Rede von Harald Krüger, Vorsitzender des Vorstands der BMW AG, Sneak Preview und Strategie-Workshops in München am 1. und 2. Dezember 2016

By   /  December 5, 2016  /  Comments Off on Rede von Harald Krüger, Vorsitzender des Vorstands der BMW AG, Sneak Preview und Strategie-Workshops in München am 1. und 2. Dezember 2016

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MIL OSI – Source: BMW Group –

Headline: Rede von Harald Krüger, Vorsitzender des Vorstands der BMW AG, Sneak Preview und Strategie-Workshops in München am 1. und 2. Dezember 2016

Meine Damen und Herren,

die Weltordnung steht derzeit unter massiver Anspannung. Vieles von
dem, was wir kennen, verändert sich aktuell deutlich – dazu gehören
Handelsabkommen, Gesetze, politische Aktivitäten und Regularien.

Für die BMW Group sehe ich vor allem drei Trends, deren Auswirkungen
uns unmittelbar betreffen. Das sind politische, technologische und
soziale Trends. Politisch gehe ich hier nicht ins Detail – wir alle
werden sehen, was passiert. Technologisch erleben wir eine massive
Dynamik. Wir sind vor 9 Jahren in die E-Mobilität gestartet. Jetzt
sehen wir, dass sich durch die Digitalisierung die
Entwicklungsgeschwindigkeit verdreifacht. Im sozialen Umfeld
beobachten wir: Es gibt immer mehr Megacities. Umweltaspekte und
Unsicherheiten in diesem Kontext nehmen zu.

Vor kurzem wurde die 17. Shell Jugendstudie veröffentlicht. Sie
zeigt: Die Generation im Alter von 12 bis 25 Jahren wünscht sich auf
der einen Seite Sicherheit. Gleichzeitig sind diese jungen Menschen
experimentierfreu­dig: Sie wollen zupacken, umkrempeln und neue
Horizonte erschlie­ßen. Die junge Generation in Deutschland 2015 wird
deshalb als „Generation im Aufbruch“ bezeichnet.

Wir fragen uns: Was bedeutet das für unser Geschäft? Ich sehe hier
durchaus Parallelen.
Statt „Sicherheit und Experimentierfreude“ heißt unser Spannungsfeld
„Tradition und Innovation“. Auch unsere Automobilindustrie ist im
Wandel und will neue Horizonte erschließen. Vor diesem Hintergrund
gefällt mir „Automobilindustrie im Aufbruch“ viel besser als „im Wandel“!

Sehen wir uns die „Haben-Seite“ an: Was bringen wir mit?
Innovationskraft ist nach wie vor eine große Stärke und Chance des
Standorts Deutschland und der deutschen Automobilindustrie. Gerade im
künftigen Kernfeld „selbstfahrende Autos“ verteilt sich ein großer
Teil der entscheidenden Patente auf deutsche und japanische
Automobilhersteller und ihre Zulieferer. Wir haben erkannt, wie
wichtig es ist, unser Know-how in Partnerschaften zum Beispiel mit
Anbietern aus der IT‑Branche zu bündeln – und wie wichtig strategische
Allianzen sind. Unsere Branche beschäftigt viele Hunderttausend
Menschen. Jungen Menschen bieten wir eine erstklassige Ausbildung. Wir
investieren in ein duales Bildungssystem, das weltweit anerkannt ist.

All das zeigt: Wir in Deutschland haben beste Voraussetzungen für den
Aufbruch in eine neue Ära der Mobilität. Derzeit sind noch viele
Fragen offen, zum Beispiel:

Welche Stellung werden wir in der digitalen Welt einnehmen?
oder
Wie wird sich die grundlegende Rolle der Mobilität verändern?

Auch wir haben noch nicht alle Antworten. Doch die BMW Group ist
bereits erfolgreich gestartet. Wir haben ein klares Bild von der
Zukunft. In den Workshops heute möchten wir Ihnen zeigen, wo wir in
den einzelnen Feldern stehen.

Herzlich Willkommen in unserem Prototypenbau für alle Komponenten
elektrifizierter Antriebe. Diesen Ort habe ich bewusst gewählt. Hier
erproben wir die Produktion von Elektromotoren und -antrieben für die
industrielle Fertigung in Großserie – auch unter
betriebswirtschaftlichen Aspekten.

