Der letzte große Schwung

By   /  November 16, 2016  /  Comments Off on Der letzte große Schwung

    Print       Email

MIL OSI – Source: NABU – Naturschutzbund Deutschland –

Headline: Der letzte große Schwung

Nach dem Osten verlassene die Kraniche jetzt auch den Nordwesten

Dankeschön, das war es dann für dieses Jahr. Am Wochenende waren noch einmal Zehntausende Kraniche unterwegs, nun sind die Rastplätze leer. In kleineren Trupps lassen sich Kraniche aber auch im Winter in Norddeutschland beobachten. Immer mehr Vögel bleiben hier, solange es zu keinem schweren Kälte- und Schnee-Einbruch kommt.

Kraniche im Abendrot – Foto: Thomas Munk

15. November 2016 – Während sich an der Ostseeküste und an der Havel nur noch wenige Kraniche aufhalten, ist der Rastbestand in der Diepholzer Moorniederung (Niedersachsen) letzte Woche noch einmal kräftig angestiegen. 83.189 Kraniche bedeuteten plus 27.000 zur Vorwoche und Jahreshöchstwert.Doch dann kam das Wochenende. Am Mittwoch und Donnerstag noch verhalten startend, erschienen am Freitag am Himmel über Südniedersachen und Nordrhein-Westfalen schier unendliche Flugformationen und zogen weiter nach Frankreich. Ab Samstag setzte auch via Hessen und Rheinland-Pfalz starker Flugverkehr ein. Noch liegen keine genauen Zahlen vor, doch bis Montag hatten sich die Rastplätze weitgehend geleert. Bereits am Sonntag meldete der Lac du Der Chantecoq in der Champagne rund 130.000 Kraniche und damit fast 90.000 mehr als in der Vorwoche. In Deutschland dürfte damit der Kranichzug für diesen Herbst beendet sein.

Mehr zum Thema

Die große Flatter

Die Kranichsammelpunkte leeren sich nun rasch

01. November 2016 – Kraniche, Kraniche, Kraniche. Bei verbreitet blitzblank blauem Himmel haben seit Samstag Zehntausende Kraniche die großen Sammelplätze im Norden Deutschlands verlassen. Vor allem auf der Rhein-Ruhr-Route, aber auch über Hessen konnten Naturfreunde stundenlang eine Zugkette nach der anderen beobachten.Hielten sich im Rhin- und Havelluch nordwestlich von Berlin vor einer Woche mehr als 70.000 Kraniche auf, wurden heute früh nur noch 7000 gezählt. Noch gründlicher war der Abflug an der Ostsee-Boddenküste. Hier blieben von 54.000 Vögeln der Vorwoche gerade mal 1130 übrig. Folgerichtig macht die Beobachtungsanlage „Kranorama“ nun bereits Winterpause, die neue Saison startet dann im März zur Kranichbalz.Im Nordosten sind also mehr als 110.000 Kraniche losgeflogen, die meisten Nonstop nach Frankreich. Einige haben in Niedersachsen einen weiteren Zwischenstopp eingelegt – in der Diepholzer Moorniederung stiegen die Rastzahlen noch einmal leicht an, von 53.000 auf 56.000. Hier halten sich derzeit also die meisten Kraniche auf deutschem Boden auf.

Die Kranichrast steuert auf den Höhepunkt zu

200.000 Vögel in Deutschland / Ältester Kranich Europas beobachtet

Kraniche am Rastplatz – Foto: NABU/Thomas Krumenacker

19. Oktober 2016 – In Deutschland sammeln sich immer mehr Kraniche und tanken Kraft für den Weiterflug nach Frankreich und Spanien. Alleine an den drei größten Rastplätzen halten sich derzeit 195.000 Kraniche auf, darunter auch der mit 27,5 Jahren älteste Kranich Europas. Immer noch strömen Kraniche zu Zehntausenden aus Skandinavien und Osteuropa kommend nach Deutschland ein. Bei dem teils nebligen Wetter im Norden fällt das kaum auf. Dementsprechend werden im NABU-Naturgucker momentan nur relativ wenige Beobachtungen gemeldet. Ein Blick auf die im Wochenabstand erhobenen Zahlen rund um die Linumer Teiche nordwestlich von Berlin macht es aber deutlich: Vor zwei Wochen wurden dort 61.000 rastende Kraniche gezählt, eine Woche später waren es nur noch 46.000, es waren in der Zwischenzeit also 15.000 weitergezogen. Und nun haben sich innerhalb einer Woche die Bestände fast wieder verdoppelt: Die gestern gezählten 89.760 (93.800 im gesamten Rhin- und Havelluch) bedeuten einen Zuflug von über 40.000 in kürzester Zeit.Rechnet man nun noch die Rügen-Bock-Region (58.795) und die Diepholzer Moorniederung (42.500) hinzu, halten sich jetzt alleine an den drei größten Rastpunkten 195.000 Kraniche auf. Dazu kommen weitere Vögel im Oderland, im Spreewald und an den mitteldeutschen Stauseen, so dass man von deutlich mehr als 200.000 Rastvögeln ausgehen kann. Zehntausende weitere Kraniche haben bereits Frankreich erreicht. Am Lac du Der Chantecoq standen am Sonntag 27.000 Kraniche zu Buche, am gleichen Tag fand über der Route Hessen-Rheinland-Pfalz-Saarland starker Kranichzug statt. Intensiv beobachtet wurde vor allem im Marburger Lahntal, wo sich die Zugroute stark verengt. Dort notierte ein Ornithologenteam rund um Manfred Kraft vom Nachmittag bis zum frühen Abend innerhalb von nur vier Stunden 59 Trupps mit zusammen 27.500 Kranichen.Bei all den großen Summen scheinen 27,5 eine vernachlässigbare Zahl. Und doch ist es ein neuer Rekord: Am Beobachtungshaus „Kranorama“ bei Günz unweit des Kranich-Informationszentrums Groß Mohrdorf wurde heute ein Kranich beobachtet, der laut Aufzeichnungen am 11. Juli 1989 als Jungvogel in Mittelschweden beringt worden war. Damit ist der Vogel jetzt ungefähr 27,5 Jahre alt und das ist neuer europäischer Altersrekord für freilebende Kraniche. Schwedische Vogelkundler haben den Kranich einst „Hans“ getauft, es handelt sich allerdings um ein Weibchen.

Starker Kranichzug über Deutschland

Mehr als 100.000 rasten jetzt in Deutschland, Tausende sind bereits auf dem Weg nach Frankreich

Auf der Naturgucker-Karte zeichnet sich der massive Zug am 4. Oktober von Südniedersachsen bis ins Saarland deutlich ab.

Update 7. Oktober: In der Diepholzer Moorniederung wurden nun 30.000 weitere Kraniche gezählt. Das ist für Niedersachsen eine ungewöhnlich hohe Zahl so früh im Oktober. Bundesweit geht es also stark auf 150.000 rastende Kraniche zu.Update 6. Oktober: Bei den Rastbeständen ist die 100.000er-Marke nun geknackt und bereits deutlich überschritten. Alleine an der Darß-Zingster Boddenkette und um Rügen wurden am Wochenende über 45.000 Kraniche gezählt (plus 15.000 zur Vorwoche), im Rhin- und Havelluch waren es gestern 61.440 (plus 13.000 zur Vorwoche), davon 59.170 an den Linumer Teichen. Gleichzeitig gab es einen ersten massiven Abflug via Hessen und Rheinland-Pfalz. Am Dienstag zogen viele tausend Kraniche quer über Deutschland Richtung Frankreich. Am Mittwoch gab es auch über Nordrhein-Westfalen erste Zugmeldungen. Nächster großer Halt der Kraniche ist der Stausee Lac du Der Chantecoq in der Champagne. Dort wurden nach wenigen hundert Vögeln in der Vorwoche nun rund 10.000 Kraniche gezählt.Update 28. September – Die Rastbestände wachsen weiter kräftig. In der Rügen-Bock-Region wurden am Wochenende 23.000 Kraniche gezählt (Vorwoche 13.774), im Rhin- und Havelluch waren es gestern 47.650 (Vorwoche 32.970), davon alleine 45.350 an den Linumer Teichen. Einschließlich der zahlreichen weiteren kleineren Rastplätze halten sich jetzt mindestens 80.000 Kraniche in Deutschland auf.

22. September 2016 – In der Rügen-Bock-Region an der Ostseeküste um Zingst wurden am Samstag 13.774 Kraniche gezählt, der Besuch der gerade laufenden Kranichwoche lohnt sich also. Im brandenburgischen Havelland kamen die Zähler am Dienstag (20.) sogar auf 32.970 Kraniche, der größte Teil davon an den Linumer Teichen. Dazu kommen weitere zerstreute Bestände im gesamten Nordosten, darunter zum Beispiel 1600 rastende Kraniche am Galenbecker See südwestlich des Stettiner Haffs.Während aus Skandinavien und Osteuropa weitere Vögel einfliegen, machen sich die ersten Kraniche bereits auf den Weiterflug Richtung Frankreich und Spanien. Vor allem entlang der Zugroute über Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland sind täglich mehrere Hundert Kraniche unterwegs. So zählte Karl-Heinz Fuldner vom NABU Bad Sobernheim über Boos an der Nahe am Dienstag insgesamt 435 ziehende Kraniche.

