Spannende Tage bei den TAFISA World Games in Jakarta

By   /  December 9, 2016  /  Comments Off on Spannende Tage bei den TAFISA World Games in Jakarta

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MIL OSI – Source: DOSB –

Headline: Spannende Tage bei den TAFISA World Games in Jakarta

08.12.2016
Tänzerinnen und Tänzer vom Showteam Matrix des TV Freiburg Herdern waren bei den 6. TAFISA World Sport For All Games 2016 im Oktober in Jakarta (Indonesien) dabei und erlebten eine aufregende Zeit.

Bühnenauftritt vor dem TAFISA-Logo Die Tänzerinnen und Tänzer stellen sich vor dem Abflug in Jakarta zum Gruppenbild. Illuminierte menschliche Pyramide Überall wurden die Teilnehmenden begeistert empfangen. Alle Fotos: Showteam Matrix

Der DOSB hatte das Showteam des Vereins in einem breiten Auswahlverfahren für die Teilnahme in Jakarta ausgesucht und dem Veranstalter TAFISA, der Weltorganisation des Breitensports, zur Nominierung vorgeschlagen. “Die Bewerbungsunterlagen des Vereins haben uns von Anfang an überzeugt – und dann wohl auch TAFISA”, sagt Walter Schneeloch, DOSB-Vizepräsident für Breitensport und Sportentwicklung. “Das Showteam Matrix präsentiert Akrobatik, Kunstturnen und Tanz auf höchstem Niveau und in einer einzigartigen Kombination.”  
Modern Dance – Kunstturnen – Akrobatik: All das vereint das Showteam Matrix zu einem atemberaubenden Showerlebnis. Christina Plötze, Trainerin und Choreografin, gründete im Jahr 2004 das Showteam. Heute sind es 32 aktive Frauen und Männer im Alter zwischen 16-47 Jahren. “Matrix” ist nicht nur seit 2006 offizielle Showgruppe des Deutschen Turnerbundes, sondern wurde auch bereits drei Mal zur „Freiburger Mannschaft des Jahres“ gewählt und bisher jedes Jahr für seine sportlichen Erfolge beim Bundesfinale der Showperformance „Rendezvous der Besten“ oder den Weltmeisterschaften der Showperformances „Gym for Life world Challenge“ mit der Goldmedaille der Stadt Freiburg belohnt.
Bereits mehrmals tourte das Team mit dem Badischen oder dem Deutschen Turnerbund durch die Nation und zeigte seine preisgekrönten Stücke. Die Reise nach Jakarta in Indonesien sollte der absolute Höhepunkt seit Bestehen der Gruppe werden. Das die Erwartungen sogar noch übertroffen wurden, schildert die junge Teilnehmerin Vanja Tadic in ihrem spannenden Erlebnisbericht:
Matrix geht nach Jakarta – 6th Tafisa World Games
Jakarta, was ist das? Verdutzte Gesichter bei Verkündung des nächsten Austragungsortes der sechsten Tafisa World Games. Jakarta? War das nicht im Arabischen Raum? Ah ne, das war Katar, wo die Nationalelf 2022 hingeschickt wird. Jakarta liegt da etwas weiter weg.. Mit 9,58 Millionen Einwohnern ist sie die größte Stadt Südostasiens und als Hauptstadt des muslimischsten Landes der Welt, Indonesien (88% muslimisch), wird sie im Oktober 2016 für zehn Tage unser Zuhause. Nach den letzten Schliffs der beiden Stücke “Gravity” und “Von der Muse geküsst” kann es losgehen. 24 aufgeregte Sportler treffen sich in der Bahnhofshalle, um gemeinsam eine unvergessliche Reise anzutreten. Nach fast 24 Stunden Zug und Flug erreichen wir abends endlich unser Ziel. Beim Verlassen der Flugzeughalle knallt uns erst mal eine Wand der Schwüle und Hitze entgegen. Willkommen im tropischen Klima! Auf uns warten täglich an die dreißig Grad, hohe Luftfeuchtigkeit und Smog, der eine Folge der drastischen Überbevölkerung Jakartas (1945 noch 600.00 Einwohner) ist. Wir verlassen das das klimatisierte Hotel, in dem wir fast wieder frieren, auf der Suche nach Essen.
Kulturschock
Südostasien ist bekannt für sein Streetfood. So wie sich die Freiburger Bobbele ‘ne Lange Rote auf dem Münsterplatz holen, holen sich die Indonesier Nasi Goreng in der Mittagspause. Das ist Reis mit Hühnchen und Gemüse und schmeckt ultra lecker, doch wenn es jeden Tag auf den Teller kommt, wird es schon langweilig. Als wir durch die Straßen unseres Viertels laufen, bemerken wir Gestank, dreckige Straßen, Kakerlaken und herrenlose Katzen, die durch die Gassen huschen. Der Linksverkehr und die verrückte Fahrweise erschrickt uns oft zu Tode und durch die Blicke der Einwohner fühlen wir uns wie Aliens. Scheinbar besuchen Jakarta nicht viele Touristen. Ich fühle mich unwohl und kriege beim Essen kaum etwas runter. Zu viele neue Eindrücke. Die Streetverkäufer freuen sich riesig, als wir uns zu ihnen setzen- ihr Tag ist gerettet, doch uns passiert direkt der typische Anfängerfehler: Wir zahlen viel zu viel für das Essen, weil wir keinen Preis davor ausgemacht haben und nunmal Touristen sind.
Showtime
