Auslandsaktien: Die Trump-Rallye

By   /  November 11, 2016  /  Comments Off on Auslandsaktien: Die Trump-Rallye

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

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10. November 2016. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Mit den Crash-Prognosen für den Fall eines Trump-Siegs lagen die Kapitalmarktauguren ziemlich daneben. Statt Verlusten gab es am gestrigen Mittwoch an der Wall Street kräftige Gewinne. Der Dow Jones näherte sich sogar seinem Rekordhoch vom August, zum Börsenschluss stand unter dem Strich ein Plus von 1,4 Prozent auf 18.589,69 Punkte. Auch der DAX legte ordentlich zu, am Donnerstagmittag notiert der Index bei 10.772 Punkten nach 10.259 am vergangenen Freitag. Analysten nennen die versöhnlichen Töne von Trump nach der Wahl als Grund für die positive Börsenreaktion.
Aufatmen in der PharmabrancheZu den größten Gewinnern in den USA gehörten Aktien von Pharma- und Biotechunternehmen. Diese waren seit dem vergangenen Sommer unter Druck, da Hillary Clinton eine Begrenzung der Medikamentenpreise angekündigt hatte. “Das ist eine Erleichterungsrallye”, meint Jan Vrbsky von der Baader Bank. Vrbsky

Einen richtigen Sprung nach oben machten etwa Pfizer (WKN 852009) und Gilead Sciences (WKN 885823), aber auch Merck Co (WKN A0YD8Q) und Johnson & Johnson (WKN 853260). Die Pfizer-Aktie kletterte zum Beispiel an der Börse Frankfurt von 27,43 Euro am Dienstag auf aktuell 30 Euro, Merck Co von 54 auf fast 60 Euro und Johnson & Johnson von 106 auf 111 Euro.
An der Nasdaq legten die Biotech-Unternehmen Biogen (WKN 789617) und Amgen (WKN 867900) stark zu, an der Börse Frankfurt waren es 18 bzw. 15 Prozent. “Für Trump ist eine Preisbegrenzung eben kein Thema”, bemerkt Walter Vorhauser von Oddo Seydler. “Auch europäische Pharmakonzerne wie Roche und Novartis verzeichneten Kursgewinne.”
Rüstungskonzerne im Plus
Ein hohes Kursplus gab es zudem für Aktien der Rüstungsindustrie wie Lockheed Martin (WKN 894648), General Dynamics (WKN 851143) und Northrop Grumman (WKN 851915). Der Grund: Trump hatte eine Aufstockung der Militärausgaben angekündigt. Solaraktien flogen unterdessen aus den Portfolios, da der neue Präsident wieder mehr auf alte Energien setzen will, er hatte sogar den Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen in Aussicht gestellt.
Keine Sympathie für Facebook & Co
Auch für Alphabet, ehemals Google (WKN A14Y6H, A14Y6F), Facebook (WKN A1JWVX) und Netflix (WKN 552484) gab es Kursgewinne, allerdings nur unterdurchschnittliche. “Silicon Valley war gegen Trump”, stellt Vrbsky fest. Dass sich Trump auch nicht gerade als Freund der Tech-Unternehmen gezeigt hat, schürt nun Sorgen um deren künftige Entwicklung. Tech-Unternehmen, die vor allem im Ausland produzieren, etwa Apple (WKN 865985), hat Trump im Visier. In Bezug auf Amazon (WKN 906866) hat er bereits angekündigt, gegen dessen Vormachtstellung angehen zu wollen.
Banken und Baustoffkonzerne legen zu
Bankaktien zogen ebenfalls an, etwa Goldman Sachs (WKN 920332), Bank of America (WKN 858388) und Wells Fargo (WKN 857949). “Wegen des angekündigten Konjunkturprogramms dürfte die Wirtschaft in Schwung kommen und die Zinsen steigen, was gut für die Banken wäre”, erläutert Vrbsky. Aufgrund der angekündigten Infrastrukturinvestitionen profitierte auch der US-Bauspezialist Fluor (WKN 591332), wie der Händler ergänzt, ebenso Rohstoffwerte wie Rio Tinto (WKN 852147), BHP Billiton (WKN 908101) und Glencore (WKN A1JAGV). Vorhauser berichtet von deutlichen Kurszuwächsen bei LafargeHolcim (WKN 869898) aus der Schweiz – dem größte Baustoffhersteller der Welt. “Die Aktie hat ein neues Jahreshoch erreicht.”
Auswirkung begrenztWas Trump von seinen Ankündigungen aus dem Wahlkampf tatsächlich umsetzen wird, ist offen. Politische Beobachter sprachen nach der Wahl von der “Black Box” Trump, sein Programm ist weitgehend unbekannt. “Trump ist Unternehmer, so schlecht kann es für die Wirtschaft nicht werden”, meint Vorhauser. Die positive Reaktion an den Börsen erklärt er damit, dass der Markt vor der Wahl überverkauft gewesen sei. Vorhauser

Er geht davon aus, dass die US-Leitzinsanhebung nun noch einmal verschoben wird, was dem Aktienmarkt zugute kommen werde. Früher oder später würden die Zinsen aber steigen. “Allerdings sind die Probleme Europas, etwa die Italiens, viel größer als die der USA.”
von: Anna-Maria Borse
10. November 2016, © Deutsche Börse AG


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