Bundesfinanzminister Schäuble und Königin Máxima wollen finanzielle Inklusion verbessern

By   /  December 15, 2016  /  Comments Off on Bundesfinanzminister Schäuble und Königin Máxima wollen finanzielle Inklusion verbessern

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MIL OSI – Source: Bundesministerium der Finanzen –

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Bundesfinanzminister Schäuble hat am 14. Dezember in Berlin Ihre Königliche Hoheit Máxima der Niederlande in ihrer Funktion als Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretärs für finanzielle Inklusion und Entwicklung und als Ehrenvorsitzende der Globalen Partnerschaft für finanzielle Inklusion der G20 getroffen. Der Minister und Königin Máxima haben darüber diskutiert, wie die finanzielle Inklusion verbessert werden kann. Dieses Thema ist eines der Schwerpunkte der deutschen G20-Präsidentschaft im Jahr 2017.

Der Besuch von Königin Máxima beinhaltete ein bilaterales Treffen mit dem Bundesfinanzminister, interne Expertengespräche sowie eine Diskussion zum Thema finanzielle Inklusion mit Experten des BMF, dem BMZ, der Deutschen Bundesbank und anderen Institutionen. 

Dazu Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble: 

„Königin Máxima hat uns einige interessante Ideen vorgestellt, wie man bezahlbare und sichere Finanzdienstleistungen fördern kann, um die finanzielle Inklusion voranzubringen. Eine unserer Prioritäten im Rahmen unserer G20-Präsidentschaft ist es, den Zugang und die Nutzung von Finanzdienstleistungen weltweit zu verbessern. Ohne Zugang zu geeigneten Finanzierungsformen ist eine stärkere wirtschaftliche Entwicklung sehr schwierig. Unser Fokus liegt dabei auf besseren Finanzierungsmöglichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen. Dies ist Teil unserer Pläne für ein Investitionsbündnis mit Afrika. Wir streben ferner an, die Bedingungen für die sogenannten ,remittances‘ zu verbessern und solche Überweisungen günstiger und sicherer zu machen.“ 

Königin Maxima gratulierte Minister Schäuble zur deutschen G20-Präsidentschaft und den wichtigen Beiträgen zu dem Thema finanzielle Inklusion in den vergangenen Jahren. „Angesichts der Stärke des deutschen Finanzsektors und der deutschen Unterstützung für die weltweite finanzielle Inklusion hat Deutsch­land die Möglichkeit, im Rahmen der G20-Präsidentschaft durch die GPFI-Initiative die finanzielle Inklusion weiter voranzubringen und eine ergebnisorientierte und auf Implementierung fokussierte Agenda vorzubereiten“, so Königin Máxima. „Es ist wichtig für die GPFI, den Fokus auf die Implemen­tierung zu richten und die enge Verbindung zu den G20 beizubehalten. Die GPFI sollte sich auf die Bereiche konzentrieren, in denen sie tatsächliche Wirkung entfalten kann, insbesondere auf das Potential der Technologie für eine voranschreitende finanzielle Inklusion, insbesondere im Bereich der kleinen und mittleren Unternehmen.“ 

Königin Máxima und Minister Schäuble sind sich einig, dass Deutschland eine wichtige Rolle dabei zukommt, den Grundstein für die Arbeiten der nächsten G20-Präsidentschaften, wie z.B. der argentinischen Präsidentschaft, zu legen. 

Als Teil des G20-Prozesses hat die Bundesregierung heute ein G20-Schwerpunktpapier zum Thema finanzielle Inklusion veröffentlicht (www.bmz.de/GPFI). Zu diesen Schwerpunkten gehören u.a. Maßnahmen, die die Finanzierung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) fördern und das Umfeld für sog. „remittances“, d.h. Überweisungen von Migranten in ihre Heimatländer, verbessern. Darin enthalten sind zudem Maßnahmen, um die finanzielle Inklusion im digitalen Bereich voranzubringen, schutzbedürftige Menschen in diese Entwicklung einzubeziehen und die finanzielle Bildung zu unterstützen. 

Da das traditionelle Finanzierungsumfeld für KMU in vielen afrikanischen Ländern nur wenig entwickelt ist, wird die deutsche G20-Präsidentschaft das Potential alternativer Formen der KMU-Finanzierung in Afrika untersuchen. Darüber hinaus wird die Bundesregierung geeignete Maßnahmen (best practices) für die Entwicklung des Finanzsektors identifizieren und fördern. Dies beinhaltet auch Instrumente für eine effiziente Risikominderung sowie für die Infrastruktur- und KMU-Finanzierung. Diese Vorschläge sollen im Rahmen der G20-Afrika-Konferenz im Juni 2017 vorgestellt werden. 

Diese und andere Themen wurden heute intensiv im Rahmen einer hochrangigen Diskussionsrunde erörtert, an der u.a. auch Jens Spahn, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesministerium der Finanzen, und Claudia Buch, Vizepräsidentin der Deutschen Bundesbank, teilgenommen haben. 

Jens Spahn betonte, wie wichtig digitale finanzielle Innovationen für das Voranschreiten der finanziellen Inklusion sind: 

„Ich bin überzeugt, dass digitale Innovation im Finanzsektor zu einem breiteren und günstigeren Zugang zu Finanzdienstleistungen führt und damit die finanzielle Inklusion gesteigert werden kann. Das Smartphone kann Bankdienst­leistungen auch an Orte bringen, an denen vermutlich niemals eine Bankfiliale existieren wird. FinTechs aus G20-Staaten, die ihre Lösungen auch in den Entwicklungs- und Schwellenländern anbieten, schaffen eine Win-win-Situation.“ 

Professor Buch hob die besondere Rolle der finanziellen Erziehung und Bildung als Voraussetzung für finanzielle Inklusion hervor: 

„Finanzielle Bildung beeinflusst wirtschaftliche Entscheidungen enorm, mit weitreichenden Folgen für Privatpersonen, das Finanzsystem und letztlich die Realwirtschaft. Risiken und Kosten, die mit einer unzureichenden finanziellen Bildung einhergehen, dürfen nicht unterschätzt werden. Denn Finanzstabilität beginnt bei jedem Einzelnen, der in der Lage ist, fundierte Finanzent­scheidungen zu treffen. Regulatorische und makroprudenzielle Maßnahmen können hierbei lediglich als letzter Sicherungsmechanismus dienen.“

Das Thema finanzielle Inklusion wird im Rahmen der G20-Konferenz zur Digitalisierung, die von der Deutschen Bundesbank am 25./26. Januar 2017 in Wiesbaden organisiert wird, weiter diskutiert werden.

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