Gastbeitrag der Parlamentarischen Staatssekretärin Brigitte Zypries im “Handelsblatt”

By   /  December 20, 2016  /  Comments Off on Gastbeitrag der Parlamentarischen Staatssekretärin Brigitte Zypries im “Handelsblatt”

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MIL OSI – Source: Bundesministerium fur Wirtschaft und Energie –

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Chancen der Digitalisierung nutzen

Datum: 14.12.2016Der digitale Wandel ist in vollem Gange und erfasst alle Lebensbereiche. Angetrieben von der rasanten technologischen Entwicklung verndert sich die Art, wie wir kommunizieren, arbeiten und leben. Smartphones und Tablets begleiten uns rund um die Uhr und sorgen fr unsere umfassende Vernetzung im privaten und im beruflichen Leben.Via Internet haben wir als Konsumenten jederzeit eine nahezu unbegrenzte Auswahl, erwarten individualisierte Produkte in hoher Qualitt sowie schnellen und passgenauen Service. Die sogenannte Plattformkonomie verndert traditionelle Wirtschaftsbeziehungen grundlegend. Wir alle und die durch Sensoren vernetzten Gerte im Internet der Dinge produzieren unentwegt Daten, die als “Gold” des 21. Jahrhunderts zur stndig wachsenden Ressource fr neue Angebote und Geschftsmodelle werden.Was bedeutet das fr unsere Wirtschaft? Was bedeutet es insbesondere fr die mehr als 3 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland?Die Digitalisierung ist zweifellos mit enormen Chancen verbunden: Prozesse knnen deutlich effizienter gestaltet, individuelle Kundenbedrfnisse besser bercksichtigt, Kosten eingespart und neue Geschftsmodelle entwickelt werden. Das heit aber auch: Produktions- und Arbeitsprozesse mssen umgestaltet und mit intelligenten Dienstleistungen verbunden werden. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind zu qualifizieren und mssen sich auf neue Formen der Informationsvermittlung und Kommunikation umstellen.Unsere Wirtschaft floriert. Die Auftragsbcher sind voll. Entsprechend sind die Unternehmer gut ausgelastet. Im kleinen Unternehmen ist fast alles Chefsache und bei den Fachkrften werden zunehmend Engpsse sprbar. Wann und wie kann man sich dann noch zustzlich um Digitalisierung und Innovationen kmmern?Bisher hat nur jedes fnfte Unternehmen in Deutschland eine Strategie fr die Digitalisierung. Vielfach ist fr bestimmte Bereiche Software im Einsatz, die auch regelmig erneuert wird. Solche Insellsungen verschenken viel Potenzial, zum Beispiel das einer gezielten Datennutzung. Im Export sind wir Weltmeister, aber in Sachen Digitalisierung liegt Deutschland nur im Mittelfeld. Das muss sich ndern, wenn wir im internationalen Wettbewerb unsere bisher hervorragende Position behaupten wollen.Die Bundesregierung ist fr die Rahmenbedingungen zustndig und gibt auch konkrete Untersttzung. Das Bundesministerium fr Wirtschaft und Energie bietet unter anderem mit seinem Frderschwerpunkt “Mittelstand-Digital” Digitalisierungswissen als Hilfe zur Selbsthilfe.In diesem Jahr entstehen zehn “Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren” als regionale Ansprechpartner, die Wissenschaft mit Praxis verknpfen. Sie bieten anbieterneutrale Informationen zu neuen Technologien, Schulungsmglichkeiten in sogenannten Lernfabriken oder beispielhafte Anwendungsmglichkeiten an Demonstratoren. Hier knnen Unternehmen und ihre Mitarbeiter in einer Testumgebung digitale Technologien kennen lernen, eigene technische Entwicklungen erproben und moderne Arbeitsszenarien durchspielen, ohne sich gleich ins wirtschaftliche Risiko zu begeben.Zudem gibt es seit Mrz dieses Jahres ein Kompetenzzentrum Digitales Handwerk mit vier regionalen Schaufenstern in Oldenburg, Dresden, Bayreuth und Koblenz, die sich speziell um die Belange des Handwerks mit seinen berwiegend sehr kleinen Betrieben und vielen unterschiedlichen Gewerken kmmern. Dort sind gut nachahmbare Praxisbeispiele von typischen Familienbetrieben zu finden – wie die Tischlerei, die es den Kunden mittels Internetplattform ermglicht, individuelle Mambel nach eigenen Wnschen zu bestellen. Oder der Malerbetrieb, der mit der mobilen Zeiterfassung angefangen hat, jetzt auch den Gerteeinsatz und Materialverbrauch digital erfasst und die Einfhrung eines Foto-Aufma-Systems plant. Oder der individualisierte Lebensmitteldruck beim Bcker.Beispiele sind ganz wichtig, weil sie gut nachvollziehbar zeigen, dass Digitalisierung schrittweise mglich ist und wirtschaftlichen Nutzen bringt.Schauen Sie nach und holen Sie sich Anregung unter www.mittelstand-digital.de.Es gibt natrlich noch viel mehr Anstze, die Digitalisierung im Mittelstand voranzutreiben, zum Beispiel durch die Verbindung von innovativen Start-ups mit gestandenen Unternehmen. Hier profitieren beide Seiten von Kreativitt und unkonventionellem Herangehen auf der einen Seite und von soliden Geschftserfahrungen auf der anderen. Ein weiteres Feld mit Modellcharakter ist die intelligente regionale Vernetzung zwischen Akteuren der Wirtschaft und der ffentlichen Hand in wichtigen Bereichen wie Gesundheit, Bildung, Energie und Verkehr.Alle praktischen Anwendungen tragen dazu bei, in Sachen Datennutzung und Datensicherheit, Cloud-Anwendungen, Standards fr die elektronische Kommunikation und nicht zuletzt Nutzerfreundlichkeit von IT-Anwendungen wertvolle Erfahrungen zu sammeln.Auch Digitalisierung beginnt im Kopf. Es geht nicht nur um Technologie, es geht in erster Linie um die Menschen, die wir mitnehmen wollen.Quelle: Handelsblatt am 14.12.2016

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