Soziale Marktwirtschaft (aktualisiert am 9.11.2016)

By   /  November 10, 2016  /  Comments Off on Soziale Marktwirtschaft (aktualisiert am 9.11.2016)

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MIL OSI – Source: Bundesministerium fur Wirtschaft und Energie –

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© istockphoto.com/Jacob Wackerhausen

Die deutsche Wirtschaftspolitik orientiert sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts am Konzept der Sozialen Marktwirtschaft. Es geht zurck auf Ludwig Erhard, der von 1949 bis 1963 der erste Bundeswirtschaftsminister der Bundesrepublik Deutschland war. Die zentrale Idee besteht darin, die Freiheit aller, die als Anbieter oder Nachfrager am Markt teilnehmen, zu schtzen und gleichzeitig fr sozialen Ausgleich zu sorgen. Erstmals schriftlich erwhnt wurde der Begriff “Soziale Marktwirtschaft” von Erhards Mitstreiter Alfred Mller-Armack, 1952 Leiter der wirtschaftspolitischen Grundsatzabteilung im BMWi und ab 1958 Staatssekretr fr Europapolitik.Die Soziale Marktwirtschaft ist ein wesentlicher Teil unserer freiheitlichen, offenen und solidarischen Gesellschaft. Mit ihr gibt es einen bewhrten Kompass, der Wohlstand und Vollbeschftigung ermglicht und zugleich den sozialen Ausgleich und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land festigt.Mrkte sorgen in der Sozialen Marktwirtschaft ber den Preismechanismus fr den Ausgleich von Angebot und Nachfrage: Sind besonders begehrte Gter knapp, steigt deren Preis. Das drngt Nachfrage zurck und bietet zugleich Gewinnmglichkeiten fr zustzliche Anbieter. Anbieter werden versuchen, die Produktion so kostengnstig wie mglich zu gestalten. So kommt es zu einer effizienten Verwendung der Produktionsmittel und zu gnstigen Preisen fr die Verbraucher. Dafr ist wichtig, dass Wettbewerb mit offenem Marktzugang herrscht und Marktmacht verhindert wird. Der Marktmechanismus erhht dann die Konsummglichkeiten, motiviert die Anbieter zu Innovationen und technischem Fortschritt und verteilt Einkommen und Gewinn nach individueller Leistung. Es ist eine wichtige Aufgabe des Staates, den Rahmen fr einen funktionierenden Wettbewerb zu schaffen und zu erhalten. Gleichzeitig muss er die Bereitschaft und die Fhigkeit der Menschen zu eigenverantwortlichem Handeln und mehr Selbstndigkeit frdern.Der zweite Grundsatz der Sozialen Marktwirtschaft neben dem freien Markt ist der soziale Ausgleich. Dieser soll eine soziale Absicherung fr diejenigen bereit stellen, die aufgrund von Alter, Krankheit oder Arbeitslosigkeit keine Markteinkommen erzielen knnen. Zu einer Sozialen Marktwirtschaft gehren zudem nicht nur gute Wettbewerbsbedingungen und ein gutes Investitionsklima, sondern auch soziale Teilhabe sowie Chancengerechtigkeit.Rechtliche GrundlageDie Soziale Marktwirtschaft wurde nie namentlich als Wirtschaftssystem Deutschlands im Grundgesetz verankert, weil das Grundgesetz keinen eigenen Abschnitt zur Wirtschaft enthlt. Allerdings legen zentrale Elemente unserer Rechtsordnung, wie u. a. die Grundrechte, die Vertrags- und Koalitionsfreiheit oder das Recht auf eine freie Berufs- und Arbeitsplatzwahl die Grundlage fr die Soziale Marktwirtschaft und schlieen die Extreme einer reinen Zentralverwaltungswirtschaft oder einer schrankenlosen Marktwirtschaft aus.Im Mai 1990 wurde die Soziale Marktwirtschaft im Vertrag ber die Schaffung einer Whrungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen der Bundesrepublik und der ehemaligen DDR rechtlich als gemeinsame Wirtschaftsordnung verankert.

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