Baader Bond Markets: “US-Zinspolitik wird für die Europäische Zentralbank zum Problem “

By   /  November 17, 2016  /  Comments Off on Baader Bond Markets: “US-Zinspolitik wird für die Europäische Zentralbank zum Problem “

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

Headline: Baader Bond Markets: "US-Zinspolitik wird für die Europäische Zentralbank zum Problem "

17. November 2016. MÜNCHEN (Baader Bank). Obwohl Donald Trump noch nicht in Amt und Würden ist, konnte er zumindest bei den zu erzielenden Renditen am Bondmarkt seinen Wahlslogan “Make America great again” bereits umsetzen. In einer für viele Marktbeobachter atemberaubenden Schnelligkeit wurde diese Entwicklung vollzogen, da die andiskutierten Investitionsprogramme sowie die Steuererleichterungen eine Zinserhöhung durch die US-amerikanische Notenbank (Fed) unumgänglich erscheinen lassen. Eine Zinsanpassung auf der nächsten Fed-Sitzung am 14. Dezember des Jahres ist inzwischen mit einer Wahrscheinlichkeit von 94 Prozent am Markt eingepreist.
Dennoch sollte man vorsichtig sein, bereits alleine mit der Wahl von Donald Trump zum künftigen US-Präsidenten Rückschlüsse auf die zukünftige Geldpolitik der amerikanischen Notenbank zu ziehen. Nach den Worten des US-Notenbankers Robert Kaplan gibt es Politikansätze, die positiv für das Wirtschaftswachstum und solche, die negativ sein könnten. Niemand mag momentan mit Bestimmtheit sagen, was wie wirken wird. Das wäre Kaffeesatz-Leserei. Die Verunsicherung der Investoren ist allerdings sehr groß und somit ist es nicht verwunderlich, dass zwischenzeitlich bei US-Bonds mit einer Laufzeit von 30 Jahren Renditen von über 3 Prozent und bei einer Restlaufzeit von 10 Jahren mehr als 2,30 Prozent zu erzielen waren. Dieses Niveau scheint vorerst gehalten zu haben, aber sollte sich die US-Wirtschaft weiterhin positiv entwickeln, so wären bei neuen Engagements noch höhere Renditen möglich.
Des einen Freud ist des anderen Leid. So lässt sich der unerwartete Renditeanstieg umschreiben. Während Altinvestoren sich verwundert die Augen reiben, haben es Anleger bei Neuinvestitionen besser getroffen. Doch diese Entwicklung ist nicht auf den US-Bondmarkt beschränkt, sondern strahlt u. a. auch auf die europäischen Zinsmärkte aus. Hatten deutsche Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren (WKN 110240) z.B. am 06.07.16 noch mit -0,193 Prozent rentiert, so warfen diese Papiere am 14.11.16 – also nur 4 Monate später – eine Rendite von +0,40 Prozent ab. Noch deutlicher wird es bei der zu erzielenden Rendite der 30-jährigen Anleihe, die in diesem Zeitraum von 0,293 Prozent auf 1,062 Prozent kletterte. Ein solcher Anstieg ist für Deutschland zwar nicht unerheblich, aber dennoch zu verkraften. Ganz anders stellt sich die Situation allerdings für die europäischen “Sorgenkinder” dar. So erhöhten sich die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen Italiens innerhalb von 4 Monaten von 1,054 Prozent auf 2,23 Prozent, für Portugal von 2,687% auf 3,683 Prozent und für Irland von 0,307 Prozent auf 1,103 Prozent.
WerbungEs ist davon auszugehen, dass in Euroland der Renditetiefpunkt erreicht wurde, ohne dass der Großteil der Marktteilnehmer dies wahrgenommen hat. Zu groß war das Vertrauen in die QE-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) – und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Nun stellt sich die Frage, wie die EZB unter der Leitung von Mario Draghi auf diese neue Herausforderung reagieren wird. Wie irrational momentan gehandelt wird, unterstreicht auch die heutige Ankündigung aus Japan. Dort wurde eine erste Runde nach oben offener Anleihekäufe “angedroht”. Es ist zu befürchten, dass auch die EZB den eingeschlagenen Weg nicht verlassen wird, sondern man diesen “ohne Rücksicht auf Verluste” weiter beschreiten wird. Somit ist zu erwarten, dass am 8. Dezember – bei der nächsten EZB-Sitzung – eine Verlängerung der Anleihekaufprogramme mit angepassten Spielregeln beschlossen wird, woran auch eine positivere Entwicklung der Inflationsrate in der Eurozone nichts ändern sollte.
