Auslandsaktien: Ölkonzerne schnuppern Morgenluft

By   /  December 9, 2016  /  Comments Off on Auslandsaktien: Ölkonzerne schnuppern Morgenluft

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

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8. Dezember 2016. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Einigung der Opec auf eine Förderkürzung hat den Ölpreis kräftig in die Höhe getrieben. Die Notierung für ein Barrel der Nordseesorte Brent kletterte von zuvor 46 US-Dollar auf in der Spitze 55 US-Dollar Anfang dieser Woche, aktuell sind es 53,28 US-Dollar. Für die Ölkonzerne, die lange unter dem niedrigen Ölpreis gelitten haben, sind das gute Nachrichten. “Die Gefahr weiter fallender Preise scheint gebannt”, erklärt Roland Stadler von der Baader Bank. “Jetzt versucht die Opec, Länder außerhalb des Kartells ins Boot zu holen. Am Samstag steht ein Treffen mit Ölförderländern wie Mexiko und Kasachstan an”, berichtet Walter Vorhauser von Oddo Seydler.
Die europäischen Ölunternehmen haben seit Mitte November – gemessen am Branchenindex Euro Stoxx Oil & Gas – um 9 Prozent zulegen können. Die BP-Aktie (WKN 850517) stieg an der Börse Frankfurt von 5,08 auf 5,59 Euro, Royal Durch Shell (WKN A0D94M) von 22,65 auf 24,68 Euro.
Zusatzgewinne durch US-Dollar
Bei den US-Unternehmen profitieren Anleger darüber hinaus vom starken US-Dollar. Stadler verweist auf Chevron: Die Aktie des zweitgrößten US-Ölkonzerns (WKN 852552) markierte an der Börse Frankfurt vergangene Woche ein Allzeithoch, aktuell wird der Titel zu 106 Euro gehandelt. Auf Sicht von zwölf Monaten hat Chevron damit um 31 Prozent zugelegt. Die Zahlen für das dritte Quartal standen noch ganz im Zeichen des Ölpreisverfalls: Der Umsatz schrumpfte um 12 Prozent, allerdings schrieb das Unternehmen, anders als in den Vorquartalen, wieder schwarze Zahlen. Chevron hatte mit radikalen Sparmaßnahmen auf die Ölpreisschwäche reagiert.
Die Aktien von Exxon Mobile kostete im September noch weniger als 74 Euro, jetzt sind es 81,40 Euro, im dritten Quartal war der Preis deutlich nach unten gegangen. “Exxon kommt auch zugute, dass ein Förderprojekt in Liberia, das wegen der Ebola-Epidemie aufgeschoben werden musste, jetzt anlaufen kann”, erklärt Vorhauser. Bei Exxon brach der Überschuss im dritten Quartal verglichen mit dem Vorjahreswert um 38 Prozent ein, der Umsatz um 13 Prozent. VorhauserAuch Dienstleister legen zu
Die Aktie des chinesischen Ölriesen Petrochina (WKN A0M4YQ) hat sich ebenfalls erholt, aktuell geht der Titel an der Börse Frankfurt zu 0,66 Euro über den Tisch, im Januar waren es im Tief 0,48 Euro. Im April 2015 lag der Kurs allerdings noch bei über 1,22 Euro. “Da ist noch Potenzial nach oben”, meint Vorhauser. Auch Petrochina machte im dritten Quartal der niedrige Ölpreis zu schaffen: “Die Öl- und Gasproduktion war zwar recht stabil, der Gewinn ist aber eingebrochen.”
Die Zulieferer und Dienstleister für die Ölindustrie haussieren ebenfalls: Die Aktie des US-Technikdienstleister Schlumberger (WKN 853390), die mit dem Ölpreisverfall im Januar auf 55 Euro gefallen war, kostet jetzt wieder 78,20 Euro. Das Unternehmen hatte unter den sinkenden Investitionen der Ölriesen wie BP, Royal Dutch Shell und Exxon gelitten. “Jetzt wird davon ausgegangen, dass das Geschäft wieder anspringt”, bemerkt Stadler. Die Aktie des US-Öldienstleisters Halliburton (WKN 853986) hat sich an der Börse Frankfurt seit Februar sogar mehr als verdoppelt. Stadler

Schon Ende der Hausse?
Dass der Ölpreis weiter nach oben marschiert oder sich zumindest auf dem aktuellen Niveau halten kann, ist Analysten zufolge längst nicht ausgemacht. Zum einen wird an der Fähigkeit der Opec gezweifelt, die Beschlüsse auch wirklich umzusetzen – zu oft haben die Opec-Mitglieder schon nationale Interessen in den Vordergrund gestellt. Zum zweiten könnten Nicht-Opec-Länder die Förderung hochfahren, am Markt blickt man derzeit vor allem gen USA. Für viele US-Fracking-Unternehmen lohnt es nämlich bei Ölpreisen über 50 US-Dollar, die Produktion wieder aufzunehmen.
Die Commerzbank geht davon aus, dass der Brent-Preis im ersten Quartal 2017 bei 53 US-Dollar liegen wird. “Das zusätzliche Angebot durch den schnelleren Anstieg der US-Produktion dürfte die Ölpreise im Verlauf von 2017 aber belasten”, erklärt Rohstoffexperte Eugen Weinberg. Für das Jahresende 2017 prognostiziert die Bank daher nur noch 48 US-Dollar. Auch die DekaBank sieht den Ölpreis in sechs Monaten bei nur 49 US-Dollar, in zwölf bei 53 US-Dollar.
von: Anna-Maria Borse 8. Dezember 2016,
© Deutsche Börse AG

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