Aktuell

Kranichansammlungen: Aus Hunderten werden Tausende

Beobachtungsplattform „Kranorama“ ab September wieder täglich geöffnet

Kraniche auf abgeerntetem Maisacker – Foto: Christoph Bosch

29. August 2016 – Täglich stoßen neue Kraniche zu den sich sammelnden Trupps an der Boddenküste. Allein in der Region Darß-Zingster Boddenkette und Rügen rasten aktuell schon über 2000 Vögel. 1000 weitere Kraniche versammeln sich im Raum Greifswald. Wie das Kranichschutzzentrum von WWF und NABU in Groß Mohrdorf berichtet, ergaben Ringablesungen von Familien mit bekannten Brutrevieren eine Entfernung von bis zu 41 Kilometern zwischen dem Brutplatz und den jetzigen Sammelplätzen. Die sich an der Boddenküste versammelnden Vögel stammen also aus einem recht großen Einzugsgebiet, das im Süden bis zur A20 reicht. Zu den Kranichen gesellen sich auch zahlreiche Wasservögel. Besonders auffällig sind die Graugänse, die sich oft gemeinsam mit den Kranichen auf den Getreidestoppel-Flächen zur Nahrungssuche einfinden. Entlang der Darß-Zingster Boddenkette und Rügen können dabei bis zu 20.000 Gänse rasten. Anhand von Ablesungen markierter Vögel konnte festgestellt werden, dass neben in Mecklenburg-Vorpommern brütenden Graugänsen ein großer Teil aus Polen und Osteuropa stammt und jetzt in einem sommerlichen Zwischenzug nach Nordwest an die Küste zieht.

Saisonstart am Kranorama

Das Kranorama, die im Herbst 2015 eingeweihte neue Beobachtungsplattform am Günzer See, hat ab 1. September wieder täglich von 10 bis 16 Uhr für Besucher geöffnet. Unter fachkundiger Anleitung von Mitarbeitern des Kranich-Informationszentrums lassen sich hier Kraniche hautnah erleben.Audiovisuelle Medien und eine Live-Übertragung der Kraniche vom Feld auf einen großen Bildschirm machen das Kranorama zu einem modernen Aussichtspunkt. Selbst der Weg vom Parkplatz zum Kranorama ist ein Erlebnis, denn hier befinden viele spannende Informationstafel und Sitzmöglichkeiten. Am Ziel angekommen hat der Besucher einen Ausblick auf die Günzer Seewiesen. Kranorama und das Kranich-Informationszentrum Groß Mohrdorf liegen nur wenige Kilometer auseinander. Auch dort lohnt sich ein Besuch. Das Zentrum hat im September und Oktober täglich von 9.30 bis17.30 Uhr geöffnet.

Noch eindrucksvoller wird es an deutschen Haupt-Kranichrastplätzen (Rügen-Bock-Region, Rhin- und Havelluch, Diepholzer Moorniederung), wenn ab September Durchzügler aus Skandinavien und Osteuropa halt machen, um sich vor dem Weiterflug zu stärken. Im Oktober und November sind dort dann durchgehend jeweils mehrere Zehntausend Kraniche zu erleben, in der Spitze sogar mehr als 100.000.

Stoppeläcker ziehen Kraniche magisch an

Die „Vögel des Glücks“ beginnen sich zu sammeln / Zu den Junggesellen kommen nun immer mehr Familien

29. Juli 2016 – Von der Boddenküste über das Havelland bis zur Moorgeest versammeln sich immer mehr Kraniche. Trupps von 100 bis 200 Vögeln sind keine Seltenheit. Die Getreidereste auf abgeernteten Äckern ziehen nun auch Familien mit ihrem flüggen Nachwuchs an.Monatelang machten sich die meisten Kraniche rar, denn es war Brutzeit und da führen die langbeinigen grauen Vögel ein weitgehend heimliches Leben. Ausnahme bilden die Junggesellen, die „Nichtbrüter“, wie Vogelkundler sie nennen, die noch zu jung sind oder aus irgendwelchen Gründen kleinen Partner abbekommen haben. Auch kommt es vor, dass ein Partner während der Brutsaison stirbt, für eine neue Beziehung ist es dann meist spät.Wenn also im Frühjahr im Norden und Nordosten Deutschlands Trupps von zehn, zwanzig oder mehr Kranichen zu sehen waren, dann handelte es sich in der Regel um die beschriebenen Junggesellen. Nun aber ist die Brutsaison vorbei, der Nachwuchs, wenn er nicht gerade aus einem späten Nachgelege stammt, hat weitgehend die Größe der Eltern erreicht. Nur noch durch das etwas schlichtere Federkleid unterscheiden sich die Jungtiere von den Erwachsenen, zunächst sind Kopf und Hals noch bräunlich und es fehlen die lang gebogenen Schwanz-Schmuckfedern.Immer mehr Familien verlassen nun das Brutrevier und treffen m it den Junggesellen zusammen. „Durch die Getreideernte entstehen ständig neue Nahrungsflächen und sie können frei wählen“, erläutert hierzu das Kranichschutzzentrum Groß Mohrdorf von WWF und NABU auf Facebook. „Jeden Tag sieht man sie auf einem anderen Stoppelfeld. Mal bei Hohendorf, mal bei Altenpleen, tauchten sie heute früh unweit der Hauptstraße in der Nähe von Günz als Gruppe von rund 200 Kranichen auf.“Die heimischen Kraniche bleiben noch eine Weile unter sich. Erste Zuzügler aus Skandinavien werden frühestens Ende August erwartet.

Die Kraniche kommen bereits zurück

Früher Einflug aus Frankreich / Erste Paare suchen Brutreviere auf

Kraniche – Foto: Frank Derer

27. Januar 2016 – „Sind Kraniche besonders jecke Vögel?“ fragten wir im letzten Jahr, als pünktlich zu Beginn der tollen Tage erste größere zurückkehrende Kranichtrupps über der Eifel und dem Rheinland gesichtet wurden. In diesem Jahr liegt Karneval eine Woche früher und prompt kehren auch die Kraniche früher zurück.An Karneval, Fasching oder Fastnacht liegt es natürlich nicht – zumal die Kraniche nicht nur eine, sondern sogar gut zwei Wochen früher dran sind als 2015. Das Wetter treibt die Kraniche an, denn viel wärmer als jetzt kann es im Januar kaum werden und auch die Windrichtung stimmt. Nach dem kurzen Gastspiel des Winters sorgt seit Wochenanfang ein Azorenhoch für Frühlingsgefühle. Als Spitzenwert wurden am Montag in der Zülpicher Börde am Nordrand der Eifel 18 Grad Celsius gemessen.Die Natur zeigt sich beeindruckt. Gerade drei Wochen ist es her, dass die letzten Kraniche vor dem Frost aus Deutschland nach Westen ausgewichen sind. Zur „Stunde der Wintervögel“ vom 8 bis 10. Januar wurden dabei auf den Zugrouten fast 8000 Kraniche gemeldet. „Ein ewiges hin und her. Jetzt geht es schon wieder in die andere Richtung“, kommentierte Michael Nickel im NABU-Naturgucker die aktuellen Kranichsichtungen.Zugrichtung ist jetzt nicht mehr Südwest, sondern Nord und Nordost. „Zugleich kommen jetzt wieder verstärkt Meldungen von Kranichen, die paarweise in der Nähe der Brutreviere auftauchen“, weiß Günter Nowald vom Kranichschutzzentrum in Groß Mohrdorf. „ Der Hauptrückzug aus Spanien und Frankreich startet in der Regel ab Mitte Februar, sodass vermutlich hauptsächlich Vögel zurückkehren, die zuvor nach Nordost-Frankreich ausgewichen waren.“Das milde und windige Wetter wird noch mindestens bis Ende kommender Woche anhalten. „Mild und wechselhaft mit teils anhaltendem Regen, sehr windig bis stürmisch“, lautet die Überschrift zur Zehntagesvorhersage des Deutschen Wetterdienstes. Sollte statt des erhofften Frühlings der Winter noch einmal zurückkehren, macht dies den Kranichen wenig aus. Als große Vögel frieren sie nicht so leicht und kommt der Winter ganz heftig, können sie leicht innerhalb von ein bis zwei Tagen erneut in mildere Gegenden ausweichen.Aus Spanien und Frankreich kommend, überqueren die Vögel auf ihrer Reise in die Brutreviere Deutschland. Überflogen wird ein rund 150 Kilometer breiter Korridor, ausgehend von den Rastplätzen in der Champagne über Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen bis nach Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.Nur ein kleiner Teil der Kraniche brütet in Deutschland, die meisten ziehen nach kurzen Zwischenstopps weiter nach Skandinavien. Seinen Höhepunkt erreicht der Frühjahrszug der Kraniche in Normaljahren in der zweiten Märzhälfte. Im Vergleich zum Herbstzug ist der Frühjahrszug schwierig vorherzusehen und er verläuft viel weiter verstreut. Beim Frühlingszug gibt es keine großen, einheitlichen Rastgebiete. Große Ansammlungen an den deutschen Rastplätzen sind eher die Ausnahme. Die skandinavischen Vögel ziehen rasch weiter, die hiesigen Brutvögel beginnen direkt mit der Balz und fliegen ihre Reviere an.

Am Wochenende wieder Gegenwind

Noch bis zu 40.000 Kraniche harren aus

26. November 2015 – Wie viele Kraniche sich momentan noch in Deutschland aufhalten, ist ungewiss. Die Angaben aus den wichtigsten Rastplätzen summieren sich auf knapp 40.000, teils sind diese aber schon zwei Wochen alt. Fest steht, dass der Temperaturrückgang und das zeitweise Drehen des Windes auf nördliche Richtungen vor allem am Sonntag und Montag (22./23.) mindestens 20.000 Kraniche zur Abreise aus Deutschland veranlasst hat. Auf allen Hauptzugrouten waren die Vögel unterwegs. Inzwischen sind die Zugaktivitäten wieder deutlich abgeflaut. Die kommenden Tagen wird der Wind zudem erneut aus Westen und Südwesten wehen. Für die Kraniche bedeutet das Gegenwind, teils in Sturmstärke.