Dadurch manövriert man sich immer tiefer in eine Sackgasse und versucht verzweifelt, sich dem Einfluss der US-amerikanischen Geldpolitik zu entziehen. Doch in diesem Zusammenhang sei an zwei Aussprüche von Henry Kissinger erinnert: “America has no permanent friends or enemies, only interests.” und “Who controls the money controls the world.”
Der Unsicherheitsfaktor Trump bleibt am Markt
Kein Zweifel, das Personalkarussell von Amerikas öffentlichen Spitzenämtern kommt kräftig in Fahrt. Dabei sorgen Spekulationen über das künftige Team des neuen US-Präsidenten Donald Trump sowie vorzeitige Rücktritte für eine anhaltende Verunsicherung an den Kapitalmärkten.
Zunächst war es die Chefin der Finanzaufsicht SEC, Mary Jo White, die wenige Tage nach dem Wahlsieg von Trump ihren Rücktritt erklärt hat. Im Januar wird die 68-Jährige ihren Posten aufgeben – ganze drei Jahre vor dem regulären Ende ihrer Amtszeit. Beobachter fragen sich nun, wie dieser verfrühte Rückzug von White, die dazu beigetragen hatte, die Finanzbranche an die kurze Leine zu nehmen, zu deuten ist. Geht die Aufseherin davon aus, dass es unter Trump ein Rollback der Bankenregulierung geben soll? Wandelt sich Trump gerade vom Schrecken der Wall Street zu deren Verbündetem?”Spekulationen über Personalien und vorzeitige Rücktritte sorgen für Verunsicherung.” Darauf deuten zumindest Spekulationen hin, wonach der wichtige Posten des Finanzministers mit einem hochkarätigen Ex-Banker besetzt werden könnte. Namen wie Steven Mnuchin, ehemaliger Topmanager der US-Investmentbank Goldman Sachs, und Jamie Dimon, JPMorgan-Chase-Chef, machen die Runde.
Betrachtet man den Aktienmarkt, so scheinen viele Investoren darauf zu spekulieren, dass Trump, der eigentlich angetreten war den Wall-Street-Sumpf “trockenzulegen”, das Rad der Regulierung wieder zurückdrehen könnte. Auf seiner Homepage avisierte er sogar, er wolle das von Banken ungeliebte Dodd-Frank-Gesetz, das eine Antwort auf die Finanzkrise war und Banken lästige Regeln auferlegt, wieder abschaffen. Tatsächlich spräche nicht viel dafür, dass er die Branche weiter an die Kandare nehmen wolle, wenn Spitzenbanker Mitglieder der Regierung wären.”Am Aktienmarkt scheinen viele Investoren darauf zu spekulieren, dass Trump das Rad der Regulierung wieder zurückdrehen könnte.”
Mit Spannung blicken Beobachter auch auf den nächsten Termin des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Fed, der sich Mitte Dezember wieder trifft. Die Fed hatte vor Jahresfrist begonnen, die Zinsen anzuheben, und beim nächsten Treffen sollte eigentlich ein weiterer Zinsschritt vollzogen werden. Nun aber hat Trump die Wahl gewonnen, der der Fed-Chefin Janet Yellen im Wahlkampf vorgehalten hatte, die nach seinen Worten unnötig niedrigen Zinsen sorgten künstlich für gute Stimmung an den Börsen und spielten nur seiner Kontrahentin Hillary Clinton in die Karten.
Man darf daher gespannt sein wie Yellen, die noch einen Vertrag bis Januar 2018 besitzt, mit der Situation umgehen wird. Insbesondere nachdem ihr bereits während des Wahlkampfs vom neuen Präsidenten eine Zukunft in diesem Amt in Abrede gestellt wurde. Auch waren seine Äußerungen zur Geldpolitik sehr widersprüchlich und zeugen von einem hohen Maß an Wankelmütigkeit. Mal sagte er, als “Schuldenkönig” liebe er Nullzinsen. Mal tönte er, man müsse echte Sparer vor der Fed schützen, die nur die Finanzwirtschaft begünstige.
