Chancen auf Teilhabe und Partizipation stärken

By   /  November 15, 2016  /  Comments Off on Chancen auf Teilhabe und Partizipation stärken

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MIL OSI – Source: Deutschland Bundesregierung –

Headline: Chancen auf Teilhabe und Partizipation stärken

Zum 9. Integrationsgipfel am 14.11.2016 erklärt die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Aydan Özoğuz

Schwerpunkt des 9. Integrationsgipfels war die Teilhabe und Zugehörigkeit von Menschen mit familiären Einwanderungsgeschichten.
Foto: BPA | Bundesregierung

“Es hat sich bewährt, dass wir den jährlich stattfindenden Integrationsgipfel inzwischen immer einem festen Thema widmen. Schwerpunkt des 9. Integrationsgipfels war diesmal der Austausch über erfolgreiche Ansätze zur Verbesserung der Teilhabe und Zugehörigkeit von Menschen mit familiären Einwanderungsgeschichten.

Wir verstehen uns heute nach vielen erbitterten Diskussionen in der Vergangenheit endlich als Einwanderungsland. Trotzdem haben viele Menschen mit familiären Einwanderungsgeschichten das Gefühl, nicht ganz dazu zu gehören. Manchmal reicht es, einen fremd klingenden Namen zu tragen, eine andere Hautfarbe oder Religion zu haben oder Deutsch mit Akzent zu sprechen. Für den Zusammenhalt einer vielfältigen Gesellschaft wie Deutschland, in dem jeder Fünfte einen Migrationshintergrund hat, ist es aber entscheidend, dass alle Menschen, egal welcher Herkunft, faire Chancen auf Teilhabe haben.

Wir haben uns deshalb heute mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Expertinnen und Experten sowie Verantwortlichen aus Politik und Gesellschaft beraten, was wir besser machen können, in welchen gesellschaftlichen Bereichen es für wen aus welchen Gründen an Teilhabe mangelt.

Noch behindern zum Beispiel strukturelle Hindernisse die Chancen auf Teilhabe und Partizipation: So entscheidet immer noch häufig die soziale Herkunft über den Bildungserfolg. Bei der Suche nach einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz kann bei einer Bewerbung auch bei gleichen Qualifikationen der Migrationshintergrund zum Nachteil werden. Anonymisierte Bewerbungsverfahren können hier ein erster Schritt zur Chancengleichheit sein.

Auch beim Zugang zum öffentlichen Dienst müssen wir handeln: Ich habe gemeinsam mit dem Bundesministerium des Innern eine Erhebung in allen Bundesministerien durchgeführt, um die Teilhabe von Menschen mit familiären Einwanderungsgeschichte bei den Beschäftigten zu untersuchen. Mit durchschnittlich 14,8 Prozent sind Personen mit Migrationshintergrund in der Bundesverwaltung unterrepräsentiert. Wenn Politik gleiche Teilhabechancen fordert, muss sich das auch in der Zusammensetzung der Bundesministerien widerspiegeln. Der Bund sollte sich eine Zielmarke setzen, die sich am Bevölkerungsanteil der Menschen mit Migrationshintergrund von 21 Prozent orientiert.

Ebenso haben wir im Bereich der politischen Partizipation Nachholbedarf. Menschen mit Migrationshintergrund sind lediglich mit knapp 6 Prozent als Abgeordnete im Bundestag vertreten und auch in den Landtagen sitzen nur 2,5 Prozent Politikerinnen und Politiker mit Einwanderungsgeschichte. Zudem gehen wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund seltener zur Wahl. Wer in unserem Land dauerhaft lebt, soll aber mitbestimmen und gestalten können.

Natürlich dürfen wir nicht ignorieren, dass nicht jede und jeder für eine vielfältige Gesellschaft mit gleichen Teilhabe-Chancen für alle zu begeistern ist. Einige fühlen sich durch die Vielfalt überfordert oder fürchten, Vertrautes zu verlieren. Andere machen gezielt Stimmung gegen Flüchtlinge oder sprechen Menschen mit Einwanderungsgeschichten die Zugehörigkeit ab. Vielfalt kann anstrengend sein, aber mit 17,1 Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte ist sie in Deutschland längst Realität. Die Herausforderung ist, diese Vielfalt so zu gestalten, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt wird und sich keiner ausgeschlossen fühlt.”
Montag, 14. November 2016

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