In den zehn Tagen haben die Veranstalter für uns drei Busfahrer,drei Minivans und zwei Begleiterinnen organisiert, die uns überall hinfahren und rund um die Uhr begleiten. Vera und Fera sind dafür zuständig, dass wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind und tun alles dafür, dass unser Aufenthalt problemlos abläuft und wir keinen Auftritt verpassen. Die ersten beiden finden glücklicherweise in einem klimatisierten Zelt statt, wo uns viele Tafisa World Games Teilnehmer zusehen. Das Festgelände ist riesig und leider nur für Teilnehmer zugänglich. Einheimische müssen Eintritt zahlen und so ist das Gelände meist wenig besucht. Schnell haben wir uns an die spontane Art der Indonesier gewöhnt und stellen uns darauf ein vor einem Auftritt lange zu warten, oder plötzlich auf die Bühne zu sprinten. Als wir noch in Trainingsklamotten da sitzend warten und Matsch meint, dass wir in fünf Minuten auf die Bühne müssen, springen alle auf und niemand versteht den Witz, da so etwas wirklich möglich sein kann. Jeder Tag ist eine neue Überraschung! Nach den klimatisierten Auftritten folgt ein Auftritt in der Mittagshitze auf einer freien Bühne vor fünfzig Zuschauern, die uns dabei zusehen, wie wir um die Wette schwitzen und nach Luft japsen. Man kommt wirklich an seine Grenzen, doch die Leute sind begeistert. Alle wollen Bilder mit uns machen, als wären wir Hollywoodstars. Schätzungsweise ist jeder von uns nach der Zeit auf mindestens hundert Bildern und Selfies drauf. Sogar der Vizepräsident Javas ist beeindruckt und lädt uns auf ein Essen ein. Am nächsten Tag dürfen wir auf einer offiziellen Veranstaltung mit wichtigen Leuten, wie dem Vizepräsidenten auftreten und trotz furchtbarer Bodenverhältnisse (Löcher, Treppenstufen, Asphalt, wenig Platz) ist das unser bester Auftritt, der auch ein Dankeschön an die Organisatoren ist, die uns alles so gut gestalten. Da die Veranstaltung direkt neben dem berühmtem Batavia Platz, der aus der holländischen Kolonialzeit stammt und den wir am Tag zuvor im größten Sonntagstrubel besucht haben, stattfindet, nutzen wir die Gelegenheit, um dort vor Schulkindern und Einheimischen zu performen. Der Asphalt verbrennt unsere Füße und danach haben wir alle einen Abdruck des Kostüms durch die Sonne. Doch es ist ein wunderschöner Abschluss, den Kindern und auch Erwachsenen ein Lächeln auf die Lippen zu tanzen.
Exploring
Jakarta Wir sehen uns im Anschluss einige Museen im Holländischen Viertel an und besichtigen die zweitgrößte Moschee der Welt, in der Platz für 100.000 Menschen ist. Alle Teilnehmer der Tafisa World Games fahren am letzten Tag der Veranstaltung zu einem Miniaturpark vor Jakarta, der die vielen verschiedenen Völkergruppen Indonesiens zeigt. Am Ende des Ausflugs schauen wir uns alle einen Film über Indonesien an, der mich stark an einen Propagandafilm erinnert. Sie möchten vor ihren Gästen vermutlich bestmöglichst da stehen. Die Closing Ceremony findet genauso wie die Opening Ceremony im Regen statt, was echt Pech ist, aber mit sowas kann man in der Regenzeit rechnen. Aber kein Matrix Mitglied war sich je dafür zu schade mal im Regen zu tanzen.
Raus aus dem Smog
Nördlich von Jakarta befindet sich der Meeresnationalpark, der von 105 Inseln durchzogen ist. Er dient zur Erholung der Bevölkerung und da es genau das ist, was wir nach den aufregenden Tagen mit Menschenmassen, Stau und “Fans” brauchen, ermöglicht uns die Tafisa World Games einen Ausflug dorthin. Der Javasee ist wunderschön, überall Inseln und Wasser und frische Luft. Wir gehen schnorcheln, fahren mit dem Boot auf einsame Inseln, wo wir grillen, Kokosnüsse trinken, Banana Boat fahren und im türkisblauen klaren Wasser schwimmen. Abends tanzen wir im Mondschein und lassen Feuerballons steigen. Wir leben für zwei Nächte im totalen Paradies und kommen alle von der Großstadthektik runter. Unschön ist der ganze Plastikmüll, der sogar auf den unbewohnten Inseln alles überflutet. Die Einwohner und Veranstalter geben sich die größte Mühe uns eine tolle Zeit zu bereiten und sind super freundlich, wie alle Indonesier, denen wir bisher begegnet sind.
Terima Kasih – Danke!
Unseren letzten Abend lassen wir mit einem gemeinsamen Essen ausklingen und am nächsten Tag heißt es schon wieder tschüss Jakarta, danke, dass du deinen ersten Eindruck mit Offenheit und Freundlichkeit zunichte gemacht hast, danke Tafisa World Games für die Geschenke, Essen und Zuvorkommenheit und ganz lieben Dank an unsere Rund-um-die-Uhr Begleiter, die uns sehr ans Herz gewachsen sind.
DANKE vor allem auch an unseren Verein, an den TV Freiburg-Herdern, der uns durch seine riesige Unterstützung und sein Vertrauen diese unvergessliche Fahrt ermöglicht hat!
Und ein letztes und größtes DANKESCHÖN geht an unsere weltbeste Trainerin – Tina Plötze – die diese Reise viele, viele Stunden lang perfekt für uns organisiert hat, leider selbst nicht dabei sein konnte und uns aber auch währenddessen aus der Ferne immer unterstützt hat, ohne die es dieses tolle Team nicht gäbe und ohne die wir nie so wunderbare gemeinsame Abenteuer erleben dürften!
Terima kasih!(Autorin: Vanja Tadic)

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