Kräftiger Gegenwind hält Kraniche am Boden

Rund 70.000 harren noch aus / Kurzfristig keine Besserung in Sicht

16. November 2015 – Pech gehabt: Nachdem die Kraniche im Oktober durchgehend gute Zugbedingungen hatten, bläst der Wind den verbliebenen Vögeln nun schon seit anderthalb Wochen kräftig ins Gesicht und erreicht teils Sturmstärke. An einen Weiterflug in die Winterquartiere ist momentan nicht zu denken und so haben sich die deutschen Hauptrastplätze doch noch mal gut gefüllt. An der Ostseeküste harren im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft nach Schätzung des Kranichschutzzentrums Groß Mohrdorf rund 10.000 Kraniche aus. Im Rhin- und Havelluch hat sich die Kranichzahl innerhalb einer Woche von knapp 8.000 auf fast 25.000 erhöht und aus der Diepholzer Moorniederung werden noch rund 40.000 Kraniche gemeldet.Im Laufe der Woche sollen die Windgeschwindigkeiten sogar noch zunehmen, ein grundlegender Wechsel der Windrichtung ist zunächst nicht in Sicht.

Starker Flugbetrieb über Ruhr, Rhein und Lahn

Frühe Schlussetappe beim Zug der Kraniche in die Winterquartiere

05. November 2015 – Wer in diesem Herbst noch größere Kranichtrupps sehen möchte, muss sich langsam sputen. Die großen deutschen Rastplätze leeren sich rasch und im Vergleich zu den Vorjahren auch recht früh. Insgesamt halten sich wohl nicht mehr als 70.000 Kraniche bei uns auf.Dichter Reiseverkehr auf den Hauptrouten über Nordrhein-Westfalen sowie über Hessen und Rheinland-Pfalz: Wohl mehr als 50.000 Kraniche haben sich seit dem Wochenende von den Rastplätzen erhoben und den Weiterflug nach Frankreich und Spanien angetreten. Während am Sonntag (1.) insgesamt rund 30.000 Kraniche unterwegs waren, wurden am ebenfalls stark beflogenen Dienstag (3.) im NABU-Naturgucker vor allem Kraniche über Ruhr und Rhein gemeldet – mindestens 10.000 –, dazu aber auch rund 5000 über Hessen. Auf der noch jungen Südroute über Bayern scheint bereits Samstag (31.) der Hauptflugtag gewesen zu sein, hier wurden rund 5000 Kraniche gemeldet.

Alles auf Durchzug…

80.736 rastende Vögel zählten die Kranichschützer am 20. Oktober im Rhin- und Havelluch. Das war Höchststand für diesen Herbst, dieser lag jedoch weit entfernt von den 131.450 Kranichen genau ein Jahr zuvor. An den weiteren deutschen Hauptrastplätzen sah es nicht anders aus, die Zahl gleichzeitig rastender Kraniche blieb deutlich unter den Vorjahren. Heißt das, dass die Kraniche weniger geworden sind, wie nun einige besorgte Vogelfreunde fragen? Überhaupt nicht: Die niedrigeren Zahlen zeigen lediglich, dass die Kraniche in diesem Herbst fast durchgängig gute Zugbedingungen hatten. Die Vögel mussten jeweils nur kurz rasten, folglich gab es weniger Staus, erläutert Günter Nowald, Leiter des gemeinsamen Kranichschutzzentrums von NABU und WWF in Groß Mohrdorf bei Stralsund. 2014 dagegen waren Witterung, Sicht und Windrichtung lange ungünstig, so dass immer mehr Kraniche hinzukamen, ohne dass die bereits länger rastenden Vögel dafür weiterzogen.

An den Rastplätzen an der Boddenküste bei Stralsund und Rügen wurden am Samstag noch 11.000 Kraniche gezählt, inzwischen sind es wohl deutlich weniger. Auch das Rhein- und Havelluch nordwestlich von Berlin leert sich rasch, am Dienstag wurden dort noch 7.680 Kraniche registriert. Immerhin 41.000 Kraniche waren es am Sonntag noch in der Diepholzer Moorniederung, der starke Zug via NRW am Dienstag weist aber auch dort auf einen weiteren starken Abzug hin.

Aktuell

Die Kraniche machen sich vom Acker

Abzug leert die Ost-Rastplätze, Verlagerung nach Westen

28. Oktober 2015 – Die Kraniche nutzen weiterhin das gute Flugwetter. So zeigten die Meldungen im NABU-Naturgucker am Montag starken Zug über Nordrhein-Westfalen, gefolgt von noch größeren Kranichketten am Dienstag über Hessen. Ungewöhnlich: Selbst Bayern und Baden-Württemberg werden überflogen.Der starke Wegzug bleibt natürlich nicht ohne Folge für die Großrastplätze. Innerhalb einer Woche halbierten sich die Rastzahlen im brandenburgischen Rhin- und Havelluch von über 80.000 auf nun nur noch 37.630 Kraniche. Dafür stiegen weiter westlich in der Diepholzer Moorniederung (Niedersachsen) die Kranichbestände gegenüber der Vorwoche um 15.000 auf 53.923 an (gezählt am Sonntag und Montag). Noch weiter im Westen kamen am riesigen Rückhaltebecken Lac du Der Chantecoq in der französischen Champagne innerhalb von drei Tagen 22.000 Kraniche neu an, die heutige Zählung ergab rund 60.000.Besonders interessant: Die neue sogenannte Südroute via Bayern und Baden-Württemberg wird auch in diesem Jahr beflogen, wenn auch nicht in besonders großer Zahl. Dabei fliegen die Kraniche momentan nicht nur entlang des Alpenrandes nach Westen, sondern auch in Südwestrichtung von Thüringen und Sachsen über Franken und weite Teile Baden-Württembergs.

Am Wochenende wieder gutes Flugwetter

Rastzahlen steigen auf rund 200.000 an

22. Oktober 2015 – Für die kommenden Tage ist erneut gutes Flugwetter angesagt. Entlang der Zugkorridore vom Nordosten über Südniedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland sowie aus dem westlichen Niedersachsen über Nordrhein-Westfalen dürften am Himmel Zehntausende Kraniche zu beobachten sein.Die Rastplätze der Kraniche haben sich die letzten Tage wieder deutlich gefüllt. Alleine an den Hauptrastplätzen halten sich momentan über 170.000 Kraniche auf: 53.690 in der Rügen-Bock-Region, 80.736 im Rhin- und Havelluch sowie 37.156 in der Diepholzer Moorniederung. Damit dürften insgesamt rund 200.000 Kraniche in Deutschland rasten, so wurden im NABU-Naturgucker unter anderem noch 8474 Kraniche vom Helmestausee und 2000 von den Aulebener Fischteichen gemeldet. Das sind gewaltige Zahlen, aber doch weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Ende Oktober wurden damals sämtliche Rekorde gebrochen, so rasteten alleine im Rhin- und Havelluch 130.000 Kraniche. Grund dafür ist das optimale Flugwetter am zweiten Oktoberwochenende, weshalb nun schon wesentlich mehr Kraniche Deutschland Richtung Frankreich und Spanien verlassen haben als im Vorjahr.Für die kommenden Tage ist nun erneut gutes Flugwetter angesagt. Entlang der Zugkorridore vom Nordosten über Südniedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland sowie aus dem westlichen Niedersachsen über Nordhrein-Westfalen dürften am Himmel Zehntausende Kraniche zu beobachten sein.

Fast 1.000 Kraniche erreichten heute Morgen bei grauer Herbstkulisse zwischen 7.30 und 8.30 Uhr die Günzer Wiesen und die Fütterungsfläche von Kranichschutz Deutschland am Kranorama. Dafür schaute um 8:40 Uhr der Seeadler vorbei und scheuchte Tausende Grau-, Nonnen-, Saat- und Blässgänse an der Ablenkfütterungsfläche auf.

Facebookeintrag von Kranichschutz Deutschland,
22. Oktober 2015

Absolute Kranich-Garantie gibt es natürlich an den Hauptrastplätzen. Hier lassen sich die Kraniche nicht nur im Flug, sondern auch beim Äsen auf den Äckern oder an den Schlafplätzen beobachten. Ein besonders eindrucksvolles Erlebnis ist der mit Anbruch der Dämmerung startende Einflug der Vögel zu den Schlafplätzen, wenn zum Beispiel an den Linumer Teichen mehr als eine Stunde lang eine Kranichwelle nach der anderen ankommt.

Rasten, fliegen, rasten

Mehr als 100.000 Kraniche über Deutschland unterwegs

13. Oktober 2015 – Die neuesten Rastzahlen: Boddenküste 55.700 (Zählung von Samstag), Rhin- und Havelluch 66.680 (Zählung heute), Diepholzer Moorniederung 28.155 (Zählung von Sonntag). Macht also 150.000 alleine an den drei Großrastplätzen.12. Oktober 2015 – Jetzt wissen wir es besser: Samstag war nur der Aufgalopp, so richtig Betrieb am Himmel gab es dann am Sonntag. Beim NABU-Naturgucker wurden gestern insgesamt 134 000 Kraniche in rund 400 Einzelbeobachtungen gemeldet. Hauptbeobachtungsbereiche waren die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Auch wenn davon auszugehen ist, dass einige Kranichgruppen auf der Zugstrecke mehrfach gesichtet und gemeldet wurden, sind damit mehrere Zehntausend Kraniche unterwegs gewesen. Der Gesamtbestand auf dem westlichen Zugweg nach Frankreich und Spanien liegt derzeit bei rund 350.000 Kranichen.11. Oktober 2015 – Sonnenschein und kräftiger Ostwind: Besser als an diesem Wochenende könnten die Bedingungen für den Zug der Kraniche in die west- und südeuropäischen Winterquartiere kaum sein. So flogen am gestrigen Samstag insgesamt mindestens 5.000 Kraniche über die Route quer durch Hessen und Rheinland-Pfalz. Aus Skandinavien und dem Baltikum kommend, steuern unzählige Kraniche die großen Ratsplätze an der Ostsee-Boddeenküste und im Havelland an, fliegen später gestärkt weiter Richtung Südwest und überqueren dabei weite Teile Deutschlands.Alleine an der Boddenküste, im Rhin- und Havelluch sowie in der Diepholzer Moorniederung wurden bei den Synchronzählungen am vorigen Wochenende mehr als 103.000 rastende Kraniche notiert. Jeweils mehrere tausend Kraniche rasten zudem an den Tagebauseen in der Lausitz sowie an verschiedenen Talsperren. Weitere knapp 10.000 hatten zu diesem Zeitpunkt bereits den Stausee „Lac du Der“ in der französischen Champagne erreicht.

