Anleihen: Fed läuft voraus

By   /  November 26, 2016  /  Comments Off on Anleihen: Fed läuft voraus

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

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25. November 2016. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Nach ausgiebigen Diskussionen in den vergangenen Monaten scheint die Federal Reserve nun in den Startlöchern zu stehen. Für die meisten Marktteilnehmer gilt eine Anhebung der US-Leitzinsen im Dezember von voraussichtlich 25 Basispunkten auf 0,50 bis 0,75 Prozent als ausgemachte Sache.
Notenbanker in aller Welt werden es nach Ansicht von Klaus Stopp in dem Fall nicht leicht haben, an ihrer ultralockeren monetären Politik unverändert festzuhalten. Der Einfluss amerikanischer Zinssätze auf alle Kapitalmärkte sei groß, weshalb es in der Vergangenheit früher oder später meist zu Anpassungen geldpolitischer Maßnahmen in anderen Ländern gekommen sei.
Dagegen zu halten wird schwer
Anleger zielten immer auf die Optimierung ihrer Investitionen und könnten durch die damit verbundenen Kapitalströme durchaus eine Eigendynamik erzeugen. Als Beispiel nennt der Rentenhändler der Baader Bank die Entwicklung der Spreads zwischen zehnjährigen deutschen und US-amerikanischen Staatsanleihen, die in den vergangenen Handelstagen mit 2,09 Prozent den höchsten Wert seit 27 Jahren erreicht hätten. “Es wird also die Kunst der Notenbankpolitik sein, den Spagat zwischen sinnvollen, notwendigen und übereilten Beschlüssen zu schaffen.”
Das gelte naturgemäß auch für die Europäische Zentralbank. Zwar werde EZB-Chef Mario Draghi vermutlich in den kommenden Wochen und Monaten alle zur Verfügung stehenden Register ziehen, um das Zinsniveau in der Eurozone niedrig zu halten. Solche regulatorischen Schritte hält Stopp aber nicht erst seit der Kapitulation der Schweizer Notenbank bei der Verteidigung des Franken-Außenwertes für begrenzt anwendbar.
Schneller zu höheren Zinsen?
Mit dem künftigen Einzug Donald Trumps in das Weiße Haus stiegen laut Helaba die Inflationserwartungen der Marktteilnehmer, die sich mit einem Wert von 2,5 Prozent auf dem höchsten Stand seit zwei Jahren befänden. Anders als in der jüngeren Vergangenheit liege die Ursache diesmal nicht in der Ölpreisentwicklung, sondern in der von Trump propagierten höheren Ausgabenbereitschaft des Staates. Sollten die Prognosen sich bewahrheiten, könne der Verlauf des Zinserhöhungspfads im kommenden Jahr durchaus steiler ausfallen als bislang angenommen. Die Mehrheit der Anleger rechne derzeit mit einem weiteren Schritt zur Jahresmitte 2017, gefolgt von zwei Anhebungen bis zum Jahresende. Letztere seien an den Kapitalmärkten aber noch nicht eingepreist.
Einen deutlichen Anstieg der Teuerungsrate erwarten Anleger auch in Großbritannien, wie die Helaba bemerkt. Zehnjährige Gilts rentierten bei 1,44 Prozent und damit auf dem höchsten Niveau seit Ende Mai. Das treibe auch die Zinserwartungen für das Land.
Neuemissionen von Südzucker und Grenke beliebtIm Handel mit Unternehmensanleihen steht laut Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank ein neuer Südzucker-Bond (WKN A189JF) bei Anlegern hoch im Kurs. Passend zur Weihnachtszeit hat sich das in Mannheim ansässige Unternehmen mittels einer 300 Millionen Euro schweren, mit 1,25 Prozent verzinsten siebenjährige Anleihe erfolgreich über den Kapitalmarkt refinanziert. Über eine so genannte Make-Whole-Option sicherte sich Südzucker die Möglichkeit einer vorzeitigen Rückzahlung. Aktuell ist der in Einheiten von 1.000 Euro gestückelte Wert für 100,36 Prozent zu haben. Daniel

An einer in dieser Woche emittierten Anleihe von Grenke Finance (WKN A189PU) im Volumen von 150 Millionen Euro in 1.000 Euro-Stücken finden Anleger ebenfalls überwiegend Gefallen, wie Daniel registriert. Das auf Leasing spezialisierte Unternehmen aus Baden-Baden bietet seinen Anlegern bis Februar 2022 Zinsen in Höhe von jährlich 1,125 Prozent.
Bonds von Rickmers und 3WPower unter DruckZwischenzeitlich abermals unter Druck geraten ist nach Meldung von Rainer Petz ein Bond der Rickmers Holding (WKN A1TNA3). “Eine Tochtergesellschaft aus Singapur kam einer am 15. November fälligen Zinszahlung in Höhe von insgesamt etwa drei Millionen US-Dollar nicht nach”, begründet der Händler der Oddo Seydler Bank. Rickmers Maritim habe nun bis Anfang kommender Woche Zeit, die Zahlung nachzuholen. Ansonsten drohe dem Trust das Aus. Nach Angaben der Rickmers Gruppe bestehen keine gemeinsamen Finanzierungen mit der Maritim, zudem seien die Geschäftsaktivitäten voneinander unabhängig. Seit einem Jahr geht es mit der bis Juni 2018 laufenden und mit 8,875 Prozent verzinsten Anleihe der Hamburger Reederei tendenziell bergab. Aktuell steht der Wert bei gut 15 Prozent. Petz
Ebenfalls auf Wochensicht abgestoßen wurde laut Petz eine im August 2019 fällige und mit 8,0 Prozent verzinste Anleihe der 3W Power (WKN A1ZJZB), nachdem AEG Power als Tochtergesellschaft des Energieunternehmens Insolvenz beantragt habe. Für die insgesamt zwei Anleihen von 3W Power mit einem Gesamtvolumen von 64 Millionen Euro suche das Management nun Zugeständnisse von den Gläubigern hinsichtlich der Stundung künftiger Zinszahlungen. Aktuell geht die Anleihe für 38,50 Prozent über den Tisch, vor einer Woche notierte der Wert noch deutlich über 40 Prozent.
von: Iris Merker,
25. November 2016, © Deutsche Börse AG

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