Die Logistik der Zukunft: Von Datenbrillen bis zum Elektro-LKW

By   /  November 18, 2016  /  Comments Off on Die Logistik der Zukunft: Von Datenbrillen bis zum Elektro-LKW

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MIL OSI – Source: BMW Group –

Headline: Die Logistik der Zukunft: Von Datenbrillen bis zum Elektro-LKW

Innovationen, Digitalisierung und Nachhaltigkeit als entscheidende
Erfolgsfaktoren in der Logistik
Erprobung von Zukunftstechnologien im Alltagsbetrieb
Kontinuierlicher Ausbau CO2-effizienter Verkehrsträger

München. Die BMW Group setzt in der Logistik
zukünftig verstärkt auf Innovationen, Digitalisierung  und
Nachhaltigkeit. Die komplette Vernetzung der Lieferkette, der Einsatz
von autonomen Transportrobotern und die Nutzung von vorhandenen
Fahrzeuginformationen bei der Auslieferung machen die Logistik noch
flexibler und effizienter. Denn täglich müssen 30 Millionen Teile zur
richtigen Zeit am richtigen Ort ankommen, damit an 31
Produktionsstandorten der BMW Group rund 9.000 Neufahrzeuge produziert
werden können.
„Logistik ist das Herzstück des BMW Produktionssystems. So wird der
Einsatz innovativer und digitaler Technologien zum Schlüsselfaktor
innerhalb der komplexen Logistikprozesse, “ sagt Jürgen Maidl, Leiter
Logistik im BMW Group Produktionsnetzwerk. Und weiter: „Gleichzeitig
sind uns nachhaltige und ressourcenschonende Lösungen wichtig. Wir
erproben mit einer ganzen Reihe von Pilotprojekten schon heute die
Technologien von morgen.“
Von Augmented Reality-Brillen über autonome Transportsysteme bis hin
zum Elektro-LKW testet die BMW Group verschiedenste Technologien und
Innovationen. Marco Prüglmeier, Projektleiter Innovation und Industrie
4.0 in der BMW Group Inbound-Logistik: „Wir haben eine klare
Zukunftsvision und setzen uns frühzeitig mit den Technologien von
morgen auseinander. In allen Phasen des Logistikprozesses haben wir
Innovationspotentiale ausfindig gemacht, von der Anlieferung der
Bauteile in unseren Werken bis zur Auslieferung der Neufahrzeuge an
die Händler in aller Welt“.

Connected Supply Chain: vollständige Datentransparenz
Die Lieferkette der BMW Group besteht aus einem weltweit verteilten
Lieferantennetzwerk und einer engen Zusammenarbeit mit verschiedensten
Logistikdienstleistern. Zukünftig ist es durch eine vollständige
Datentransparenz in der Lieferkette jederzeit möglich zu bestimmen,
welche Ware sich wo befindet und ob sie pünktlich ankommt. Durch
dieses Wissen kann bei möglichen Verzögerungen sofort reagiert werden.
Falls beispielsweise ein LKW in einen Unfall verwickelt ist, berechnet
die Connected Supply Chain automatisch alternative Handlungsoptionen
und leitet entsprechende Maßnahmen ein.
Gleichzeitig überwachen Sensoren den Zustand prozesskritischer Teile
(Condition Monitoring). Es lässt sich damit frühzeitig feststellen, ob
Teile beschädigt sind und ob eine Ersatzlieferung nötig ist. Auf diese
Weise reduzieren sich kostspielige Sonderfahrten oder
Alternativprozesse und Fehler im Prozess können schneller behoben werden.

Erste Flotte autonomer Transportroboter im Alltagsbetrieb
Autonomes Fahren hat auch in der Logistik einen hohen Stellenwert. So
transportiert die erste Flotte von zehn selbstfahrenden Smart
Transport Robots (STR) in Wackersdorf Bauteile durch die Logistik. Das
Besondere: der selbstfahrende Transportroboter benötigt keine im Boden
installierten Induktionsschleifen zur Navigation, sondern fährt frei
durch die Logistikhalle. Dabei nutzt er bereits verwendete Batterien
aus dem BMW i3 nachhaltig weiter und kann bis zu 500 Kilogramm schwere
Behälter transportieren. Durch die Abstandsmessung zu Funksendern
berechnet der STR die exakte Position und den Fahrweg. Mit Sensoren
erkennt und reagiert er auf kritische Situationen und nutzt gemeinsam
den Fahrweg mit Menschen und anderen Fahrzeugen. Nach einem
fünfmonatigen Prototypenbetrieb geht das Projekt in die Vorserie über.
Dabei sind die zehn STR erstmals im Alltagsbetrieb eingesetzt und
erledigen Transportaufträge selbstständig. Im nächsten
Entwicklungsschritt sorgt ein 3D-Kamerasystem für eine noch präzisere
Navigation. Die BMW Group hat das Projekt gemeinsam mit dem Fraunhofer
Institut IML in Dortmund auf den Weg gebracht.