Die Kraniche beginnen sich zu sammeln

Schon jetzt sind an der Boddenküste 12.000 der „Vögel des Glücks“ zu beobachten

Update 16. September – Die Zählung am vergangenen Wochenende hat in der Region Darß-Zingster Boddenkette und Rügen bereits mehr als 12.000 rastende Kraniche ergeben. Gute Voraussetzungen also für die am Sonntag (20.) beginnende 16. „Woche des Kranichs“ im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft.Update 3. September – An der Boddenküste wächst die Zahl der Kraniche beständig. Das gemeinsame Kranichzentrum von WWF und NABU schätzt die Zahl auf derzeit 3000. „Der Eindruck vermittelt einem einen enormen Zuzug aus Schweden, da auch bereits einige Farbringe mit rotem Landesring abgelesen wurden“, heißt es dazu bei Facebook. Die nächste genaue Zählung findet am Wochenende statt.

Kraniche auf abgerntetem Maisacker – Foto: Ingo Ludwichowski

28. August 2015 – Am Wochenende sind für weite Teile Deutschlands noch einmal hochsommerliche Temperaturen angesagt. Ab Mitte kommender Woche wird es jedoch deutlich kühler, der Hoch- wird endgültig zum Spätsommer. Bis zum Abreisebeginn der Kraniche nach Süden sind zwar noch fast zwei Monate Zeit. Fest steht aber: Die Brutzeit ist beendet und so verlassen die Vögel nun ihre Reviere und beginnen sich zu sammeln. Ab Anfang September gesellen sich an den Sammelplätzen zu den unverpaarten Kranichen und den Paaren ohne Bruterfolg auch die Brutpaare mit ihrem Nachwuchs. Die Jungkraniche sind bereits im Alter von zehn Wochen flugfähig, so dass sie ihren Eltern jetzt gut folgen können.Während sich die Vögel nachts an flache Seen und Teiche zurückziehen, wo sie stehend schlafen, halten sie sich tagsüber zur Nahrungssuche bevorzugt auf abgeernteten Getreideäckern auf, um dort nach am Boden liegenden Körnern zu suchen. Dadurch lassen sich momentan schon Ansammlungen von einigen Dutzend Kranichen beobachten. Die größte im Naturgucker gemeldete Gruppe der letzten Tage waren 300 Kraniche bei der Nahrungssuche nahe dem Peetzer Bruch bei Warnemünde. Besonders eilig hatte es ein Trupp von rund 50 Kraniche, der am Dienstag bei Bonn-Oberkassel bereits den Rhein Richtung Westen überquerte.

Die erste Kranichzählung der Herbstsaison fand am 15./16 August statt. Dabei wurden an der Boddenküste rund um Stralsund und auf Rügen 883 Kraniche notiert. Zehn Tage später ist nach Angaben des Kranich-Informationszentrums in Groß Mohrdorf die Zahl der rastenden Kraniche bereits auf 1500 gestiegen. Im südbrandenburgischen Naturpark Niederlausitzer Landrücken sollen sogar mehr als 2000 Kraniche gezählt worden sein. Aus anderen Regionen liegen noch keine Meldungen vor, Zahlen gibt es lediglich noch vom schwedischen Kvismaren-See südöstlich der Stadt Örebro. Dort rasten momentan rund 6000 Kraniche.Richtig eindrucksvoll wird es an deutschen Haupt-Rastplätzen (Rügen-Bock-Region, Rhin- und Havelluch, Diepholzer Moorniederung) aber erst, wenn ab September Durchzügler aus Skandinavien und Osteuropa hier halt machen, um sich vor dem Weiterflug zu stärken. Im Oktober und November sind dort dann durchgehend jeweils mehrere Zehntausend Kraniche zu erleben. Den deutschen Tagesrekord hält derzeit das Rhin- und Havelluch mit 131.450 Kranichen – davon 123.100 in Linum – bei der Zählung am 21. Oktober letzten Jahres, in der Diepholzer Moorniederung waren es bis zu 104.000 und an der Boddenküste über 70.000. Am Lac du Der-Chantecoq in der Champagne hielten sich Anfang November sogar 206.000 Kraniche auf.

Ein Blick in den Himmel lohnt sich

Aus Frankreich sind 70.000 Kraniche im Anflug

09. März 2015 – Wie die zahlreichen Meldungen im NABU-Naturgucker zeigen, ist ein Teil der noch am Donnerstag über dem französischen Zentralmassiv beobachteten Kraniche nonstop bis nach Deutschland weitergeflogen. Bereits am Freitag füllte sich der Himmel merklich, die meisten Beobachtungen wurden dann am Samstag gemacht. Da sich die Punktbeobachtungen nicht einfach aufaddieren lassen, bleibt zunächst unklar, wie viele der 70.000 avisierten Kraniche Deutschland bereits überflogen haben.

06. März 2015 – Die bisher am Südrand der Pyrenäen rastenden Kraniche sind inzwischen aufgebrochen. Wie das Kranich-Informationszentrums Groß Mohrdorf mitteilt, haben französische Kranichschützer am Donnerstag (5.) innerhalb von vier Stunden insgesamt 69.100 Kraniche gezählt, die über das Limousin flogen. Ob die Vögel zunächst in der Champagne am großen Stausee „Lac du Der“ Rast machen werden oder gleich nach Deutschland weiterfliegen, bleibt abzuwarten. Die Flugwetterprognose ist jedenfalls sehr gut, so dass möglicherweise bereits am Wochenende ein Großteil der Kraniche bei uns einfliegen wird.Viele Kraniche sind ja bereits in den letzten Wochen zurückgekehrt und haben sofort mit der Balz begonnen. Sehr gut geeignet zur Balzbeobachtung ist zum Beispiel die Beobachtungsplattform am Günzer See unweit des Kranich-Informationszentrums. Ab 14. März stehen dort allen Interessierten auch ehrenamtliche Kranichranger mit Fachwissen und Beobachtungstechnik im Kranich-Infomobil zur Verfügung.

Die erste Rückreisewelle ist durch

Direkt nach dem Eintreffen beginnen Balz und Brut

04. März 2015 – Die erste Rückreisewelle ist durch, die nächste steht bevor. Während am Lac du Der in der Champagne nahezu gähnende Leere herrscht, warten südlich der Pyrenäen momentan mehr als 80.000 Kraniche auf günstiges Flugwetter. Sobald das eintrifft, können die Vögel den Pyrenäenübertritt und den Überflug Frankeichs innerhalb weniger Tage bewältigen. In Deutschland gibt es derzeit deshalb nur geringen Flugverkehr. Während am 22. und 24. Februar jeweils zwischen 5000 und 10.000 Kraniche am Himmel zu sehen waren, flogen nach einigen mauen Tagen am vergangenen Sonntag (1.3.) noch ingesamt gut tausend Kraniche über Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen und am gestrigen Dienstag wurden über dem Marburger Lahntal innerhalb von vier Stunden immerhin mehr als 800 Kraniche notiert.

Kraniche – Foto: Frank Derer

Update 14. Februar: Wie vermutet, waren die Sichtungen zu Weiberfastnacht nur der Aufgalopp. Am Freitag wurde es dann richtig massiv. Die beim NABU-Naturgucker gemeldeten Beobachtungen zeigen, dass bei vielerorts strahlendem Sonnenschein mehrere Tausend Kraniche in zwei Hauptkorridoren die Republik überflogen. Ein Korridor führt von der Eifel kommend über Rhein und Ruhr, der andere geht über den Taunus entlang der Lahn nach Gießen und weiter Richtung Fulda.

13. Februar 2015 – Sind Kraniche besonders jecke Vögel? Pünktlich zu Beginn der heißen Phase im Karneval (Fastnacht, Fasching…) wurden am Donnerstag über der Eifel und dem Rheinland die ersten größeren aus dem Winterquartier zurückkehrenden Kranichtrupps beobachtet. Ob nun tatsächlich „der Frühling nicht mehr weit“ ist, wie einige Vogelfreunde bereits meinen, sei dahingestellt. Ungewöhnlich sind die Beobachtungen nicht, der Beginn der Kranichrückkehr Mitte Februar ist völlig normal. In die Zukunft blicken können die Kraniche so wenig wie wir Menschen, ihre genaue Flug-Terminierung hängt vom aktuellen Wetter und günstigen Winden ab.

Unsere Kraniche bekommen kalte Füße

Schnee und Frost lässt die Vögel nach Südwesten ausweichen

29. Dezember 2014 –

Der nachweihnachtliche Kälteeinbruch bringt seit Samstag Bewegung in die derzeit noch in großer Zahl in Deutschland überwinternden Kraniche. Nachdem nun auch die Schneedecke in vielen Regionen anwächst, weichen die Kraniche in mildere Regionen aus. Vor allem am Sonntag wurden über Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz zahlreiche ziehende Kranichtrupps von teils mehreren Hundert Vögeln beobachtet. Das muss nicht unbedingt gleich eine Reise in die althergebrachten Überwinterungsgebiete in Südfrankreich oder Spanien sein. Wird es wieder etwas wärmer – das ist schon Ende dieser Woche in Sicht –, kann es sein, dass viele der Winterflüchter wieder zurückkehren. Kraniche sind zwar Zugvögel, sie vertragen Kälte aufgrund ihrer Größe aber recht gut. Je größer ein Körper ist, desto günstiger ist das Verhältnis von Oberfläche und Inhalt. Deswegen sind in kalten Gegenden Tiere gleicher oder verwandter Art in der Regel größer als in warmen. Die größten Bären zum Beispiel gibt es nicht etwa in den Tropen, sondern am Polarkreis.Von der Westzieher-Population des Kranichs hält sich derzeit mehr als die Hälfte in Spanien auf – die Experten von Kranichschutz Deutschland schätzen rund 200.000 –, ein Drittel in Frankreich und der Rest zerstreut in Deutschland. Während von den deutschen Hauptrastplätzen keine aktuellen Zahlen vorliegen, wurden kurz vor Weihnachten am Stausee Lac du Der in der französischen Champagne 37.320 Kraniche gezählt und in der spanischen Extremadura waren es 83.000. Den Weiterflug über die Meerenge von Gibraltar nach Afrika haben wohl nur 2000 Kraniche unternommen.P.S.: Nicht nur große Vögel sind derzeit unterwegs. Besonders eindrucksvoll ist der Einflug von nordischen Bergfinken nach Deutschland. Die nahen Verwandten des Buchfinks treten in Schwärmen zu Hunderten und sogar Tausenden auf.

