Wochenausblick: Weihnachtsrally möglich

By   /  December 19, 2016  /  Comments Off on Wochenausblick: Weihnachtsrally möglich

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MIL OSI – Source: Boerse Frankfurt –

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19. Dezember 2016. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Gut 8 Prozent im Plus liegt der DAX seit Monatsbeginn und verabschiedete sich mit einem Stand von 11.404 Punkten ins Wochenende. Das Ende der Fahnenstange ist damit nach Ansicht von Marktbeobachtern noch nicht erreicht. Zwar erwartet Chris-Oliver Schickentanz angesichts fehlender Impulse bis zu den Feiertagen keine großen Sprünge mehr. Durch die grundsätzlich vorhandene positive Anlegerstimmung schließt der Analyst der Commerzbank weitere Höchststände aber auch nicht aus.Nur ein Zinsschritt in 2017?
Längerfristig spiele die Geschwindigkeit und das Ausmaß der US-Zinserhöhungen für die weitere Entwicklung an den Aktienbörsen eine wichtige Rolle. Mit den von Notenbankchefin Janet Yellen für 2017 in Aussicht gestellten drei Erhöhungen sieht Schickentanz die Federal Reserve immer noch auf einem sehr moderaten Zinspfad.Claudia Windt von der Helaba glaubt nicht an einen strafferen Zinskurs der US-Zentralbank im kommenden Jahr und begründet dies mit der schwelenden Unsicherheit rund um die Umsetzung von Donald Trumps künftigem Fiskal- bzw. Investitionsprogramm. Ebenso sei nicht absehbar, zu welchen Handelsbeschränkungen es kommen werde. “Zum jetzigen Zeitpunkt ist lediglich klar, dass mit Trump konjunkturelle Unsicherheiten verbunden sind, die nicht im Januar enden.” Vor diesem Hintergrund halte die Helaba an ihrer Prognose von lediglich einer Zinsanhebung in 2017 fest.Höhere Ölpreise kein Automatismus
Auch für Robert Halver hält sich das Zinserhöhungspotenzial in den Vereinigten Staaten im kommenden Jahr in Grenzen. Mit der wirtschaftspolitischen Schonzeit für die neue Trump-Administration wird sich die Federal Reserve nach Meinung des Baader Bank-Analysten vermutlich erst in der zweiten Jahreshälfte konkreten Fragen rund um weitere Zinsschritte widmen. Zudem spräche trotz steigender Rohstoffpreise der nach wie vor moderate Inflationspfad in Yellens Prognosen für zinspolitische Zurückhaltung. Die Notenbank kenne die mangelnde Förderdisziplin der OPEC und rechne damit, dass die Ölgewinnung durch Fracking nachhaltig teureres Öl verhindern werde.Statistik spricht für weitere KursgewinneAus charttechnischer Perspektive birgt die anhaltend gute Stimmung am deutschen Aktienmarkt nach Auffassung von Franz-Georg Wenner durchaus Risiken. Seit Monatsbeginn lasse der deutsche Leitindex zwar viele andere Börsen hinter sich. Auch seit Jahresbeginn falle das DAX-Polster mit etwa 6 Prozent ordentlich aus. Der Markt sei zuletzt aber in sehr kurzer Zeit ungewöhnlich kräftig nach oben geklettert und notiere knapp 5 Prozent über seinem Monatsdurchschnitt. “Erfahrungsgemäß steigt nun das Risiko einer Konsolidierung”, schätzt der Charttechniker von ‘Index Radar’, einem Magazin für Börsenstatistik. Wenner
“Zudem ist der DAX an die Obergrenze eines seit Jahresbeginn bestehenden Aufwärtstrends bei rund 11.450 Punkten gelaufen.” Nur in einer starken Übertreibungsphase ist nach Meinung von Wenner noch mit weiteren Kursgewinnen bis 11.750 Zähler zu rechnen. Die Statistik spiele indes den Bullen in die Karten: “Seit 1970 legte der DAX in 80 Prozent der Fälle in den letzten elf Handelstagen zu.”
Komme es zu einer Atempause, rät Wenner Schnäppchenjägern erstmals bei rund 11.140 Punkten aktiv zu werden. Bleibe hier eine Stabilisierung aus, drohe eine Rückkehr bis zur Marke um 11.000 Zähler. “Nur im sehr unwahrscheinlichen Fall ist ein Test des Ausbruchsniveaus um 10.800 Zähler zu erwarten”, urteilt der Analyst
Abwärtsrisiken bestehen
Nach den deutlichen Gewinnen der vergangenen Wochen sieht Gregor Bauer den DAX technisch an eine breite Widerstandszone anstoßen. “Markiert durch das Hoch von Ende November vergangenen Jahres beginnt diese im Bereich um 11.400 Punkte”, bemerkt der unabhängige technische Analyst. Es folge die zwischen Juli und November 2015 ausgebildete Zone zwischen 11.400 bis 11.800 Punkten bevor das im April 2015 erreichte Allzeithoch um 12.400 Punkte ins Spiel komme. Bauer

