weit
verbreitet oder eher verbreitet an. Auf noch hhere Werte kommt der Einsatz von
Drohnen (45 Prozent) und fahrerlosen Traktoren (49 Prozent). Die Mehrheit der
Landwirtschaftsexperten denkt auerdem, dass die Digitalisierung den
Verbraucher nher an den Hof bringt: 49 Prozent meinen, dass es in knapp 15
Jahren ein verbreitetes Szenario sein wird, dass die Verbraucher per Webcam in
den Stall schauen knnen. Auch Produktempfehlungen fr den Kunden (53 Prozent)
oder Verbraucher-Feedback an den Erzeuger (58 Prozent) halten viele im Jahr
2030 fr realistisch. 86 Prozent der Befragten meinen auerdem, dass der Konsument
in Zukunft auf digitalem Weg sein Produkt zurckverfolgen wird. Landwirte
mssen ihre Arbeit schon heute umfangreich dokumentieren. Die Digitalisierung
hilft dabei, den zunehmenden Anforderungen nach Transparenz nachzukommen. So
knnen die Verbraucher und Kunden genau verfolgen, wo ihre Kartoffeln herkommen,
aus welchem Saatgut und mit welcher Pflanzenpflege sie entstanden sind, so
Rohleder. Krsken ergnzt: Der Einsatz digitaler Technologien steigert die Akzeptanz
moderner Landwirtschaft in der ffentlichkeit und versachlicht die kritische
ffentliche Diskussion darber. Denn High-Tech ermglicht, noch nachhaltiger zu
arbeiten, weil dadurch das Tierwohl erhht wird und die Felder pflanzen- und
umweltgerechter bewirtschaftet werden.

So sinnvoll das aus Verbrauchersicht erscheint,
so gro sind die diesbezglichen Befrchtungen der Branche: Sorge um die Datensicherheit
beziffern vier von zehn Befragten (42 Prozent) als Nachteil von Landwirtschaft 4.0
und als Hemmnis der digitalen Transformation der Branche. Mehr als die Hlfte
(54 Prozent) befrchtet mehr staatliche Kontrollmglichkeiten durch die
Digitalisierung. Knapp ein Drittel (30 Prozent) meint, dass die Sorge um den
Verlust der Datenhoheit die Digitalisierung der Branche bremst. Gleichwohl ist
die groe Mehrheit (84 Prozent) unter bestimmten Voraussetzungen dazu bereit,
digital erhobene Betriebsdaten zur Verfgung zu stellen, etwa wenn sich dafr der
brokratische Aufwand reduzieren wrde (60 Prozent). Big Data erffnet der
Landwirtschaft riesiges Potenzial. So knnte etwa der Aufwand fr die immense
Nachweis- und Dokumentationspflicht erheblich reduziert werden. Kehrseite sind
berechtigte Datenschutzsorgen. Digital erhobene Daten drfen nicht von Dritten missbraucht
werden, sondern mssen optimal geschtzt sein, so Rohleder.

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine
reprsentative Befragung, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgefhrt
hat. Dabei wurden 521 Landwirte und Lohnunternehmer befragt.
 

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