Auslandsaktien: Luxus geht (fast) immer

By   /  December 16, 2016  /  Comments Off on Auslandsaktien: Luxus geht (fast) immer

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

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15. Dezember 2016. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Während die gesamte Luxusgüterbranche in diesem Jahr tendenziell kaum von der Stelle kam, stehen Traditionskonzerne wie Hermès (WKN 886670), Christian Dior (WKN 883123) oder auch LVMH (WKN 853292) vergleichsweise gut da. “Einzelne Luxusgüter-Aktien haben 30 Prozent und mehr zugelegt”, registriert Jan Vrbsky von der Baader Bank. Insbesondere in China und den USA, aber auch in Europa scheint es nach rückläufigen Geschäften mit den Verkäufen von Luxusartikeln wieder bergauf zu gehen. Damit stehe das Weihnachtsgeschäft unter einem guten Stern.
Richemont hofft auf Wende
Mit einem Minus von rund 7 Prozent seit Jahresbeginn bilde Richemont (WKN A1W5CV) da eher eine Ausnahme. Dem Schweizer Konzern, der für Marken wie Cartier, Piaget und Montblanc steht, mache die schwache Nachfrage nach Luxusuhren zu schaffen. “Das Management hat es verpasst, zeitig die Vertriebsstrukturen im wichtigen chinesischen Markt auszubauen.” Zudem drücke der starke Franken auf die Margen. Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres sei das Nettoergebnis um rund die Hälfte auf 540 Millionen Euro eingebrochen. Gleichzeitig habe Richemont rund 13 Prozent weniger umgesetzt.
Erfolgsjahr für Ferrari
Ferrari (WKN A2ACKK) reihe sich hingegen in die Riege der Gewinner ein. Seit dem Börsengang im Oktober vergangenen Jahres hat sich die Aktie des italienischen Autobauers um knapp 13 Prozent verteuert. “Vom allgemeinen Markttief im Februar erholte sich der Wert um rund 35 Prozent”, bemerkt Vrbsky. Die Ferrari-Verkäufe in China und den USA liefen gut. Selbst die vom chinesischen Staat eingeführten Zusatzsteuer auf Luxusautos ab einem Preis von etwa 200.000 US-Dollar würde Ferrari vermutlich nicht bremsen. “Den chinesischen Käufern kommt es weniger auf den Preis als auf die Zurschaustellung von Luxus an”, meint der Händler. Für dieses Jahr habe Ferrari nach einem guten Sommer die Prognosen für das operative Ergebnis von 800 auf rund 850 Millionen Euro nach oben angepasst.
Jimmy Choo Schuhe laufen gutSeit dem Tief um 1,20 Euro Mitte des Jahres geht es auch mit der Aktie von Jimmy Choo (WKN A12CQ8) wieder bergauf, wie Walter Vorhauser beobachtet. Aktuell kostet der Wert 1,58 Euro. Auf Pfund-Basis steht seit Juni ein Plus von gut 40 Prozent zu Buche. Chinesische Kunden trügen maßgeblich zu den um 9,2 Prozent höheren Umsätzen des Londoner Schuhherstellers in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres bei. Der Gewinn sei um 27,9 Prozent auf 14,4 Millionen Pfund angewachsen. “2016 soll für das Unternehmen ein Rekordjahr werden”, bemerkt der Händler der Oddo Seydler Bank. Nach Gründung der Marke durch den Malaysier Jimmy Choo 1996 zusammen mit der Britin Tamara Mellon habe Choo seine Anteile im Jahr 2001 verkauft. Seit 2011 gehörten die inzwischen 120 Läden weltweit zur JAB Luxury Investmentfirma der Familie Reinmann. VorhauserBurberry profitiert vom schwachen Pfund
Mit weniger Wachstum als erhofft muss sich nach Ansicht von Vorhauser der britische Traditionskonzern Burberry (WKN 691197) zufriedengeben. “Im Luxussegment als auch im mittleren Preisbereich halten sich Käufer von Mode in diesem Jahr insgesamt tendenziell zurück.” Die Unternehmensberatung McKinsey rechnet mit einem Umsatzplus von lediglich maximal 2,5 Prozent. Zugute gekommen sei Burberry die schwache heimische Währung. Das günstige Pfund habe die Kauflaune ausländischer Touristen beflügelt. Die Aktie der Briten gewann seit Mitte Juni knapp 8 Prozent hinzu und ist aktuell für 17,62 Euro zu haben. “Übernahmegerüchte halfen dem Kurs auf die Sprünge.” Der amerikanische Handtaschenhersteller Coach interessiere sich für Burberry und habe ein Gebot in unbekannter Höhe abgegeben, sei bislang aber abgewiesen worden.
von: Iris Merker
15. Dezember 2016, © Deutsche Börse AG

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