Der DOSB zeichnet 25 sportmedizinische Einrichtungen aus

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MIL OSI – Source: DOSB –

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30.11.2016
Im Rahmen der 22. DOSB-Tagung „Sportmedizin im Spitzensport“ hatte der DOSB 25 sportmedizinischen Einrichtungen die Lizenz als „Sportmedizinisches Untersuchungszentrum des DOSB“ verliehen.

Das Podium der Tagung “Sportmedizin im Spitzensport”. Foto: DOSB

Die Lizensierung gilt für den Zeitraum von 2017 bis 2020. Mit dieser Maßnahme ist für den neuen Olympiazyklus die Infrastruktur geschaffen worden, die es den deutschen Athleten ermöglicht, gesund trainieren und an den Start gehen zu können.
Rückblick auf Rio 2016
Der leitende Arzt der deutschen Olympiamannschaft und wissenschaftliche Leiter dieser Tagung, Prof. Dr. Bernd Wolfarth, reflektierte noch einmal die Maßnahmen von der Vorbereitung bis zur Betreuung der Athleten vor Ort im Olympischen Dorf. Die Vorbereitungen waren zielführend und die organisatorischen Herausforderungen hinsichtlich der Rahmenbedingungen konnten gemeis-tert werden. Mit 24 nominierten Mannschaftsärzten war in Rio wieder eine gute Zusammenarbeit des gesamten medizinischen und organisatorischen Teams möglich.
Dr. Jürgen Kosel, leitender Arzt des medizinischen Teams bei den Paralympischen Spielen, schilderte ebenfalls eindrucksvoll die Betreuung der Athleten in Rio. Ein sehr harmonisch arbeitendes Team von neun Ärzten und 19 Physiotherapeuten konnte einen kontinuierlichen Austausch medizinischer Informationen pflegen.
Die Bilanz der sportlichen Auswertung von Rio 2016 fiel mit 105 Medaillen ebenfalls positiv aus. Thomas Sinsel (DOSB) zeigt allerdings auch auf, in welchen Sportarten bzw. Sportartengruppen sich Deutschland verbessern muss, um den Anschluss zur Weltspitze auch in Zukunft halten zu können.
Anti-Doping
Die Beiträge des Freitagnachmittags fokussierten die Anti-Doping Diskussion. Dieser verpflichtende Teil der Veranstaltung fand in diesem Jahr zum zehnten Mal statt. In diesem Seminar für alle in Verbänden tätigen Ärzte brachte Prof. Dr. Wilfried Kindermann seine Kollegen traditionell auf den neuesten Stand der WADA-Verbotsliste. Er kritisierte die Welt-Anti-Doping-Agentur, die es in den letzten 15 Jahren nicht geschafft habe, ein gut funktionierendes Anti-Doping System „zum Laufen“ zu bringen.
Zwei Vertreter der NADA informierten die rund 250 Teilnehmer im Anschluss über Neuerungen zu aktuellen Themen. So erklärte Dr. Anja Scheiff noch einmal das Procedere und die Finessen bei der Beantragung von Therapeutischen Ausnahmegenehmigungen (TUE). Dr. Lars Mortsiefer beschrieb die Arbeit der Task Force der NADA im Kontext von „Intelligence & Investigations“. Die NADA arbeite mit dem Ziel, eingehende Hinweise, Indizien und Spuren bezüglich möglicher Verstöße gegen Anti-Doping-Bestimmungen systematischer und gezielter zusammenzutragen und auszuwerten.
Eine Podiumsdiskussion zum Abschluss des Anti-Doping Seminars befasste sich ebenfalls mit dem Thema „Dopinggefahr für Ärzte durch Athletenbetreuung“. Prof. Hans Hoppeler führte mit einem Impulsvortrag in die Thematik ein und warf die Frage auf, warum Sportler dopen. Zudem zeigte er das ethische Dilemma von Ärzten zwischen Forschung und Betreuung auf.
In der anschließenden Diskussion waren sich Prof. Bernd Wolfarth, der DFB-Mannschaftsarzt Prof. Tim Meyer, Dr. Sebastian Thormann für die Nationale Anti Doping Agentur, der Physiologe Prof. Wolfgang Jelkmann und Prof. Hans Hoppeler einig, die beste Dopingprävention für Ärzte und eigene Mitarbeiter sei es, selbst als Vorbild voranzugehen und die Anti Doping Mentalität vorzuleben. Zudem sollte man nicht müde werden, die Sportler immer wieder über verbotene Substanzen aufzuklären und die Gefahren einer Anwendung aufzuzeigen.
Zukunftsstrategien im Spitzensport
Der Samstagmittag stand im Zeichen der sportmedizinischen Forschung und Praxis.
Dr. Anne Hecksteden hobdie Bedeutung der individualisierten Referenzbereiche für das Regene-rationsmanagement hervor und zeigte neueste Erkenntnisse zur Gestaltung dieser so wichtigen Leistungsreserve im Spitzensport.
Prof. Andreas Nieß stellte den zukunftsweisenden Forschungsstrang der Metabolomics anschaulich dar und hob hervor, wie auf dieser Grundlage eine veränderte Trainingssteuerung zum Erfolg beitragen könnte.
Die Herausforderungen im Management von Concussion verdeutlichte Prof. Claus Reinsberger. Er präsentierte neueste Erkenntnisse aus der vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) geförderten Expertise und stelle die vielen Aktionen unterschiedlicher Partner für die Praxis heraus.
Für die Orthopädischen Forschungsansätze in der Sportmedizin stellte Prof. Romain Seil unter anderem die sozioökonomischen Folgen von Sportverletzungen vor und empfahl zur Reduktion der „Kosten“ eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Ärzten, Physiotherapeuten und Sportwissenschaftlern. So könne eine Rückkehr in den Sport in kurzer Zeit gewährleitet werden.
Case Reports
In dieser Sitzung hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, die Veranstaltung mit zu gestalten, indem sie Fallbeispiele aus der eigenen sportmedizinischen Verbandstätigkeit im Spitzensport präsentieren und im Plenum diskutierten.
Christophe Lambert verdeutlichte auf Grundlage eigener Erfahrungen als ehemaliger aktiver Judoka die Verletzungsproblematik am Knie und machte auf seine Studie aufmerksam.
Ein weiterer Fall kam aus dem nichtolympischen Spitzensport und hob hervor, wie stark die Leistungsfähigkeit durch Umweltbedingungen beeinflusst werden kann. Rubin Mogharrebi berichtete über seine Erfahrungen bei der Junioren-WM 2014 für die Sportart American Football in Kuwait.
Der Verbandsarzt des Deutschen Handballbundes, Prof. Kurt Steuer, stellte sehr anschaulich den Schweregrad eines Oberschenkel-Kompartmentsyndroms (Verminderung der Gewebedurchblutung durch erhöhten Gewebedruck beispielsweise nach einem sogenannten Pferdekuss) im Handball während der Olympischen Spiele in Rio dar. Er zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie die einzelnen Ärzte als Team fungierten und dem betroffenen Sportler halfen. Auch an dieser Stelle wurde deutlich, dass die sportmedizinische Versorgung in Brasilien sehr gut war.
Die Liste der vom DOSB lizenzierten Untersuchungszentren
(Quelle: DOSB)

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