BMW Group trauert um Paul Rosche.

By   /  November 17, 2016  /  Comments Off on BMW Group trauert um Paul Rosche.

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MIL OSI – Source: BMW Group –

Headline: BMW Group trauert um Paul Rosche.

München (DE), 16. November 2016. Einer der prägenden Ingenieure in
der Geschichte der BMW Group ist tot. Paul Rosche, der von 1957 bis
1999 in verschiedenen Funktionen für BMW tätig war, verstarb am
Dienstag im Alter von 82 Jahren in seiner Heimatstadt München.

„Diese Nachricht stimmt uns alle sehr traurig“, sagt BMW Motorsport
Direktor Jens Marquardt. „Paul Rosche hat das Unternehmen und die
Marke BMW mit seiner Leidenschaft, seinem Weitblick und seiner enormen
technischen Expertise über Jahrzehnte hinweg nicht nur bei den
Einsätzen auf der Rennstrecke repräsentiert und geprägt. Die
Ergebnisse seiner Arbeit – ganz gleich, bei welchem Fahrzeug oder in
welcher Serie – sind vielfach Meilensteine der Ingenieurskunst. In
Paul Rosche verlieren BMW Motorsport und BMW M eine herausragende
Persönlichkeit. Er hat die Grenzen des technisch Machbaren immer
wieder neu definiert. Diesen Geist werden wir bei BMW Motorsport
bewahren. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und den
Angehörigen und Freunden.“

42 erfolgreiche Jahre in Diensten von BMW.
Nockenwellen-Berechnungen für Sportmotoren waren immer Rosches
Lieblingsgebiet, daher auch sein Spitzname „Nocken-Paule“. Er kam 1957
direkt nach Abschluss seines Studiums zu BMW und begleitete das
Unternehmen im Verlauf seiner 42 Jahre als Mitarbeiter unter anderem
zwei Mal in die Formel 1.

Ehe Rosche 1975 als Leiter der Entwicklung des BMW M1 Straßen- und
Rennmotors in die BMW Motorsport GmbH eintrat, war er in der BMW
Forschungs- und Entwicklungsabteilung unter Alexander von Falkenhausen
aktiv. 1969 hatte er bereits jenen Zwei-Liter-Turbomotor konstruiert,
mit dem BMW die Tourenwagen-EM gewann.

1980 legte Rosche als Technischer Geschäftsführer der BMW Motorsport
GmbH zusammen mit Dieter Stappert den Grundstein für das erste
Formel-1-Engagement von BMW und begründete als Motoren-Projektleiter
maßgeblich die Erfolge der BMW Motoren in der Turbo-Ära.

Aus einem Vierzylinder-Serienmotor mit nur 1,5 Litern Hubraum schufen
Rosche und seine Mannschaft einen potenziellen WM-Sieger. 16 Ventile,
ein Turbolader und die erstmals in der Formel 1 eingesetzte digitale
Motorelektronik verhalfen dem Triebwerk zu einer anfänglichen Leistung
von rund 800 PS. Zu Beginn der Saison 1982 war der Brabham BMW
erstmals am Start, nur 630 Tage später errang Nelson Piquet die
Weltmeisterschaft. Insgesamt gingen bis 1987 neun Grand-Prix-Siege auf
das Konto des Turbo-Triebwerks, dessen Potenzial nahezu grenzenlos zu
sein schien. Rosche beantworte die Frage nach dem maximalen
Leistungsvermögen des Formel-1-Motors einst auf seine eigene,
unwiderstehliche Art: „Es müssen um die 1.400 PS gewesen sein, genau
weiß man das nicht, die Messskala der Motorbremse hörte bei 1.280 PS auf.“

Rosches Handschrift auch im BMW M3 und im BMW V12 LMR.
Der Triumph in der Formel 1 war der spektakulärste, aber bei weitem
nicht der einzige Erfolg, der auf den Einfällen des 1934 geborenen
Vollblut-Technikers beruhte. Unter Rosches Federführung entstanden
auch der 2,0 Liter große Vierzylinder-Vierventil-Motor, mit dem in der
Formel-2-Europameisterschaft mehr als 150 Rennsiege und sechs Titel
eingefahren wurden, sowie das 6,0 Liter-V12-Triebwerk der
Le-Mans-Sieger von 1995 und 1999. In Rosches Amtszeit fiel auch die
Entwicklung des Motors für die erste Generation des BMW M3, der zur
Basis für den erfolgreichsten Tourenwagen der Welt und eine neue Form
von Fahrfreude auf der Straße wurde.

Nach dem Ausstieg von BMW aus der Formel 1 Ende 1987 blieb Rosche bis
1996 Technischer Geschäftsführer der BMW M GmbH und stellte als
Technischer Direktor und Geschäftsführer der BMW Motorsport Limited
die Weichen für die Rückkehr von BMW als Motorenhersteller in die
Formel 1. 1999 begab sich Rosche in den Ruhestand.

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