Nachtrag 9. Oktober: Inzwischen liegen neue Zahlen aus dem Rhin- und Havelluch vor. Gegenüber knapp 37.000 Kranichen vor zwei Wochen haben sich die Rastzahlen auf 130.390 mehr als verdreifacht. Der Großteil – rund 117.00 – konzentriert sich auf den Schlafplatz Linumer Teiche. Insgesamt halten sich damit fast 200.000 Kraniche in Deutschland auf.

100.000 „Vögel des Glücks“ zu Gast in Deutschland

Erste Kraniche sind bereits auf dem Weiterflug nach Süden

07. Oktober 2014 – Da kommt einiges zusammen: Mindestens 100.000 Kraniche rasten zur Zeit in Deutschland. Gleichzeitig werden auf der östlichen Zugroute aktuell weitere 95.000 Kraniche gemeldet, die in der ungarischen Puszta rasten.Von Skandinavien kommend, legt ein Großteil der auf der Westroute ziehenden Vögel direkt an der Ostseeküste einen ersten Halt ein. Dabei ergab die Synchronzählung des Kranich-Informationszentrums und des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft am vergangenen Wochenende 55.260 Kraniche. Weitere 36.820 wurden im brandenburgischen Rhin- und Havelluch gezählt. Einige Tausend rasten außerdem an der Oder, 1600 am Helme-Stausee an der Grenze zwischen Sachsen-Anhalt und Thüringen, rund 3000 sind es in der Diepholzer Moorniederung in Niedersachsen.Ein kleiner Teil der Kraniche ist bei gutem Flugwetter sogar schon nach Frankreich aufgebrochen, wo die Stauseen der Champagne zur Zwischenrast angesteuert werden. Am Wochenende waren entlang der Zugrouten via Hessen und Rheinland-Pfalz beziehungsweise Nordrhein-Westfalen öfters Trupps von 50 bis 300 Kranichen zu sehen. Am Samstag wurden laut Meldungen im NABU-Naturgucker über der südlichen Eifel sogar 2500 Kraniche gezählt, am Tag darauf weitere 1200 beim Überflug des Taunus.

Frühe Kranichrast: Über 40.000 im Havelland

Die „Vögel des Glücks“ sammeln sich vor dem Weiterflug nach Süden

24. September 2014 – Vogelfreunde aufgepasst: Die Kraniche sind in diesem Herbst früh dran. So ergab die aktuelle Erfassung im Havelland die stolze Zahl von 41.250 rastenden Kranichen. Dabei entfällt der Hauptteil von 36.000 Vögeln auf das Rhinluch rund um Linum. An den anderen deutschen Haupt-Rastplätzen wird erst am kommenden Wochenende wieder gezählt. Vor zwei Wochen kam man an der Boddenküste auf 10.440 Kraniche und in der Diepholzer Moorniederung auf immerhin 1500. Diese Rastbestände dürften inzwischen deutlich angewachsen sein, so dass unter Strich in Deutschland momentan wohl bereits an die 100.000 Kraniche rasten. Auch auf der westlichen Zugschiene sind die Kraniche früh dran. Im ungarischen Hortobgay-Nationalaprk rasten derzeit mehr als 60.000 Kraniche.

Update 24. März – Die Rückreise der Kraniche aus den Winterquartieren neigt sich dem Ende entgegen. Wer jetzt Kraniche beobachten möchte, sollte dies an den großen Rastplätzen im Havelland und an der Boddenküste tun. Die Boddenküste ist dabei besonders lohnend, denn hier rasten noch einige Tausend Kraniche und ruhen sich vor der Ostsee-Überquerung nach Skandinavien aus. Für diejenigen Kraniche, die noch in Spanien weilen, haben sich die Flugbedingungen aktuell verschlechtert. Das sich entgegen dem Uhrzeiger drehende, wetterbestimmende Tief beschert den Vögeln Gegenwind. Auf der Ostroute dagegen bedeutet dies Rückenwind, so dass der Zug zum Beispiel von Störchen und Greifen via Nahem Osten und Osteuropa momentan gut vorankommt.

Kraniche mit Rückenwind

Stabiles Hochdruckwetter lädt zur Naturbeobachtung ein

07. März 2014 – Bis zu 20 Grad Celsius und am Sonntag verbreitet zehn Sonnenstunden: Das anstehende Wochenende lädt geradezu zum Naturerleben ein. Auch wenn die Vogelzahlen weit entfernt von denen des Herbstes sind, lassen sich an den bekannten Hauptrastplätzen jetzt recht gut Kraniche beobachten. Das gilt für die Diepholzer Moorniederung ebenso wie für das Rhinluch bei Linum und die Boddenküste. In der Region „Darß-Zingster Boddenkette und Rügen“ rasten derzeit rund 4000 Kraniche. Dieser frühe Zeitpunkt ist hier für eine so große Zahl der Vögel des Glücks einzigartig. „Besonders schön können die eleganten Vögel an der Fütterungsfläche von Kranichschutz Deutschland am Günzer See beobachtet werden. In den letzten Tagen waren es immer um die 600 Kraniche“, erläutert Günter Nowald vom Kranich-Informationszentrum Groß Mohrdorf. Das Zentrum liegt rund vier Kilometer vom Beobachtungspunkt Günzer See entfernt. Eine täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnete Ausstellung bietet faszinierende Einblicke in das Leben der Kraniche.Die Großwetterlage mit einem Hochdruckkeil quer über Mitteleuropa hat auch Auswirkungen auf den Vogelzug. „Sehr günstig ist die Wetterlage von Samstag bis Montag für die Südwestzieher, der durch die starken Nordwinde und Niederschläge der vergangenen Tage verursachte Zugstau südlich der Pyrenäen dürfte sich rasch auflösen“, heißt es dazu auf www.orniwetter.info. „Im Gegenzug ist die Wetterlage für Südostzieher derzeit sehr ungünstig, herrschen doch am Bosporus garstige Wetter- und Windverhältnisse.“ Für die Kraniche auf der Route über Spanien und Frankreich bedeutet das also Rückenwind, gleiches gilt für die Westzieher unter den Störchen. Störche, die jetzt aus Afrika kommend über den Nahen Osten Richtung Europa fliegen wollen, werden dagegen ausgebremst.

Die Kraniche kehren zurück

Forscher suchen nach Hinweisen auf neue Südroute

28. Februar 2014 – In West- und Norddeutschland ist der Frühjahrs-Kranichzug bereits voll im Gange und auch über Süddeutschland wurden schon einige versprengte Kranichtrupps gesichtet. Es ist anzunehmen, dass über Bayern ebenfalls bald die ersten Kraniche nach Norden beziehungsweise Nordosten ziehen werden. Der Frühjahrszug ist bekanntlich nicht so auffällig und spektakulär wie der Herbstzug, aber nach dem ungewöhnlichen Herbst 2013 lohnt sich in den nächsten Wochen ein Blick und ein offenes Ohr gen Himmel besonders. Die Hinweise mehren sich nämlich, dass sich neben den bekannten Hauptrouten eine neue Zugroute entlang des Alpennordrands etabliert. Um dies näher zu erforschen, sind die im „Kranichschutz Deutschland“ zusammengeschlossenen Vogelkundler auf möglichst viele Beobachtungsdaten angewiesen. Wer Kraniche beobachtet – ganz egal, auf welcher Route –, sollte seine Beobachtungen deshalb möglichst der Forschung zur Verfügung stellen. Registrierte Nutzer können ihre Kranichbeobachtungen auf den Portalen www.ornitho.de oder www.nabu-naturgucker.de eintragen. Beim NABU-Naturgucker kann außerdem auch ohne persönliche Registrierung eine Schnellmeldefunktion verwendet werden.

Update 24. Februar 2014 – Der Kranichzug ist nun voll am Gange. Jeden Tag sind Tausende der majestätischen Vögel unterwegs. Oft fliegen sie allerdings so hoch, dass nur ihre durchdringenden Rufe zu hören sind.Update 14. Februar 2014 – Das Zuggeschehen hat sich die letzten Tage weiter verstetigt. Es sind also offensichtlich nicht nur Kurzurlauber auf dem Rückflug. So wurden am Dienstag auf der Zugschiene von der Eifel zum mittelhessischen Lahntal mehr als 1500 Kraniche registriert. Auch aus Spanien und Frankreich werden größere Zugbewegungen berichtet, so dass der Nachschub nicht abreißt. Insgesamt geht der Frühjahrszug allerdings wesentlich unauffälliger vonstatten als der Herbstzug. Große Ansammlungen an den deutschen Rastplätzen sind nun eher die Ausnahme. Die skandinavischen Vögel ziehen rasch weiter, die hiesigen Brutvöghel beginnen direkt mit der Balz und fliegen ihre Reviere an.