Autonome Routenzüge in der Montage
In den Hallen des BMW Group Werks Dingolfing fahren im Rahmen eines
Pilotprojektes autonome Routenzüge. Die selbstständig navigierenden
Routenzüge werden zur Versorgung in der Montagelogistik eingesetzt –
vor allem für Fahrten über längere Distanzen zwischen einzelnen Lagern
und Montagebereichen. Technisch funktioniert die selbstständige
Steuerung und Navigation der Routenzüge über Lasersignale. Durch
Auswertung der Reflektionen entwirft der Routenzug in Echtzeit ein
digitales 2D-Raumprofil und ist so in der Lage, auf bestimmten
Strecken selbstständig durch Montagehalle und Logistikbereiche zu manövrieren.

Augmented Reality-Datenbrillen unterstützen Logistikmitarbeiter
Augmented Reality-Datenbrillen unterstützen Logistikmitarbeiter und
signalisieren dem Mitarbeiter bei der Sortierung von Bauteilen, wo er
das richtige Teil findet und wohin er es ablegen soll. In einem
weiteren Anwendungsfall geht die Nutzung der Datenbrille noch weiter:
Das zu sortierende Bauteil wird dabei von der Datenbrille visuell
erfasst und einer optischen Qualitätsprüfung unterzogen. Parallel dazu
wird die Bildinformation im Hintergrund mit einer vorher angelegten
Datenbank abgeglichen. Schon nach wenigen Millisekunden meldet das
System zurück, ob das Bauteil einwandfrei ist. Durch den Einsatz von
künstlicher Intelligenz erkennt die Datenbrille verschiedenste
Fehlertypen selbstständig.

Connected Distribution: Mehr Transparenz in der Fahrzeugauslieferung
Bei der Auslieferung vom Werk zum Händler wird das Fahrzeug zukünftig
zum intelligenten Sensor und versendet oder empfängt wichtige
Informationen. Das Fahrzeug übermittelt beim Abstellen seine aktuelle
Geoposition sowie seinen Zustand via einer Mobilfunkverbindung an die
Logistikzentrale. Diese Informationen helfen, die Termintreue zu
steigern und Durchlaufzeiten zu verringern. In einer zweiten
Entwicklungsstufe wird das Fahrzeug-Display im Inneren für die
Übermittlung von Nachrichten oder die Quittierung von notwendigen
Arbeitsschritten in der Transportkette bis zum Händler genutzt. So
werden beispielsweise Routeninformationen direkt im Fahrzeug angezeigt
und machen die Auslieferung insgesamt effizienter.

 

Nachhaltigkeit: Schienentransporte reduzieren CO2-Emissionen
Die Logistik trägt zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der BMW
Group bei. Dabei steht der kontinuierliche Ausbau des Anteils
CO2-effizienter Verkehrsträger im Vordergrund. Eine Maßnahme zur
Reduktion der CO2-Emissionen ist die Erhöhung des Schienenanteils.
Heute verlassen zum Beispiel über 60 Prozent aller Neufahrzeuge die
Produktionswerke per Schienenverkehr.
Auch bei der Versorgung der Werke mit Produktionsmaterial spielt die
Schiene eine wichtige Rolle. Beispielsweise verkehrt zweimal
wöchentlich auf der transsibirischen Route ein Zug mit Fahrzeugteilen
aus Regensburg und Leipzig bis nach Nordchina. Pro Jahr werden so rund
2.500 Container mit Fahrzeugteilen per Schiene in das knapp 11.000
Kilometer entfernte Shenyang transportiert. Mit einer Transitzeit von
unter 20 Tagen unterbieten die direkten Züge den Transport per
Seeschiff und anschließend in das Hinterland von China um mehr als die
Hälfte bei etwa gleichen CO2-Emissionen. Somit kann mit der Bahn
kurzfristig auf Produktionsschwankungen und Nachbestellungen reagiert
werden, ohne dass diese Transporte mit dem Flugzeug durchgeführt
werden müssen. Mit dieser alternativen Transportoption konnten die
Kosten und CO2-Emissionen für eilige Nachsendungen an die chinesischen
Werke in den letzten Jahren deutlich gesenkt werden.

Elektro-LKW: Emissionsfrei auf Kurzstrecken
In Zusammenarbeit mit Logistikdienstleistern setzt die BMW Group in
München und Leipzig bereits rein elektrisch fahrende LKW im werksnahen
Lieferverkehr ein. Dabei geht es zunächst um das Kennenlernen von
verschiedenen Antriebstechnologien und das Sammeln von Erfahrungen.
Langfristig strebt die BMW Group den kosteneffizienten Einsatz von
alternativen Antriebstechnologien an.

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