Unausgegoren und von Machtkämpfen geprägt präsentiert sich nun auch das Umfeld von Trump, wie die jüngsten Rücktritte in seinem Übergangsteam deutlich machen. Sowohl Mike Rogers, Leiter des Geheimdienstausschusses, als auch Ben Carson, der einzige Schwarze, der als Anwärter auf einen Platz im Kabinett gehandelt wurde, nahmen diese Woche ihren Hut. Hinzu kommt der Umstand, dass der künftige Präsident Mitglieder seines Familienclans in wichtige Ämter und Beraterrollen hievte, was zumindest ein “Gschmäckle” hinterlässt, aber eben auch zum Unsicherheitsfaktor Trump beiträgt.
Was die Märkte nun interessiert ist die Frage, ob Trump alle Auflagen, die unter Obama beschlossen wurden, tatsächlich rückabwickeln wird und kann – etwa die Krankenversicherung, das Steuersystem und eben die Bankenregulierung. Beobachter sind sich einig, dass dies nicht immer so ohne weiteres funktionieren dürfte – und wenn, dann nur im Rahmen langfristiger Prozesse. Aber vorerst scheinen Investoren zumindest am Aktienmarkt auf eine Trump-Rallye zu wetten. Die Frage, ob dies im Sinne langfristig stabiler Märkte immer geboten sein mag und letztendlich auch denen aus den Vorstädten zu Gute kommt, die Trump gewählt haben, scheint im Moment eher in den Hintergrund zu rücken.
Risikobewertung der Banken auf dem Prüfstand
Wie Banken ihre Risiken einschätzen und bewerten müssen, ist sowohl für die Bankenaufsicht als auch die Europäischen Zentralbank (EZB) zu einer zentralen Frage im Rahmen von Basel III geworden. Nun hat die für die Bankenaufsicht zuständige EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger auf der Branchenkonferenz “Euro Finance Week” angekündigt, in den nächsten drei Jahren die internen Risikomodelle gezielt überprüfen zu wollen. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Modelle konsistente Ergebnisse liefern und ungerechtfertigte Unterschiede bei der Kalkulation einschränken.
Lautenschläger packt damit ein international heißes Eisen an, geht es doch bei den laufenden Verhandlungen über strengere Vorschriften für Banken auch um interne Risikomodelle. Schließlich bestimmen diese wesentlich mit, wie dick die Kapitaldecke einer Bank sein muss. Je riskanter das Kreditportfolio eines Instituts ist, desto mehr Eigenkapital muss es zur Sicherheit vorhalten. Der Knackpunkt aber ist, dass eine Bank, die ihre Risiken klein rechnet, in guten Zeiten zwar teures Kapital sparen kann, in schlechten Zeiten aber umso schneller umkippt – im Zweifel zulasten des Steuerzahlers.”Interne Risikomodelle bestimmen wesentlich mit, wieviel Eigenkapital vorgehalten werden muss.”
Wie die Finanzkrise offenbarte, haben viele Banken bestimmte Gefahren massiv unterschätzt. Außerdem war klar geworden, dass es insgesamt sehr große Unterschiede bei der Berechnung der Risiken gibt. Studien haben gezeigt, dass es nicht nur Unterschiede bei den Banken und ihren Modellen gibt, sondern dass auch die Bankenaufseher unterschiedlich mit den Modellen umgehen. Hier bedarf es dringend einer Vereinheitlichung auf allen Ebenen.”Hier bedarf es dringend einer Vereinheitlichung.”

Der Wildwuchs an Risikomodellen der vergangenen Jahre hat dazu geführt, dass mittlerweile auch der Baseler Ausschuss an strengen Leitplanken für die Anwendung solcher Risikomethoden arbeitet. Vor allem die USA drängen dort auf Einschränkungen bei internen Modellen, was den Europäern vielfach zu weit geht. Der Präsident der deutschen Bankenaufsicht BaFin, Felix Hufeld, drohte deshalb bereits mit einem Scheitern der Reform. Schließlich würde für europäische Banken der Kapitalbedarf sprunghaft ansteigen.”Einschränkungen des Baseler Ausschusses gehen den Europäern zu weit.”