Die erste kleine Rückreisewelle rollt

Mehrere Tausend Kraniche ziehen nach Nordosten / Balztänze beobachtet

10. Februar 2014 – Gerademal zwei Wochen ist es her, dass Tausende Kraniche vor der Kälte im Osten in den milden Westen flohen. Nun setzt bereits der Rückflug ein. Noch ist ungewiss, ob dies die allgemeine Kranich-Rückkehr aus den spanischen und französischen Winterquartieren einleitet oder es sich zunächst einmal lediglich um diese „Kälteflüchter“ handelt, die bei in ganz Mitteleuropa milden Temperaturen als erste wieder zurückkehren. Die nächsten Tage werden da Klarheit bringen.Jedenfalls geben nun immer mehr Kranichbeobachter „Nord“ oder „Nordost“ als Zugrichtung an. Entlang der klassischen Routen über Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und vor allem Hessen stehen die Chancen derzeit gut, die Vögel des Glücks am Himmel zu sichten oder zumindest aus der Ferne ihre Rufe zu hören.Übrigens waren längst nicht alle verbliebenen Kraniche vor dem strengem Frost ausgewichen. So hielten bei Königs Wusterhausen südlich von Berlin – wenige Kilometer vom künftigen Hauptstadtflughafen „Willy Brandt“ entfernt – rund 1500 Kraniche aus und nach einem Bericht der Märkischen Allgemeinen haben einige dieser Kraniche bereits mit der Balz begonnen.Derweil drohen rastenden Kranichen westlich von Berlin, im Havelland bei Nauen, möglicherweise neue Gefahren. Wie ebenfalls der Märkischen Allgemeinen zu entnehmen ist, möchte der Energiekonzern EnBW dort mitten im derzeit größten deutschen Kranichrastgebiet auf 21 Hektar einen Solarpark errichten. Naturschützer fürchten, dass die sich spiegelnden 40.000 Solarmodule anfliegenden Kranichen eine Wasserfläche vorgaukeln könnten und diese dann verunglücken. Neben dem NABU hat auch das brandenburgische Landesumweltamt Bedenken geäußert.

Die Kraniche bekommen kalte Füße

Kälte im Nordosten lässt die Vögel nach Westen ziehen

28. Januar 2014 – Die Zahl der Kraniche, die auf den kräftezehrenden Zug in die südlichen Winterquartiere verzichtet, nimmt von Jahr zu Jahr zu. In diesem Winter hielten sich alleine im brandenburgischen Rhin- und Havelluch bis weit in den Januar hinein rund 5.000 Kraniche auf und nach Informationen von Kranichschutz Deutschland waren es in Niedersachsen sogar noch bis zu 10.000 – davon gut 8.000 in der Diepholzer Moorniederung. Auch bei der „Stunde der Wintervögel“ wurden im Norden und Osten Deutschlands immer wieder Kraniche notiert.Nun aber herrscht im Nordosten seit anderthalb Wochen strenger Frost, nachts fielen die Temperaturen verbreitet auf minus 15 Grad Celsius und auch tagsüber lagen sie teils im zweistelligen Minusbereich. Der Boden ist inzwischen hart gefroren, und auch wenn die Schneedecke meist nicht allzu mächtig ist, fällt den Kranichen die Nahrungssuche immer schwerer. Seit Samstag (25.) setzen sich daher immer mehr Kraniche nach Westen ab und folgen dabei den traditionellen Zugrouten durch Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz. Beim NABU-Naturgucker gingen seitdem zahlreiche Beobachtungsmeldungen ein, Kranichtrupps von 100 Tieren und mehr sind keine Seltenheit. Maik Sommerhage, Naturschutzreferent des NABU Hessen, zählte in der Lahnaue zwischen Wetzlar und Gießen am Montag (27.) sogar mehr als 900 Kraniche.Da die Flugrichtung der Kraniche nicht immer eindeutig zu erkennen ist, vermutet mancher Vogelfreund, es handle sich bereits um Rückkehrer aus dem Winterquartier. Damit ist jedoch – je nach Witterungsverlauf – frühestens ab Mitte Februar zu rechnen.

Update 02. Januar: Zum Jahreswechsel sind noch einmal Kraniche in größerer Zahl Richtung Frankreich und Spanien abgeflogen. Im Marburger Lahntal zählte der Ornithologe Manfred Kraft rund tausend Kraniche auf dem Weg nach Südwesten. Gleichzeitig streifen im Norden und Nordosten Deutschlands unvermindert kleinere Trupps umher. Im Havelland unweit des NABU-Zentrums Linum halten sich laut Meldung auf Ornitho.de derzeit sogar noch 2500 Kraniche auf, die eine Schlafgemeinschaft mit Singschwänen und Wildgänsen bilden.

Zwei zu eins für Spanien

Nachrichten von den Sender-Kranichen / Winterbeobachtungen auch in Deutschland

27. Dezember 2013 – Im Sommer hat der von WWF und NABU getragene Kranichschutz Deutschland in Mecklenburg-Vorpommern drei Kraniche mit GPS-Sendern versehen. Während die Kraniche „Wölkchen“ und „Blacky“ schon seit Mitte November im spanischen Winterquartier sind, zog Kranich „Sunny“ mit seiner Familie zunächst mehrere Wochen zwischen Hamburg und Bremen, hielt sich dann in der Diepholzer Moorniederung auf und flog schließlich weiter Richtung Frankeich. Am 24. November erreichte Sunny schließlich den Lac du Der Chantecoq in der Champagne östlich von Paris. Dort hält er sich nun über einen Monat lang auf. Eine Zählung unmittelbar vor Weihnachten ergab für den riesigen Stausee einen Rastbestand von über 44.000 Kranichen. So spät im Jahr ist das ein neuer Rekord. Zur gleichen Zeit wurden aus dem ehemaligen südfranzösischen Braunkohlrevier Arjuzanx weitere 25.000 Kraniche gemeldet und aus der spanischen Extremadua mehr als 80.000. Insgesamt überwintern in Frankreich und Spanien mehr als 300.000 Kraniche. Wie viele Kraniche vorhaben, den Winter in Deutschland zu verbringen, lässt sich nicht genau sagen. Man kann aber auch jetzt immer noch Trupps von 100 bis 200 Kranichen beobachten, am Helmestausee an der Grenze zwischen Thüringen und Sachsen-Anhalt wurden kurz vor Weihnachten sogar mehr als 500 gezählt.

Update 5. Dezember: Fast alle zugwilligen Kraniche scheinen Deutschland inzwischen verlassen zu haben. Gelegentlich sind noch Trupps von maximal 100 bis 200 Vögeln unterwegs. An den diversen Schlafplätzen des brandenburgischen Havelluchs sanken die Rastzahlen innerhalb einer Woche von 6000 auf nun 1000. Aus dem Rhinluch (Linum) liegen keine aktuellen Zahlen vor, in der Diepholzer Moorniederung ist die nächste und letzte diesjährige Synchronzählung für Sonntag/Montag (8./9.) geplant. Auch hier halten sich aber nur noch Resttrupps auf. Wie viele Kraniche eine Überwinterung in Deutschland planen, lässt sich nicht sagen. Die Zahl hat aber die letzten Jahren immer weiter zugenommen. Es ist damit zu rechnen, dass mindestens jeder fünfte in Deutschland brütende Kraniche den Winter über hier bleibt.

Kranichzug bei Frost und Sonne

Derzeit reger Flugverkehr über Hessen und Rheinland-Pfalz

26. November 2013 – In weiten Teilen Deutschlands ist es momentan zwar winterlich kalt, aber auch sonnig. Während man die letzten Tage ziehende Kraniche mehr hören als sehen konnte, bietet sich nun wieder ein freier Blick. Wie mehr als 200 im NABU-Naturgucker eingegangene Beobachtungen zeigen, herrscht seit gestern vor allem auf der zentralen Route der Länge nach durch Hessen reger Flugverkehr mit Ziel Frankreich. Im Süden Hessens biegen die Kraniche teils im Rheingau direkt dem Fluss folgend nach Westen ab. Einige Trupps wurden aber auch deutlich weiter südlich geortet, wobei der Weiterflug quer über die Pfalz via Kaiserslautern erfolgt. Auf der Hessenroute dürften am Montag und Dienstag jeweils wenigstens 2000 bis 5000 Kraniche unterwegs gewesen sein, dazu kommen weitere Kraniche auf der NRW-Route mit Rheinquerung bei Köln und Bonn sowie Weiterflug über die Eifel und entlang der Mosel.Laut Zählung von Sonntag am Lac du Der Chantecoq sind dort innerhalb knapp einer Woche aus Deutschland kommend mindestens 20.000 Kraniche neu eingeflogen. Momentan rasten an Frankreichs größtem Stausee in der Champagne mehr als 48.000 Kraniche.

Die Rastplätze leeren sich

Mittwoch und Donnerstag noch einmal starker Flugverkehr über NRW

22. November 2013 – So „leer“ war es am Ostsee-Bodden schon lange nicht mehr. Nur noch 477 Kraniche hielten sich bei der Zählung am vergangenen Samstag noch in den flachen Küstengewässern auf. Im Havelland dagegen waren es Anfang der Woche immerhin 20.000 Kraniche, in der Diepholzer Moorniederung sogar knapp 36.000. Wie viele davon im Lauf der Woche bereits weitgezogen sind, lässt sich wegen des teils trüben und nebligen Wetters nicht genau sagen. Seit Mittwoch werden im NABU-Naturgucker allerdings wieder deutliche Zugbewegungen gemeldet. Vor allem über Nordrhein-Westfalen wurden zahlreiche Kraniche beobachtet, die wahrscheinlich in der Diepholzer Moorniederung gestartet waren – insgesamt dürften es mindestens 5000 bis 7000 gewesen sein. Die meisten der in den letzten Wochen aus Deutschland ankommenden Kraniche hat sich am Lac du Der Chantecoq in der Champagne nur kurz aufgehalten. Seit Anfang November werden von dort stabil rund 25.000 rastende Kraniche gemeldet. Ein Großteil der insgesamt 300.000 Kraniche dürfte sich in Südfrankreich und Spanien verteilt haben. Immerhin 43.000 Kraniche wurden Anfang der Woche in der südspanischen Extremadura gezählt.

