UN-Flüchtlingshochkommissar fordert: “Europa muss wieder Vorbild werden”

By   /  November 9, 2016  /  Comments Off on UN-Flüchtlingshochkommissar fordert: “Europa muss wieder Vorbild werden”

    Print       Email

MIL OSI – Source: Konrad Adenauer Stiftung –

Headline: UN-Flüchtlingshochkommissar fordert: "Europa muss wieder Vorbild werden"

Seit dem 1. Januar 2016 leitet der elfte Amtsinhaber Filippo Grandi die Geschäfte an der Spitze von UNHCR und ist für fünf Jahre im Amt. Der Italiener ist seit langem mit der UN vertraut.

Finanzielle Investments

Um die Fluchtursachen auf globaler Ebene zu bekämpfen, sprach sich Grandi für die Zahlung von Hilfsgeldern der Vereinten Nationen aus. „Wir müssen zielführende Investitionen in fragilen Ländern und an instabile Regierungen tätigen, um den von Flucht Bedrohten helfen zu können“, sagte Grandi. Dies könne zu einer Stabilisierung des Landes beitragen. Insbesondere müsse die Zivilgesellschaft unter einen besonderen Schutz gestellt werden, forderte der UN-Flüchtlingshochkommissar. Mit der Wahrung der Menschenrechte und der Gewährung von Sicherheit werde insbesondere den Binnenflüchtlingen in Krisengebieten geholfen, die einem hohen Sicherheitsrisiko ausgesetzt seien. Er bekräftigte, dass zudem die UN-Staaten das Flüchtlingshilfswerk UNHCR bei der Umsiedlung von Flüchtlingen unterstützen werde.

“New Yorker Erklärung”

Grandis Forderungen zur Bekämpfung von Flucht und Migration wurden erstmals im September dieses Jahres bei einem zentralen UN-Gipfel thematisiert. Die 193 Mitgliedsländer der Vereinten Nationen bekräftigen dort ihren politischen Willen, sich den Herausforderungen zu stellen und hielten viele der Forderungen in der „New Yorker Erklärung für Flüchtlinge und Migranten“ fest. „Denn 65 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Das ist die höchste Zahl, die es seit der Zählung gibt“, betonte der UN-Flüchtlingshochkommissar.

Globale Migrationsbewegung

Die Zahl der Flüchtlinge nimmt zwar ab, aber die globale Vertreibungskrise verschlechtert sich aktuell. Grandi appellierte an die Staatengemeinschaft den Zyklus anzugehen. „Von der Vertreibung bis hin zum Asylantrag müssen alle Punkte angegangen werden.“ Grandi hegt die Hoffnung und Vision, dass mit der Umsetzung der vereinbarten UN-Erklärung, in Zukunft die Fluchtursachen global gelöst werden könnten.

Zuvor sprach sich der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Dr. Hans-Gert Pöttering, für eine langfristige und solidarische Strategie der EU in Europa aus. Es gebe unterschiedliche Positionen zur Verbesserung der Lage von Flüchtenden. „Wir dürfen niemals vergessen, dass es sich um Menschen handelt“, sagte der ehemalige Präsident des Europäischen Parlaments. Ihm widerstrebe es, dass die europäische Union sich teilweise mit Wasserwerfern, Tränengas und Stacheldraht darstelle. „Wenn wir versuchen eine Lösung zu finden, müssen wir immer darauf achten, dass die Würde des Menschen an oberster Stelle steht“.

    Print       Email

You might also like...

Team Deutschland auf dem Weg nach Tokio

Read More →