Auch Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret hat wichtige Änderungen der bisherigen Vorschläge gefordert. Es werde mit der Bundesbank keine Einigung um jeden Preis geben, sagte er und kritisierte, dass die diskutierten Vorschriften den Kapitalbedarf für Banken zu stark erhöhen würden. Dombret schlug nun vor, dass deutsche Darlehen stärker begünstigt werden. Diese seien sicherer als in vielen anderen Ländern, in denen sich die Banken zu stark an den Marktpreisen von Immobilien orientierten. Deutsche Institute müssen den Wert einer Immobilie konservativer ermitteln als anderswo.”Bundesbank will Änderungen bei deutschen Immobilienkrediten.”

Und wo Dombret gar nicht mit sich reden lassen will, ist die Einführung eines so genannten ‘Output-Floor’. Einen solchen hat der Baseler Bankenausschuss vorgeschlagen, wonach es für die internen Modelle eine absolute Grenze geben soll. Meist ermitteln nämlich Banken mit eigenen Risikomodellen einen viel geringeren Kapitalbedarf als Institute, die das Standardverfahren nutzen. Damit soll ein geringerer Kapitalbedarf auf entweder 20 Prozent oder 40 Prozent gegenüber dem Standardmodell begrenzt werden. Dombret hält dagegen: In der Theorie gelte der ‘Output-Floor’ zwar als Mittel, um leichtsinniger Rechenakrobatik bei internen Modellen einen Riegel vorzuschieben. In der Praxis aber wirke er der Risikoorientierung entgegen. “Das können wir so nicht akzeptieren, denn an einer unerwünschten zusätzlichen Risikonahme von Banken sind wir nicht interessiert”, macht er klar. Basel III habe andere Instrumente wie die Leverage Ratio entworfen, um Modell- und Missbrauchsrisiken zu bekämpfen.
Mittelstandskredite mit weniger Eigenkapital unterlegenDie EU-Kommission greift Banken bei der Vergabe von Mittelstandskrediten unter die Arme. Wie Reuters berichtet, können die Institute Darlehen in Höhe von bis zu 1,5 Millionen Euro an kleinere und mittelgroße Unternehmen (KMU) weiterhin mit weniger Eigenkapital unterlegen. Demnach bleiben für diese Kleinkredite 23,8 Prozent bei der Hinterlegung abzugsfähig. Bei größeren Darlehen sollen 15 Prozent der verbleibenden Summe abgezogen werden können.”EU will Erleichterungen für Darlehen bis 1,5 Millionen Euro beibehalten.”

Der Chef des Deutschen Sparkassenverbands, Georg Fahrenschon, begrüßte es, dass dieser sogenannte KMU-Skalierungsfaktor beibehalten wird. Er mahnte aber in Brüssel ein generelles Umdenken an, bei dem die internationalen Großbanken getrennt von den regional aufgestellten Geldhäusern betrachtet werden.
Diese Regelung ist Teil der Überarbeitung der Eigenkapitalverordnung (CRR) und der Eigenkapitalrichtlinie (CRD), die kommende Woche vorgestellt werden soll. Indessen kündigte EU-Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis an, den bürokratischen Aufwand für kleinere Banken bei den Bonusregeln für Manager zu lockern, wo dies möglich sei. Anders als Großbanken sind viele kleine Institute nicht börsennotiert und zahlen nur geringe Boni, unterliegen aber derselben Regulatorik.”Abbau von Bürokratie bei Bonusregeln für kleine Banken in Aussicht gestellt.”

Investoren stellen Pharmaunternehmen Mittel zur Verfügung
Im Herbst leiden viele Menschen unter den Symptomen eines grippalen Infekts und greifen zur Linderung der Beschwerden zu neuen oder altbewährten Arzneimitteln. Doch vor der Erteilung einer Genehmigung für den Einsatz dieser Medikamente steht die Forschung, die zeitaufwendig und teuer ist. Um für zukünftige Herausforderungen gewappnet zu sein, wurden in dieser Woche gleich zwei bekannte Pharmaunternehmen am Primärmarkt aktiv.