15. November 2013 – Der Zug der Kraniche in die Winterquartiere ist jetzt in der Schlussphase. Rund 80 Prozent der Vögel haben Deutschland bereits verlassen. An den deutschen Haupt-Rastplätzen dürften sich momentan noch 40.000 bis 60.000 Kraniche aufhalten. Aus Spanien werden momentan 15.000 Wintergäste gemeldet, weitere 30.000 rasten in der südfranzösischen Gascogne, aus der Champagne liegen weiterhin noch keine aktuellen Zahlen vor. Das heißt, dass von rund zwei Dritteln der mehr als 300.000 Westzieher der aktuelle Aufenthaltsort offen ist. In den letzten Jahren haben sich die Zugstrecken der Kraniche stets verkleinert, die Winterschwerpunkte verlagern sich langsam von Spanien nach Frankreich. Wie Kranich-Experte Günter Nowald in der Zeitschrift „Der Falke“ berichtet, zogen zuletzt nur noch 35 Prozent der Kraniche in die traditionellen Überwinterungstgebiete in der Extremadura und in Andalusien. In Frankreich überwintern inzwischen mehr als 100.000 Kraniche und selbst in Deutschland halten sich immer mehr Kraniche das ganze Jahr über auf.

13. November 2013 – Die Ansammlungen an den Hauptrastplätzen schrumpfen merklich. Im Havelland sanken die Bestände innerhalb einer Woche von 69.000 auf 25.000, in der Diepholzer Moorniederung von 61.000 auf 33.000. Aus Frankreich liegen leider noch keine neuen Zahlen vor. Ob die aus Deutschland ankommenden Kraniche sich mehrheitlich am Stausee Lac du Der-Chantecoq in der Champagne aufhalten oder bereits nach Südfrankreich beziehungsweise Spanien weitgereist sind, lässt sich momentan also nicht sagen.Unterdessen reist der Strom der Kraniche in Deutschland nicht ab. Auf der „Einmal der Länge nach durch Hessen“-Route waren am Dienstag und Mittwoch jeweils weitere 10.000 Kraniche unterwegs.

Viele Kraniche drängt es in wärmere Gefilde

Seit Sonntag konstanter Zugverkehr auf der Westroute

11. November 2013 – Viele Kraniche finden wohl, dass es nun langsam Zeit wird, aufzubrechen. Obwohl die Winde nicht immer günstig wehen, starten seit Sonntag (10.) vermehrt größere Kranichtrupps Richtung Winterquartiere. Waren am Wochenende zuvor noch rund 8000 Kraniche auf der ungewöhnlichen Bayern-Bodensee-Schweiz-Route beobachtet worden, werden nun weder die bekannten Hauptrouten beflogen. Am Sonntag lag der Schwerpunkt auf der nordwestlichsten Route, startend von den Rastplätzen in der Diepholzer Moorniederung in Niedersachsen. Aus den mehr als 300 im NABU-Naturgucker hierzu eingetragenen Meldungen lässt sich genau der Weg der mindestens 10.000 Kraniche vom Raum Gütersloh/Bielefeld über das Sauerland und das Bergische Land bis zur Rheinüberquerung im Raum Köln/Bonn nachvollziehen. Danach zogen die Vögel weiter über die Eifel Richtung Frankreich.Am Montag durchflogen wiederum einige Tausend Nordrhein-Westfalen, schienen sich dabei aber noch ein Stückchen weiter nördlich zu halten, zogen über das Ruhrgebiet und querten bei Düsseldorf den Rhein. Gegenüber Sonntag deutlich zugenommen hat der Zugverkehr auf dem südlicheren Korridor, bei der die Kraniche – mehrheitlich wohl aus dem Havelland und aus Thüringen kommend – Hessen von Nordost nach Südwest durchqueren. Den Meldungen im NABU-Naturgucker nach waren hier 25.000 bis 30.000 Kraniche unterwegs.Die nächsten Tage soll Südwestwind vorherrschen, also genau gegen die Zugrichtung der Kraniche.

Etabliert sich eine neue Kranich-Zugroute?

Immer mehr Vögel fliegen via Südbayern und Bodensee parallel zu den Alpen nach Westen

07. November 2013 – Inzwischen liegen neue Zählergebnisse vor. Danach sind von den 200.000 in Deutschland rastenden Kranichen in den letzten Tagen 20.000 bis 30.000 nach Frankreich aufgebrochen. Größte Rastpunkte bleiben das Havelland und die Diepholzer Moorniederung, wo sich weiterhin jeweils mehr als 60.000 Kraniche aufhalten. Selbst an der Oststeeküste rund um das Kranichzentrum Groß Mohrdorf rasten noch 20.000 Kraniche.

Gleichzeitig haben innerhalb einer Woche fast 50.000 Kraniche den Lac du Der-Chantecoq in der Champagne verlassen, um weiter nach Südfrankreich oder nach Spanien zu ziehen. Die momentan noch 26.400 am Lac du Der-Chantecoq rastenden Vögel werde aber sicher bald wieder Zuwachs aus Deutschland bekommen.Auch zum ungewöhnlichen Massenüberflug von Kranichen in Südbayern am letzten Samstag (siehe untenstehende Meldung vom 4. November) gibt es neue Informatilonen:Der Norden Bayerns liegt am Rande der klassischen Westroute der Kraniche. Bei entsprechender Wetterlage werden immer wieder mal Kranichtrupps verdriftet. Aufgrund der zunehmenden Gesamtpopulation überfliegen daher immer mehr Vögel auch Teile Nordbayerns. Nach Angaben von Dr. Miriam Hansbauer, Kranichexpertin des bayerischen NABU-Partners LBV, steigt seit drei Jahren aber auch die Zahl von Kranichen, die entlang und südlich der Donau ziehen, bevor sie am Nordrand der Alpen weiter nach Westen fliegen. Waren es 2011 über den gesamten Herbstzug verteilt in ganz Bayern etwa 5.000 Vögel, wurde diese Zahl 2012 schon alleine an sechs Tagen und nur südlich der Donau erreicht. Und heuer wurden am 1. November auf einen Schlag über 8.000 Kraniche südlich der Donau gemeldet. „Die sich offensichtlich neu etablierende Zugroute über Südbayern wird nach bisherigen Erkenntnissen von Kranichen aus Osteuropa genutzt. 2012 konnte dies anhand von Beobachtungen internationaler Kollegen und der Auswertung von Wetterdaten nachgewiesen werden“, so Hansbauer.

200.000 Kraniche im Herbstnebel

Ungünstige Winde halten die Vögel fest / Außergewöhnliche Zugbeobachtungen in Bayern

04. November 2013 – Immer mehr Kraniche wählen die westliche Zugroute nach Frankreich und Spanien. Während auf der Ostroute über Ungarn, die Türkei und Israel derzeit rund 150.000 Kraniche gemeldet werden, sind es auf der Westroute doppelt so viele.

Knapp 100.000 Kraniche halten sich bereits in Spanien und vor allem in der französischen Champagne auf, weitere mindestens 205.000 bevölkern derzeit die deutschen Haupt-Rastplätze von der Ostsee-Boddenküste (22.315 Kraniche), über das Havelland (78.400) bis zur Diepholzer Moorniederung (74.212). Zunehmende Bedeutung gewinnt außerdem der Helme-Stausee bei Kelbra an der Grenze zwischen Thüringen und Sachsen-Anhalt. Von gerade mal tausend Kranichen vor zehn Jahren nahmen die Rast-Höchstzahlen dort auf 12.300 im Jahr 2012 und nun sogar 30.130 zu. Zwei Drittel der mehr als 300.000 Westrouten-Kraniche befinden sich Anfang November also noch in Deutschland. Die Gelegenheit zur Kranichbeobachtung ist unverändert sehr gut – teils auch an unerwarteten Orten. So wurden am Wochenende in Bayern nach ersten Schätzungen bis zu 8000 ziehende Kraniche beobachtet. Eigentlich liegt der Süden des Freistaats weitgehend abseits der Kranichrouten. Anhand der bisher vorliegenden Informationen wird vermutet, dass osteuropäische Vögel aus Richtung Österreich kommend auf die Westroute umgeschwenkt sind und dabei die südlichen Landesteile Bayerns und Baden-Württembergs überquerten. Die Kraniche flogen westlich bis zum Bodensee und bogen dann nach Südwesten in die Schweiz ab. Bei der Schweizer Vogelwarte Sempach gingen mehr als 150 Beobachtungen ein, so dass sich der Weiterzug durch das Schweizer Mittelland und den Jura gut verfolgen ließ.

23. Oktober 2013: Trotz des momentan fast schon sommerlichen Wetters drängen die in Deutschland rastenden Kraniche nun zum Aufbruch in Richtung Winterquartiere. Da die Regelzählungen an den großen Rastplätzen an unterschiedlichen Tagen stattfinden, ist es nicht möglich, eine präzise Momentaufnahme zu liefern. Fest steht aber, dass seit vergangenem Samstag immer wieder große Kranichgruppen an den Rastplätzen starten und entweder zum nächsten großen innerdeutschen Rastplatz oder sogar nonstop bis nach Frankreich fliegen. Rund 100.000 sind derzeit in Bewegung, die übrigen verharren an den Rastplätzen.An der Boddenküste – der ersten deutschen Station nach dem Überflug aus Skandinavien – nehmen die Rastbestände bereits deutlich ab. Binnen einer Woche sanken die Zahlen dort von 66.000 auf 30.000 Kraniche. Noch kräftiger ging es im brandenburgischen Rhin- und Havelluch runter: Wurden dort letzte Woche noch 102.000 Kraniche gezählt, waren es gestern nur noch 33.000. Ein Teil der Vögel zog zunächst zum nächstgelegenen Hauptrastplatz in der Diepholzer Moorniederung nördlich von Osnabrück. Dort rasten inzwischen knapp 70.000 Kraniche, davon kamen 45.000 innerhalb der letzten Tage an.Auch wenn die letzte Zählung am Lac du Der-Chantecoq in der Champagne am Sonntag lediglich 18.000 Kraniche ergab, dürften die Bestände inzwischen enorm angestiegen sein. Den Meldungen im NABU-Naturgucker nach zu urteilen, zogen alleine gestern mehr als 35.000 Kraniche via Hessen und Rheinland-Pfalz nach Frankreich. Am Samstag sollen es nach Berechnungen von Dr. Martin Kraft von der Uni Marburg sogar 80.000 gewesen sein.

