Schnelle Eingreiftruppe: Die georgische Quick Reaction Force in Afghanistan

By   /  November 20, 2016  /  Comments Off on Schnelle Eingreiftruppe: Die georgische Quick Reaction Force in Afghanistan

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MIL OSI – Source: Bundesministerium Der Verteidigung –

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Masar-i Scharif, 18.11.2016.Vor einer Woche wurde das deutsche Generalkonsulat in Masar-i Scharif von Aufständischen angegriffen. Als schnelle Eingreiftruppe waren georgische Soldaten mit als Erste vor Ort. Zusammen mit Kräften anderer Nationen standen sie im Gefecht. Nach wie vor sichern sie das Gelände des Generalkonsulats.

Die rund 140 Soldaten der georgischen Quick Reaction Force wurden in Deutschland für ihren Einsatz in Afghanistan ausgebildet. (Quelle: Bundeswehr/Koch)Größere Abbildung anzeigenSeit dem Beginn von Resolute Support im Januar 2015 stellen die Georgier die schnelle Eingreiftruppe. Die rund 140 georgische Soldaten der sogenannten Quick Reaction Force, kurz QRF, sind im Camp Marmal bei Masar-i Scharif untergebracht. Sie untergliedern sich in drei Züge und sind Angehörige der 2. Infanteriebrigade der georgischen Streitkräfte. Ihre Ausbildung haben sie in Deutschland erhalten.nach obenAusbildung in DeutschlandAuch aktuell werden wieder rund 130 georgische Soldaten in der Wettiner Kaserne im sächsischen Frankenberg ausgebildet. Ausgerüstet mit deutschem Material, werden sie ab 2017 ihre Kameraden der QRF im afghanischen Norden ablösen.Während die Kraftfahrer den gepanzerten Dingo als ihr Arbeitsgerät kennenlernen, steht für ihre Kameraden die Ausbildungen an den deutschen Handwaffen sowie die Sanitäts- und Fernmeldeausbildung an. Auch Übungen an zentralen Ausbildungseinrichtungen des Heeres, wie beispielsweise dem Übungszentrum Infanterie und dem Gefechtsübungszentrum des Heeres, stehen sind Teil der sechsmonatigen Ausbildung. nach obenInterview mit dem KompaniechefHauptmann Bachuki G., der Kompaniechef der aktuellen georgischen Quick Reaction Force, spricht im Interview über die Ausbildung seiner Soldaten in Deutschland und über die Zusammenarbeit mit den Kameraden aus anderen Ländern.Wie hat sich die georgische Quick Reaction Force Kompanie auf ihren Einsatz in Afghanistan vorbereitet? Die georgische Quick Reaction Force Kompanie, kurz GEO QRF COY, startete ihre Vorbereitung im Juli 2016. Die Ausbildung im georgischen „National Training Centre KRTSANISI” durchliefen die 142 Soldaten der Kompanie, die zusammen in den Einsatz gingen. Das 16 Wochen dauernde Training war bereits auf die Herausforderungen der Mission Resolute Support in Afghanistan ausgerichtet, auch im Hinblick auf die dortige Kultur und das Verhalten der Bevölkerung.Welche Ausbildung haben Sie mit Ihren Soldaten in Deutschland absolviert?Die GEO QRF COY durchlief ein 22-wöchiges Training mit Ausbildern der Bundeswehr in Deutschland, dort waren wir in Torgelow stationiert. Die Ausbildung beinhaltete Übungsszenarien, die das Sichern, Schützen und gegebenenfalls das Retten des von der NATO im zivilen Wiederaufbau und von der internationalen Gemeinschaft eingesetzten Personals betreffen. Das sind insbesondere Situationen von besonderer Dringlichkeit, in denen sofort gehandelt werden muss, um eine Gefahr für Leib und Leben des Personals zu verhindern. Am Ende des Trainings in Deutschland fand für unsere GEO QRF COY noch eine Evaluierungsphase im Gefechtsübungszentrum der Bundeswehr in der Nähe von Magdeburg statt, wo wir unseren hohen Ausbildungsstand unter Beweis stellen konnten. Der Kompaniechef, Hauptmann Bachuki G., durchlief gemeinsam mit seinen Kameraden ein 22-wöchiges Training in Torgelow. (Quelle: Bundeswehr/Lüllmann)Größere Abbildung anzeigenWas war neu für Sie in der Ausbildung?Neu war für uns auch die Ausrüstung. Wir arbeiteten ja zum ersten Mal mit den Fahrzeugen der Bundeswehr, also mit Fennek, Dingo und Boxer. Aber unsere deutschen Kameraden zeigten und erklärten uns alles. Und letztlich funktionieren alle Waffen und alle Fahrzeuge doch irgendwie gleich. Außerdem konnten wir ja auch immer nachfragen und unsere Ausbilder gaben uns gerne viele praktische Tipps.Wie war das Verhältnis untereinander?Das Verhältnis zu den deutschen Soldaten und Ausbildern war sehr gut. Am Anfang hatten wir natürlich Schwierigkeiten mit der Sprache, aber wir konnten uns mit Gesten verständigen und nach zwei bis drei Wochen gaben wir uns schon Spitznamen. In unserer Freizeit machten wir auch zusammen Sport. Ich denke, so wuchsen wir zu einer guten Gemeinschaft zusammen.Wie funktioniert aus Ihrer Sicht die multinationale Zusammenarbeit im Norden Afghanistans?Wir arbeiten effektiv und erfolgreich mit den Kameraden der verschiedenen Nationen zusammen. Wir vertrauen aufeinander und haben ein freundschaftliches und kameradschaftliches Verhältnis. Durch die lange, intensive und vorbereitende Ausbildung in Deutschland waren wir mit unserer Ausrüstung schon bestens vertraut und beherrschten unsere Verfahren und Abläufe. Wir brauchten uns hier also nur noch auf die Umgebung und die Bedingungen im Einsatzland Afghanistan einzustellen, wie zum Beispiel auf das Klima und das Gelände. Aber das betrifft ja alle internationalen Truppen gleichermaßen, so dass wir hier alle auf dem gleichem Niveau zusammenkommen. nach oben

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