So refinanzierte der niederländische Pharmariese Mylan mittels vier Anleihen insgesamt 3 Milliarden Euro. Die dreifache Überzeichnung der Orderbücher zeugt von einem starken Interesse seitens der Investoren. Diese konnten entsprechend ihren Vorlieben und Bedürfnissen zwischen Laufzeiten von 2 bis 12 Jahren wählen. Die erste Tranche, ein zweijähriger Floater (XS1522989869) im Volumen von 500 Millionen Euro, ist am 22.11.2018 fällig und mit einer quartalsweisen Verzinsung in Höhe von +87 bps über dem Dreimonats-Euribor ausgestattet. Bei den übrigen Anleihen handelt es sich um Anleihen mit festen Kupons und folgenden Ausstattungen:
WKN A189GM; fällig: 23.11.2020; Vol.: 750 Millionen Euro; Kupon: 1,25 Prozent p.a.; +132 bps über Mid Swap/
WKN A189GN; fällig: 22.11.2024; Vol.: 1 Milliarden Euro; Kupon: 2,25 Prozent p.a.; +180 bps über Mid Swap/
WKN A189GP; fällig: 22.11.2028; Vol.: 750 Millionen Euro; Kupon 3,125 Prozent p.a.; +237 bps über Mid Swap.
Aber auch der Arzneimittelhersteller AbbVie emittierte einen Dreierpack an Bonds im Gesamtvolumen von 3,6 Milliarden Euro. Bei der ersten Tranche handelt es sich um eine 3-jährige Anleihe (WKN A189FJ) im Volumen von 1,4 Milliarden Euro mit Fälligkeit am 18.11.2019. Die Anleger erhalten einen jährlichen Kupon von 0,375 Prozent. Der Ausgabepreis lag bei 99,732 Prozent (+50 bps über Mid Swap). Die zweite 1,45 Milliarden Euro schwere Anleihe (WKN A189FK) bietet dem Anleger eine jährliche Verzinsung in Höhe von 1,375 Prozent bis zum Laufzeitende am 17.05.2024. Emittiert wurde die Anleihe zu 99,776 Prozent und somit bei +95 bps über Mid Swap. Den Hattrick komplettiert eine 750 Millionen Euro schwere Anleihe (WKN A189FL) mit jährlicher Kuponzahlung von 2,125 Prozent bis zum Laufzeitende am 17.11.2028. Der Ausgabepreis betrug 99,801 Prozent (+125 bps über Mid Swap).
Alle hier genannten Bonds verfügen mit Ausnahme des Floaters über ein optionales Sonderkündigungsrecht zu Gunsten des Emittenten (Make-Whole-Option). Wegen des Mindestanlagebetrages von 100.000 Euro zielen diese Papiere zumeist auf institutionelle Anleger ab.
Angeknockt wie ein Boxer
Die vergangenen Handelstage hatten es für Rentenhändler in sich und die Frage ist erlaubt: “Konnte man das nicht kommen sehen?” Am 30. September schien die Welt noch in Ordnung zu sein und das Sorgenbarometer notierte in der Spitze bei 166,36 Prozent. Nur sechs Wochen später markierte der Euro-Bund-Future im Dezember-Kontrakt mit 159,14 Prozent einen vorerst neuen Tiefpunkt. Bemerkenswert dabei ist allerdings, dass man nicht den Eindruck hat, die Sorgen der Welt seien weniger geworden. Nein, es sind nur andere und diese scheinen den sicheren Hafen “Renten” nicht mehr zu befeuern. Aktuell handelt das Rentenbarometer wieder bei ca. 160,90 Prozent (heutige Eröffnung: 160,58 Prozent) und erinnert an einen angeknockten Boxer. Die Schwierigkeit hierbei ist, dass jederzeit sowohl ein “K.o.” als auch ein “Lucky Punch” möglich ist, was eine Prognose nicht einfacher macht. Legt man die alte Börsenregel “Der Markt geht immer dorthin, wo es den meisten Investoren weh tut.” zugrunde, so ist die Kurskorrektur noch nicht zu Ende.
Um in solchen Marktphasen ein Gespür für die weitere Marktentwicklung zu erhalten, ist die Chartanalyse immens wertvoll. Die hierbei zu benennenden Unterstützungslinien verlaufen momentan bei 159,36 Prozent bzw. 158,60 Prozent. Ob allerdings die Rückeroberung der 160er Marke nachhaltig gelingen wird, hängt von den kommenden Ereignissen ab. Nach Tagen der Spekulation werden die Fundamentaldaten wieder in den Fokus der Überlegungen rücken und vorübergehend die spiegelbildliche Korrelation zwischen Aktien und Renten ins Spiel bringen. Denn die Kursentwicklung an den Börsen war noch nie eine Einbahnstraße und wird es auch zukünftig nicht werden. Nach oben blickend ergeben sich ein erster Widerstand bei 161,46 Prozent und ein weiterer bei 162,56 Prozent.”Der Kampf um die 160er Marke.”