Anfang November haben wir den Meilenstein von 100.000
elektrifizierten Fahrzeugen übersprungen. Das sind 100.000 Kunden, mit
denen wir uns über ihre Erfahrungen mit der E-Mobilität austauschen
können. Für 2017 habe ich das anspruchsvolle Ziel von weiteren 100.000
elektrifizierten Fahrzeugen gesetzt – so viele, wie in den drei Jahren
zuvor. Fest steht: Wir werden weiter in die Elektromobilität investieren.

Aktuell starten wir bereits Phase II unserer
Elektrifizierungsstrategie. Schritt für Schritt übertragen wir die
Technologien von BMW i nun auf alle Konzernmarken, Baureihen und
Modelle. Für 2019 habe ich einen MINI BEV angekündigt. Für 2020 einen
rein elektrischen X3. 2017 kommt ein Plug-in-Hybrid des MINI
Countryman, 2018 bringen wir den hochemotionalen i8 Roadster. Das ist
zum ersten Mal E-Mobilität mit Cabrio-Feeling. Fest steht: Die
Reichweiten werden weiter steigen. Und unsere Fahrzeug-Architektur ist
extrem skalierbar auf eine breite Modellpalette. Sie erlaubt uns einen
effizienten und effektiven Umgang mit Ressourcen. Zukünftige
Architekturen werden flexibel auf ICE, PHEV und BEV ausgelegt. So
können wir hochflexibel auf Veränderungen bei Nachfrage und
Anforderungen reagieren.

Als einzige im Wettbewerb verfolgen wir mit der Marke BMW i einen 360
Grad Ansatz.
BMW i ist über die Fahrzeuge hinaus Keimzelle für erfolgreiche neue
Mobilitätsdienst-leistungen und Geschäftsfelder. Das Geschäft der
Mobilitätsdienstleistungen entwickelt sich rasant. Hier tummeln sich
zahlreiche disruptive Wettbewerber. Wir nehmen das als Ansporn, uns
weiter zu entwickeln.

Deshalb haben wir 2011 BMW i Ventures gegründet – eine gezielte
Beteiligung an jungen, schnell wachsenden Start-Up Unternehmen. Jetzt
haben wir die Kapital-ausstattung von i Ventures deutlich erhöht und
den Standort in das Herz des Silicon Valley verlegt. Jeder spricht von
UBER oder LYFT – wir setzen andere Schwerpunkte. Wir werden unsere
Mobilitätsdienstleistungen ausweiten. Mit unserem Flottengeschäft
haben wir langfristig viele Möglichkeiten. Für uns steht fest: Wir
investieren weiter in die Marke BMW i. Sie bleibt unsere Speerspitze
für Innovationen.

2021 bringen wir den BMW i Next auf den Markt. Er verkörpert die vier
Eigenschaften moderner Mobilität, die wir ACES nennen: Automated,
Connected, Electrified und Shared – kurz: die Mobilität der Zukunft.
Einer der beiden Workshops heute hat den Schwerpunkt autonomes Fahren.
Hier hat die BMW Group eine klare Strategie für die Entwicklung und
bereits mehr als zehn Jahre Erfahrung. Schon 2006 hat ein BMW
Versuchsfahrzeug den Hockenheimring autonom umrundet. Ein Meilenstein
war 2009 die erste autonome Umrundung der Nürburgring-Nordschleife.

Jetzt bündeln wir unser gesamtes Wissen in unserem neuen Forschungs-
und Entwicklungszentrum für Autonomes Fahren. Dieser Campus soll im
Großraum München entstehen. Zusammen mit den FIZ-Kollegen und unseren
Kooperationspartnern werden wir dort unsere vollautonomen und
hochautomatisierten Fahrzeuge entwickeln und erproben.

Sie werden heute sehen: Die BMW Group ist bereits gut unterwegs in
Richtung Zukunft.
Unsere vier Visionsfahrzeuge stehen für all das. Sie verkörpern die
vier ACES bereits:
Alle fahren autonom. Alle fahren elektrisch. Alle sind bestens
vernetzt. Und der MINI steht für das Sharing von morgen. Alle vier
Fahrzeuge zeigen, wir haben ein klares Konzept, wohin wir unsere
Marken entwickeln. Nutzen Sie unsere Experten, Sie stehen Ihnen gerne
zur Verfügung.

Jetzt freue ich mich auf Ihre Fragen.

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