„Sich blind verstehen können“: Seebataillon trainiert mit Niederländern

By   /  November 11, 2016  /  Comments Off on „Sich blind verstehen können“: Seebataillon trainiert mit Niederländern

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MIL OSI – Source: Bundesministerium Der Verteidigung –

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Eckernförde, 08.11.2016.Schon mehrfach haben das Seebataillon der Deutschen Marine und das niederländische Korps Mariniers gemeinsame Operationen geprobt – zuletzt auf der Nordsee-Insel Texel. Wir sprachen mit dem deutschen Kommandeur, Fregattenkapitän Axel Meißel, über den Stand der Zusammenarbeit.

Wie muss man sich die Vorbereitung und Durchführung binationaler Ausbildungsvorhaben in der Praxis vorstellen?In der Regel folgen diese Vorbereitungen den gleichen Regeln wie die rein nationaler Übungen. Zusätzlich geht naturgemäß die Abstimmung der beabsichtigten Ausbildungsziele voraus, die Identifikation rein nationaler und der gemeinsamen Ausbildungsziele, sogenannter training objectives. Im Falle der deutsch-niederländischen Zusammenarbeit sind diese gegenwärtig gekennzeichnet von der Absicht des gegenseitigen Kennenlernens sowie des Abgleichs der jeweiligen Vorgehen und Verfahren.Die Zielvorstellung ist, dass deutsche und niederländische Truppenteile sich am Ende des Prozesses quasi blind verstehen, in gemeinsamen Operationen das Vorgehen des Anderen voraussehen und das eigene Handeln darauf abstimmen können.Wie oft trainieren deutsche und niederländische Einheiten ihren Einsatz gemeinsam?Wir befinden uns, wie gesagt, in der Herstellung einer gesicherten Anfangsbefähigung, der sogenannten Initial Operational Capability, kurz IOC. Diese wird nächstes Jahr erreicht und nachgewiesen werden. Dazu werden theoretische und praktische Abstimmungen und Übungen benötigt. Diese nehmen in Frequenz und Anforderung zu, um in der oben genannten IOC vorerst zu kulminieren. Daher ist heute die Nennung einer konkreten Zahl wenig aussagekräftig. Vielmehr schließt sich übergangslos an die jetzige Phase die Erlangung der vollständigen Befähigung zur gemeinsamen Durchführung von Operationen, der Full Operational Capability (FOC), an. Diese zu erreichen, bestimmt das Übungsaufkommen.Wo finden diese Übungen statt?Das kann an völlig verschieden Orten stattfinden, da wir ja über verlegbare Fähigkeiten sprechen. Eine erste Beladeübung mit deutschen Fahrzeugen an Bord des niederländischen Schiffes haben wir im November 2015 im niederländischen Den Helder durchgeführt. Es hat aber auch beispielsweise eine gemeinsame Übung im Rahmen des internationalen Manövers BALTOPS in der Ostsee stattgefunden. Heute üben wir in Gewässern der Niederlande.Insofern sind die Durchführungsorte abhängig von Übungszielen und Gelegenheiten, diese in Manöver einzubinden – auch, um unsere binationalen Fähigkeiten in einen Bündniskontext einbringen zu können. Wir dürfen ja auch nicht vergessen, dass die Niederländer seit langem über amphibische Fähigkeiten verfügen. Davon profitieren wir natürlich erheblich im Rahmen des Aufbaus einer deutscher amphibischen Grundbefähigung.Welche Szenarien stehen dabei im Mittelpunkt?Wie gerade erwähnt, ist die amphibische Grundbefähigung zum gemeinsamen Vorgehen ein Zwischenziel. Das bedeutet, dass wir mit gemeinsamen Fähigkeiten von See nach Land und retour gehen können. Dies kann unter Umständen auch in unklarer Lage geschehen müssen. Grundsätzlich bringt dazu das Seebataillon die eigenen Fähigkeiten in das Portfolio niederländischer amphibischer Fähigkeiten ein und gewinnt durch Nutzung von Synergien und gegenseitiger Unterstützung Fähigkeiten dazu. Diese wiederum dienen dazu, den Hauptauftrag des Bataillons noch besser ausführen zu können.Konkret spreche ich vom Festhalten und Durchsuchen fremder Schiffe, der Evakuierung und Aufnahme von deutschen und europäischen Staatsbürgern, dem See- und Landmarsch dieser Kräfte zu einer Hilfseinrichtung, Hilfeleistung sowie dem Schutz und der Koordination von Hafen- und Aufnahmeeinrichtungen.Welche Spezialisierungen bringen beide Nationen ein?Das Seebataillon kann beispielsweise die Boardingkräfte der Bordeinsatzkompanie, die Küsteneinsatzkompanie zum Hafenschutz, sowie Minentaucherkompanie zur Suche und Entschärfung von Sprengfallen und Minen einsetzen. Unsere geschützten Fahrzeuge können sehr hilfreich sein in Situationen, in denen wir nicht sicher sein können, ob wir bedroht werden.Die Niederlande hingegen bringen beispielsweise die amphibische maritime Komponente mit ein sowie ihre Kenntnisse und Fähigkeiten in der Durchführung von amphibischen Operationen insgesamt. So können wird beide sehr gut voneinander profitieren und durch mögliche Synergien unsere gemeinsamen Fähigkeiten auf eine noch wirkungsvollere und effizientere gemeinsame Basis stellen.nach oben

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