Nur Frankreich und Spanien wagen sich aus der DeckungIn den USA wurden in dieser Handelswoche in erster Linie Geldmarkttitel zum Kauf angeboten. Insgesamt wurden 143 Mrd. USD als T-Bills mit Laufzeiten von vier Wochen sowie drei und sechs Monaten aufgelegt. Abgerundet wird das Emissionspaket heute mit der Aufstockung der zehnjährigen inflationsindexierten Anleihe um 11 Milliarden US-Dollar. In der kommenden Woche stehen neben den üblichen Geldmarktpapieren auch wieder T-Notes mit Laufzeiten von zwei, fünf und sieben Jahren zur Refinanzierung an.”USA refinanzieren insgesamt 154 Milliarden USD.”
In der Eurozone werden in dieser Woche nur Frankreich und Spanien den Investoren mittels der Aufstockung von Altemissionen Material offerieren. Spanien erhöht heute das Emissionsvolumen von drei Bonds (WKNs A18W6G/2019, A18YPG/2021, A1VQCB/2026) und Frankreich meldet bei insgesamt drei Anleihen (WKNs A0D2UV/2021, A0TRKW/2023, A18675/2047) ebenfalls Interesse an und legt zusätzlich eine neue Anleihe (WKN A189GE/2022) auf.
Es gibt nur noch ein Thema: Trump
Mit einer Woche Abstand zur Präsidentschaftswahl in den USA können wir feststellen, die Welt dreht sich weiter, aber sie ist eine andere als zuvor. Der designierte US-Präsident Donald Trump hat die Märkte weltweit in Turbulenzen versetzt, insbesondere den Devisenmarkt.
So konnten wir beim Währungspaar Euro/Dollar in den vergangenen Handelstagen extreme Kursbewegungen beobachten. In erster Reaktion auf einen möglichen Wahlsieg Trumps stieg der Euro bis auf 1,13 US-Dollar an. Mit der Gewissheit eines neuen Präsidenten legte der US-Dollar eine beeindruckende Erfolgsstory aufs Parkett. Die Stärke des Dollars wird durch Spekulationen getrieben, wonach eine Trump-Regierung durch höhere Ausgaben die Wirtschaft sowie die Inflation ankurbeln wird und als Konsequenz die Federal Reserve (Fed) die Zinsen erhöhen muss. Seither befindet sich die europäische Gemeinschaftswährung im Sinkflug, der vorerst bei 1,0667 US-Dollar – einem neuen Jahrestief – abgebremst werden konnte. So niedrig notierte die Einheitswährung zuletzt im Dezember 2015, als die US-Notenbank Fed nach fast 10 Jahren erstmals wieder die Zinsen angehoben hatte. Aktuell handelt der Euro bei ca. 1,0725 US-Dollar und somit etwas über dem damaligen Tiefstkurs von 1,0524 US-Dollar.
Auch nach einer Woche Trump-Gewissheit notiert die Währung Mexikos noch immer mit 20,20 mexikanische Pesos in der Nähe des historisch niedrigen Niveaus von 21,3897 mexikanische Pesos. Auch gegenüber dem Euro konnte sich der Peso nur leicht von seinem Allzeittief bei 23,45 mexikanische Pesos entfernen und handelt derzeit mit 21,65 mexikanische Pesos.”Mexikanischer Peso kommt nicht auf die Füße.”
Innerhalb der vergangenen Handelswoche standen aufgrund der aktuellen Marktgegebenheiten insbesondere Währungsanleihen auf US-Dollar sowie mexikanische Peso im Fokus der Privatanleger. Darüber hinaus waren auch Bonds lautend auf russische Rubel, südafrikanische Rand und türkische Lira mehrfach nachgefragt worden.
17. November 2016, © Baader Bank AGÜber den Autor
Klaus Stopp ist der stellvertretender Leiter des Rentenhandel der Baader Bank.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder, nicht die der Redaktion von boerse-frankfurt.de. Sein Inhalt ist die alleinige Verantwortung des Autors.

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