Wahlkampfstrategien: Fehler der Clinton-Kampagne

By   /  November 17, 2016  /  Comments Off on Wahlkampfstrategien: Fehler der Clinton-Kampagne

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MIL OSI – Source: Konrad Adenauer Stiftung –

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„Hilary Clinton hat zum Ende der Wahlkampf-Phase ihre Statistiken nicht aktualisiert“, sagte Prof. Hahrie Han, Bestseller- und Co-Autorin des Buches „Groundbrakers. How Obama’s 2,2 Million Volunteers transformed Campaigning in America“ auf einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung. Dies sei einer der Gründe gewesen, warum Clinton schlussendlich den Sieg nicht einfahren konnte.

Obama setzte für seine „Field Campaign“ in seinem Wahlkampf 2012 2,2 Millionen freiwillige Wahlhelfer ein. 2004 waren für Kerry gerade mal 250.000 im Einsatz. Bei Obamas Wahlkampagne wurden in der frühen Phase die Wahlhelfer-Teams gebildet, die von Tür zu Tür gingen und Telefonanrufe tätigten. Ein gutes halbes Jahr vor der Präsidentenwahl wurden dann die Wählerdaten analysiert und wenige Monate später noch ein mal aktualisiert – gekoppelt am finalen Aufruf zur Wahl zu gehen. „Je mehr Wahlhelfer zum Einsatz kommen, können auch dadurch die Wähler individuell angesprochen werden und die Daten besser analysiert werden“, sagte Han. Davon profitiere der Kandidat enorm. Eigentliche habe das Wahlkampfteam um Clinton alles richtig gemacht, es war eine knappe Niederlage, so Han. Obwohl Clinton 2016 in allen Bundesstaaten der USA mindestens mit einem Wahlbüro vertreten war, konnte sie nicht alle Obama-Wähler von 2008 mobilisieren. Gerade in den Schlüsselstaaten Ohio und Michigan sei dies der Fall gewesen, so Han. Trump hingegen habe nur vereinzelte Büros geführt, insbesondere an der US-Ostküste entlang.

Ein Pluspunkt von Donald Trump war zudem seine Fähigkeit die Menschen direkt anzusprechen, erläuterte Han. „Er hat es geschafft, die Identitäten der einzelnen Gruppen und Wähler zu nutzen“, sagte Han. Dabei habe Trump erfolgreich die weiße Arbeiterklasse angesprochen. Es sei immer besser in einem Wahlkampf nicht die Identität einer Partei den Menschen überzustülpen, sondern der Ansatz müsse sein, die Menschen in ihrer Lebenssituation abzuholen. „Die Wählerschaft hat sich 2016 stärker auseinander dividiert“, sagte Han. Die Wähler ließen sich nicht mehr einer einzigen Interessenskategorie zuordnen. Es komme durchaus vor, dass sich die Interessen von zwei unterschiedlichen Parteianhängern überschneiden. Demnach könne man nicht mehr die Parteizugehörigkeit als Ausgangspunkt nehmen, sondern müsse von der Lebenssituation ausgehen. „Die Wähler verändern sich“, faste Han zusammen.

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