Marktstimmung: “Realismus verdrängt Optimismus nur ein wenig”

By   /  November 3, 2016  /  Comments Off on Marktstimmung: “Realismus verdrängt Optimismus nur ein wenig”

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

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Zusammenfassung

Mit den DAX-Punkten hat sich auch ein Teil der guten Anlegerstimmung verflüchtigt. Der Index ist seit vergangenen Mittwoch um 270 Punkte gefallen, von den professionellen Anlegern haben 7 Prozent und von den privaten 8 Prozent Aktien verkauft, jeweils 4 Prozent sind short gegangen. Die Anlegerstimmung fällt auf +29 bzw. +31 Punkte.Für Joachim Goldberg liegt die Hauptursache dieser Bewegung in dem Umschwung des US-Wahlpendels zugunsten von Donald Trump. Der Verhaltensökonom lobt den disziplinierten Rückzug der Anleger, findet allerdings auch die Anzahl verbleibender Optimisten bemerkenswert angesichts der zu erwartenden Unsicherheiten an den Finanzmärkten bei einem Wahlsieg Trumps. Goldberg macht zwei mögliche Gründe aus: Zum einen sollten sich die meisten Long-Positionen im Verlustbereich befinden, was für Zweckoptimismus spreche. Zum anderen rechne man vielleicht mit einer deutlichen Erholung nach einem vorübergehenden Kursabsturz in der nächsten Woche.
Goldberg sieht den DAX weiter in seiner Konsolidierungspanne zwischen grob 10.200 und 10.800 Punkten und vermutet in dem “robusten Optimismus” weiterhin einen Hemmschuh für den Markt, der erst unterhalb der 10.200 abgelegt werde.2. November 2016. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Es sieht so aus, als seien sich einige Börsianer hinsichtlich der US-Präsidentschaftswahlen und insbesondere eines eindeutigen Wahlergebnisses zu sicher gewesen. Denn vor Wochenfrist lag die Kandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, noch zum Teil mit einem zweistelligen prozentualen Vorsprung vor ihrem Gegenspieler Donald Trump. Das hat sich nun gründlich geändert, zumal jüngsten Prognosen zufolge (“Washington Post” und “ABC News”) Trump sogar mit einem kleinen Vorsprung in Führung liegt.
Dies war für einige mittelfristig orientierte professionellen Akteure, die wir allwöchentlich befragen, Grund genug, eine vorsichtigere Positionierung vorzunehmen. Unser Stimmungsbarometer, der Börse Frankfurt Sentiment-Index, ist dabei gegenüber der Vorwoche um 11 Punkte auf einen Stand von +29 Punkte zurückgefallen – dies entspricht exakt dem Stand von vor 14 Tagen.
Dieser Stimmungswechsel ist insofern bemerkenswert, als es seit der vorherigen Befragung keine Gelegenheit gab, Kaufpositionen zu einem höheren Preis als den 10.700 Punkten zum Zeitpunkt der Erhebung zu veräußern. Dennoch haben sich 7 Prozent aller Befragten von ihren bullishen Engagements diszipliniert, aber unter Inkaufnahme von (Buch)verlusten getrennt – etwa die Hälfte der Betroffenen lief übrigens direkt zu den Bären über.
Eine ähnliche Entwicklung konnten wir bei den Privatanlegern beobachten, bei denen sich der Optimismus ebenfalls zurück gebildet hat. Der Börse Frankfurt Sentiment-Index dieser Anlegergruppe ist um 12 Punkte auf einen Stand von +31 Punkte gefallen. Einstellung der Akteure ähnlich wie vor Brexit-VotumDamit wird gleichermaßen erkennbar, dass der jüngste Kursrückgang des DAX – in der wöchentlichen Punktbetrachtung vermerken wir einen Verlust von 2,5 Prozent – zu großen Teilen auf unsere mittelfristig orientierten institutionellen und privaten Investoren zurückzuführen sein dürfte. Dennoch haben vergleichsweise viele Akteure an ihren bullishen Positionen festgehalten, obwohl der Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen nicht nur auf Messers Schneide zu stehen scheint, sondern außerdem damit eine längere Phase der Unsicherheit als gewünscht für die Finanzmärkte verbunden sein könnte.Die Zuversicht der immer noch mehrheitlich in der absoluten, aber auch in der Halbjahresbetrachtung zu optimistischen Akteure mag zum einen darin begründet sein, dass sich nunmehr viele Engagements der Optimisten “unter Wasser” befinden. Die damit einhergehende mögliche selektive Wahrnehmung dürfte sicherlich nicht primär auf Wirtschaftsdaten begründet sein, sondern entsteht eher aus dem leicht verfügbaren Vergleich, dass sich die Aktienkurse nach den US-Wahlen ähnlich wie nach dem Brexit-Votum für den Austritt Großbritanniens aus der EU entfalten könnten. Zwar hatten sich die Kurse seinerzeit zunächst erheblich abgeschwächt, aber danach innerhalb weniger Wochen sogar deutlicher erholt, als sie zuvor infolge des Votums gefallen waren.

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