Bauer mahnt allerdings zur höchsten Vorsicht. S&P 500 und DAX hätten bereits viel “Trump-Fantasie” vorweggenommen haben. Nun müsse der angehende neue US-Präsident liefern. “Erst Mitte kommenden Jahres wird sich zeigen, ob die Konjunkturspritzen tatsächlich in der Realwirtschaft angekommen sind.”
Einem Kursimpuls in der Größenordnung der letzten zwei Wochen folge häufig zunächst ein kräftiger Rücksetzer. Das technische Korrekturpotential reiche in dem Fall zunächst bis in die Unterstützung zwischen etwa 11.000 und 10.800 Punkten. “Sollte der DAX bis in diesen Bereich fallen, folgt die Stunde der Entscheidung” urteilt Bauer. Investoren müssten erneut in den Markt einsteigen und auf einen anhaltend positiven Wirtschaftsausblick setzen. “Fehlen die Käufe, wird der deutsche Bluechip-Index bis auf die nächste Haltezone bei etwa 10.200 Punkte abrutschen.”
Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten
Dienstag, 20. Dezember
Japan: Zinsentscheid Dezember. Die Bank of Japan dürfte nach Meinung der HSBC auf ihrer letzten Sitzung in diesem Jahr keine Änderungen an den monetären Rahmenbedingungen vornehmen. Der schwächere Yen habe den japanischen Währungshütern mit Blick auf eine weitere Ausweitung der Geldpolitik etwas Luft verschafft. Angesichts vermutlich moderat steigender Zahlen für das Bruttoinlandsprodukt in den kommenden Quartalen und einer um 0,9 Prozent steigenden Wirtschaftsaktivität für das kommende Jahr rechnet die britische Großbank auf absehbare Zeit eher mit einer Politik der ruhigen Hand.
Donnerstag, 22. Dezember
14.30 Uhr. USA: Bruttoinlandsprodukt, endgültige Daten für das 3. Quartal. Mit einem aufs Jahr hochgerechneten Zuwachs von gut 3 Prozent konnte die US-Wachstumsdynamik der HSBC zufolge im Vergleich zum schwachen Vorquartal deutlich zulegen. Darin liege vermutlich eine der Gründe, die Fed Funds Rate um weitere 25 Basispunkte anzuheben. Auch in den USA fungiere der Konsum als wichtige Wachstumsstütze, der ähnlich wie im laufenden Jahr aller Voraussicht nach 2017 um rund 2,5 Prozent zulegen werde. Darauf deuteten die konstruktiven Umfragewerte zum Konsumentenvertrauen der Universität Michigan.
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von: Iris Merker, 19. Dezember 2016
© Deutsche Börse AG

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