Update 21. Oktober: Es kommt Bewegung in die Kranichmassen. Am Wochenende, besonders am Samstag (19.), machten sich rund 20.000 Kraniche von den Rastplätzen aus auf in Richtung Frankreich und Spanien. Im NABU-Naturgucker gingen dazu gleich mehrere Hundert Beobachtungsmeldungen ein, vor allem aus Hessen und Rheinland-Pfalz. Herzlichen Dank!Am größten französischen Rastplatz, dem Stausee Lac du Der-Chantecoq in der Champagne, wurden am Sonntag 18.400 Kraniche gemeldet. Neue Zahlen aus Spanien stehen noch aus.

200.000 Kraniche rasten jetzt in Deutschland

Das brandenburgische Havelland ist mit 102.000 Kranichen die Hochburg

17. Oktober 2013: Und wieder ein neuer Rekord. Im Rhin- und Havelluch wurden erstmals mehr als 100.000 (102.450) gleichzeitig rastende Kraniche gezählt, darunter 93.300 an den Linumer Teichen. Das sind rund 5000 mehr als vorige Woche. An der Ostsee-Boddenküste hat sich die Zahl um 6000 auf auf 66.016 Kraniche erhöht. In der Diepholzer Moorniederung wiederum hat sich der Rastbestand binnen einer Woche auf 25.894 genau verdoppelt und 6156 Kraniche rasten am Helmestausee bei Kelbra. Die Gesamtrastbestände liegen damit deutschlandweit bei mindestens 200.000 Kranichen.

10. Oktober: Aus der Diepholzer Moorniederung in Niedersachsen werden inzwischen 12.665 rastende Kraniche gemeldet. 1600 Kraniche halten sich am Kelbraer Stausee in Thüringen auf, dazu kommen weitere kleine Rastplätze. Der Gesamtrastbestand dürfte damit deutschlandweit bei wenigstens 170.000 Kranichen liegen.

Die Kraniche sammeln sich vor dem großen Zug

Neuer Rekord: 97.000 rasten momentan im Havelluch / 150.000 bundesweit

08. Oktober 2013 – Die Kranich-Rastbestände wachsen weiter rasch an. Im brandenburgischen Rhin- und Havelluch ergab die jeden Dienstag erfolgende Zählung heute einen neuen Rekord: 97.210 Kraniche rasten hier aktuell, davon gut 90.000 am Haupt-Schlafplatz bei Linum. Damit hat sich die Zahl der Kraniche innerhalb nur einer Woche verdoppelt.Auch am Ostseebodden kommt weiter Nachschub aus Skandinavien an. Die letzte Zählung am Samstag (5.) ergab 51.865 rastende Kraniche, so dass sich auch ohne genaue Zahlen von den kleineren Rastplätzen bundesweit mit Sicherheit bereits mehr als 150.000 Kraniche aufhalten. Zum Vergleich: In Deutschland brüten rund 8000 Kranichpaare, das macht einschließlich flüggem Nachwuchs etwas mehr als 20.000 „deutsche“ Kraniche.

Update 2. Oktober: Die gestrige koordinierte Zählung im Rhin- und Havelluch ergab einen Rastbestand von 41.000 Kranichen. Es lohnt sich also, zum abendlichen Schlafplatzeinflug das Storchen- und Kranichdorf Linum zu besuchen.

Ideales Flugwetter für ziehende Kraniche

Starker Zug über Hessen und Rheinland-Pfalz / 30.000 rasten am Ostseebodden

01. Oktober 2013 – Wer am Wochenende bei Sonnenschein einen Ausflug in die Natur machte, tat angesichts des dabei wehenden frischen Ostwindes gut daran, sich warm einzupacken. Doch wer wie die Kraniche eine längere Reise Richtung Südwesten plant, für den bedeutet das Rückenwind und ideales Reisewetter. Folglich begaben sich ab Sonntag bereits Tausende Kraniche von ihren Rastplätzen im Norden und Osten Deutschlands auf den Weg. Vor allem in Mittelhessen und Rheinland-Pfalz waren zahlreiche der keilförmigen Flugformationen zu sehen. So zählte Vogelexperte Martin Kraft am Sonntag über den Tag hinweg 40 Trupps mit insgesamt fast 4000 Kranichen, die das Marburger Lahntal entlang flogen. Am Montag folgten weitere 20 Trupps mit 2000 Kranichen und am heutigen Dienstag meldeten Vogelkundler vom Stausee Lac du Der-Chantecoq in der Champagne bereits die Ankunft der ersten 4000 Kraniche.

Unterdessen steigt die Zahl der in Deutschland rastenden Kraniche weiter rasch an. An der Boddenküste bei Rügen und Stralsund werden bereits 30.000 Kraniche gezählt. Am Schlafplatz im Rhinluch bei Linum haben sich nach Schätzungen inzwischen deutlich mehr als 10.000 Kraniche versammelt. Eine erste genaue Zählung findet diese Woche statt. Wer etwas weiter südlich Kraniche beobachten möchte, kann das gut am Kelbraer Helmestausee tun, gelegen nahe Nordhausen, an der Landesgrenze zwischen Thüringen und Sachsen-Anhalt. Das Gebiet wird als Rastplatz von Jahr zu Jahr beliebter und momentan halten sich dort immerhin knapp tausend Kraniche auf.

Die Kraniche kommen – der Herbst ist da

Schon mehr als 12.000 am Ostseebodden / Auch Gänse und Kiebitze unterwegs

24. September 2013 – Rechtzeitig zur Kranichwoche haben sich entlang der Ostseeküste rund um den Hauptschlafplatz am Großen Kirr bei Zingst mehr als 12.000 Kraniche versammelt. Wie die Meldungen im NABU-Naturgucker sowie bei Ornitho.de zeigen, lassen sich im Mecklenburgischen größere Kranich-Ansammlungen auch in der Peetzer Niederung bei Warnemünde sowie am Torgelower See nördlich der Müritz beobachten. Wer ganz genau hinschaut, kann in Bartelshagen südlich des Darß sogar eine besondere Rarität entdecken: Unter rund 3000 europäischen Graukranichen hat sich auch ein einzelner Kanadakranich gemischt. Die Beobachtung wurde von mehreren erfahrenen Beobachtern bestätigt und inzwischen liegen auch Fotos vor.Weiter westlich, am Gülper See im Havelland, zählen die Kraniche bisher knapp 5000, das wird sich die kommenden Wochen noch deutlich steigern. Im Rhin- und Havelluch können Vogelfreunde auch diesen Herbst Ansammlungen von 70.000 bis 80.000 Kranichen erwarten. Zehn Tage vor dem europaweiten Aktionswochenende zur Zugvogelbeobachtung, dem European Birdwatch, dominieren am Gülper See noch andere Arten. So halten sich dort momentan rund 6000 Graugänse, mehr als 1000 Tundrasaatgänse sowie jeweils mehrere Hundert Krick-, Pfeif- und Reiherenten auf. Dazu kommen bis zu 2000 Kiebitze.Größere Kiebitzschwärme lassen sich auch in anderen Regionen beobachten. Aus dem Norden und Osten schauen zudem die ersten Erlenzeisig- und Bergfinktrupps herein. An der Küste rasten unter anderem Goldregenpfeifer, eine Art, die als Brutvogel in Deutschland so gut wie ausgestorben ist. Gleichzeitig haben zum Beispiel längst noch nicht alle Schwalben Deutschland verlassen. In Gemeinschaften von mehreren Hundert bis Tausenden – oft Mehl- und Rauchschwalben gemischt – ziehen sie derzeit nach Süden.

Nordrhein-Westfalen im Fokus des Kranichzugs

Tausende Kraniche an Mosel, Niederrhein und Ruhr

04. März 2013 – Seit Sonntag werden in Deutschland wieder große Kranichketten am Himmel beobachtet. Dabei scheinen die Vögel momentan vor allem die nördliche Route ihres Zugkorridors zu nutzen. Während nämlich im NABU-Naturgucker aus Hessen nur vereinzelt kleinere Trupps gemeldet wurden, war der Himmel über Nordrhein-Westfalen am Montag voller Kraniche.Startend vom Lac du Der in der südlichen Champagne, Frankreichs größtem künstlichen Stausee, flogen die Kraniche in nordöstlicher Richtung wohl über Luxemburg und Teile Belgiens, um dann in der Eifel Grenze zu Deutschland zu überqueren. Schon am Sonntag wurden in Rheinland-Pfalz bei Trier und Cochem entlang der Mosel große Kranichketten beobachtet. An Montag setzen sich die Sichtungen über Aachen bis hin zum Niederrhein bei Wesel fort. Die größte Ansammlung notierte Dieter Schneider von der Fachgruppe Ornithologie des NABU Wesel mit über 5.550 Kranichen unweit der Bislicher Rheininsel bei Xanten. Die Kranichroute auf dem Weg in die Brutgebiete führt weiter über das Ruhrgebiet, wo am Montag zum Beispiel bei Hattingen 2500 Vögel gezählt wurden. Es lohnt sich sicher auch in den nächsten Tagen, ab und zu die Augen nach oben zu richten.

Mehr zum Thema

    Print       Email

You might also like...

„Wir müssen den Konflikt in Verhandlungen lösen“

Read More →